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Duftprobe - Die Parfumkolumne

Markenparfum vs. Duftzwilling: Wir verraten, ob die günstigere Alternative wirklich mithalten kann

  • Aktualisiert: 28.09.2023
  • 15:35 Uhr
  • Katharina von Freyburg
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© picture alliance / Geisler-Fotopress / dpa-mag | Marc Jacobs / XAMAX | XAMAX

Wir verraten euch, ob sich die günstigen Duftzwillinge als Alternative zu Originaldüften lohnen, was die Vor- und Nachteile der Dupes sind, wo ihr sie bekommt und wie ihr Fälschungen von Markenparfüms erkennen könnt.

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Endlich Ferienzeit! Wer freut sich nach der langen Abstinenz nicht auf ein bisschen Sonne, Strand und Sightseeing? Und natürlich Souvenirs und Shopping! Gerade im Urlaub in südlichen Ländern stößt man auf Märkten und bei fliegenden Händlern immer mal wieder auf nachgemachte Markenware wie Taschen oder Klamotten, aber auch Kosmetik und Luxusdüfte. Solche Produktplagiate werden laut einer aktuellen Studie der EUIPO (Europäisches Amt für geistiges Eigentum) bei jungen Menschen (15-24 Jahre) in den letzten Jahren immer beliebter: 37 Prozent gaben an bewusst gefälschte Waren zu kaufen.
Die Verlockung scheint angesichts steigender Qualität der günstigen Duplikate immer größer zu werden. Besonders in einem Alter, in dem man ohnehin chronisch knapp bei Kasse ist. Das ging mir vor 20 Jahren als Studentin ehrlich gesagt auch schon nicht anders. Und so bin ich auf dem griechischen Basar zwischen Abidas-, Puwa- und Mike-Shirts (!), bei meinem damaligen Duftfavoriten Laura von Laura Biagiotti schwach geworden. Eine herrlich zarte Kombination aus sommerlichen Blüten- und frischen Fruchtnoten, die ich auch heute noch gerne trage.

Leider roch die 5-Euro-Version in der Kopfnote statt nach Wasserlilie und weißem Pfirsich nach Lösungsmittel und billigem Alkohol. Erfahrt jetzt, warum ihr euch auch von gut gemachten Fragrance Fakes lieber fernhalten solltet und bei welchen Duftzwillingen ihr beruhigt zugreifen – und ein echtes Schnäppchen machen könnt!

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Hochwertige Qualität trotz preislich günstiger Alternative? In unserer Kolumne lest ihr die Fakten über sogenannte "Duftzwillinge" – Ein Parfum, welches zu niedrigeren Preisen als der Original-Duft angeboten wird. 
Hochwertige Qualität trotz preislich günstiger Alternative? In unserer Kolumne lest ihr die Fakten über sogenannte "Duftzwillinge" – Ein Parfum, welches zu niedrigeren Preisen als der Original-Duft angeboten wird. © StudioDoros

Woran erkennt man Fake-Parfüms?

Einfach gesagt ist ein Fake eine freche Fälschung, die vorgibt ein Originalprodukt zu sein. Logo und Karton, Flakon und Duftnote werden Eins-zu-eins kopiert. Optisch ähneln die Produktpiraten den Originalen immer mehr, für den Inhalt kommen – meist unter zweifelhaften hygienischen Bedingungen – minderwertige Öle, schädliche Konservierungsmittel und auch mal Benzin zum Einsatz. Zum Glück gibt es aber ein paar Merkmale, an denen ihr Fakes erkennen könnt:

  • Verpackung: Der Karton ist sehr dünn, nicht sauber gefalzt oder schief bedruckt 
  • Flakon: Das Glas ist nicht eben, der Sprühknopf oft nicht stabil, der Deckel schließt nicht gut
  • Parfüm: Der Duft riecht beim ersten Aufsprühen stark nach Alkohol und verfliegt nach kurzer Zeit
  • Seriennummer: Sie stimmt auf Verpackung und Flakon nicht überein, fehlt oder ist nur aufgeklebt

Besonders im Onlinehandel sind Fälschungen in den letzten Jahren zu einem immer größeren Problem geworden: Laut EUIPO gehen allein im Bereich Kosmetik und Körperpflege in der EU jährlich rund 9,6 Milliarden Euro Umsatz durch Plagiate verloren.
Ist der Preis deutlich günstiger als in anderen Onlineshops oder im stationären Handel ist immer Vorsicht geboten – lieber bei einem autorisierten Händler ein paar Euro mehr zahlen. Strafbar ist der Kauf solcher Produkte für den Eigengebrauch zwar meist nicht, aber immer daran denken: Im besten Fall holt man sich eine Hautreizung, im schlimmsten Fall unterstützt man organisierte Kriminalität!

Qualitätsunterschiede zwischen Duftzwillingen, Duftfamilien und Duftgeschwistern – das mag sich wie ein Dschungel anhören?! Unsere Kolumnisten nimmt euch an die Hand und verrät euch die Unterschiede.
Qualitätsunterschiede zwischen Duftzwillingen, Duftfamilien und Duftgeschwistern – das mag sich wie ein Dschungel anhören?! Unsere Kolumnisten nimmt euch an die Hand und verrät euch die Unterschiede.© Constantinis
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Was steckt hinter dem Begriff "Duftzwillinge"?

Anders sieht es bei Duftzwillingen, den sogenannten Dupes (kommt von dem englischen Wort to dupe – überlisten, vorspiegeln) aus. Diese imitieren lediglich das Original. Neben aktuellen Dufttrends landen vor allem auch beliebte Damenparfüms als preiswerte Dupes in Drogerien und Discountern. So findet man von der polnischen Duftmarke La Rive, etwa bei Rossmann, Müller und DM, zahlreiche Nachahmungen bekannter Prestigemarken: Miss Dream mit Jasmin, Rose und Tonkabohne etwa erinnert verdächtig an Good Girl von Carolina Herrera. Und Lebensmittelhändler Lidl hat unter der Eigenmarke Suddenly mit Femelle einen Duft im Sortiment, der sich nicht nur auf La vie est belle reimt, sondern zufällig auch fast so fein nach Birne, Iris und Patchuli schnuppert wie der beliebte Lancôme-Bestseller.

Duftzwilling oder Original – hier liegen die Qualitätsunterschiede

Aber warum sind Dupes so viel billiger? Packaging, Design und die Flakons der Dupes sind schlichter gestaltet und günstiger produziert. Häufig ist dabei nur die Form der Flasche, die Farbe der Verpackung oder der Name dezent ans Original angelehnt.
Der Duft hingegen soll möglichst nah ans Vorbild herankommen. Gespart wird allerdings auch hier – statt Parfümöl aus echten Blütenblättern wie der berühmten Grasse-Rose, die etwa renommierte Dufthäuser wie Chanel und Dior einsetzen – werden für Dupes verstärkt synthetische Inhaltsstoffe in niedriger Qualität verwendet. Anders als bei Fakes sind diese jedoch dermatologisch getestet. Die Verträglichkeit ist damit sichergestellt, die Haltbarkeit auf der Haut leider nicht. Da der Anteil an verwendetem Duftöl in Dupes oft deutlich geringer ist, verfliegt der Duft meist schon nach kurzer Zeit.
Die Hersteller der Duftzwillinge sparen zudem an den Kosten für Entwicklung, da sich ihre Parfümeure an Kopf-, Herz- und Basisnoten der Vorlage orientieren können. Auch auf teures Marketing kann verzichtet werden: Welcher begehrte Originalduft hinter einem neuen Dupe steckt, spricht sich nämlich von alleine in Windeseile in der Parfümwelt herum.

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Wo bekommt man die besten Duftzwillinge?

Obwohl sie inzwischen auch in Deutschland erlaubt, ist vergleichende Werbung immer noch ein heikles Thema. Kein seriöser Produzent von Dupedüften würde in seiner Kommunikation das Risiko eingehen und klar auf das Original Bezug nehmen. Das braucht er aber gar nicht. Er kann sich auf die Spürnasen in der Community verlassen, die in Blogs, Foren und auf Social Media die Dupes den entsprechenden Originalen zuordnen – und das akribisch dokumentieren. Einfach mal #duftzwillinge in der Suche eingeben und durch die Dupelisten der Duftdetektive stöbern. Ihr findet garantiert zu jedem Original den passenden Duftzwilling! Neben La Rive und Zara tauchen häufig die Marken Eclat und L'Arisé auf, die mit rund 20 Euro pro Dupe etwas mehr kosten – das aber auch wert sind. Ich habe in einer meiner monatlichen Beautyboxen (Stichwort: Guilty Pleasure) vor einiger Zeit die Nummer von L'Arisé entdeckt. Die duftet nach Vanille, Orangenblüten und Neroli und ist tatsächlich ein ziemlich perfektes Dupe für Yves Saint Laurents Libre. Und alle, die Giorgio Armanis Acqua di Gioia mögen, können mit No. 153 von Éclat ein Sommerduft-Schnäppchen machen, dass mit einem Cocktail aus sizilianischer Zitrone, Zeder, Minze und Pfingstrose Lust auf Urlaub am Meer macht!

Von Duftfamilien und Duftgeschwistern

Ihr seid auf der Suche nach einem Duft, der nicht genau wie euer Lieblingsduft riecht, aber aus derselben Duftfamilie kommt? Dann könnt ihr statt zu Duftzwillingen zu Duftgeschwistern greifen, diese sind meist höherwertiger, eigenständiger und komplexer in der Komposition. Persönlich bin ich da ja großer Fan der Parfüms der Marke Avon und habe hier schon oft verwandte Düfte zu meinen Favoriten entdeckt. Zuletzt Eve Truth das mich mit seinem lieblichen fruchtig-blumigen Mix aus Sternfrucht und Freesie angenehm an Daisy von Marc Jacobs erinnert.

Und jetzt viel Spaß beim Schnäppchen shoppen. Und nicht vergessen: Je mehr ihr beim Duftkauf spart, desto mehr ist in der Urlaubskasse. Happy summer holidays!

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© Katharina Konte

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