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Galileo

Die Flussmenschen: Leben auf dem Amazonas

Staffel 2016Episode 21710.08.2016 • 19:10

Der Amazonas führt nicht nur direkt durch den tropischen Regenwald Südamerikas, sondern ist auch als längster Fluss der Welt bekannt. Für die ärmeren Menschen aus Iquitos in Peru ist der Amazonas jedoch nicht nur ein imposantes Gewässer, sondern auch ihr Zuhause. Wir zeigen, wie die Menschen in Iquitos leben und arbeiten und weshalb vor allem Kerosin für sie eine derart wichtige Bedeutung hat.

Iquitos ist – einzigartige Großstadt direkt im Dschungel

Iquitos ist eine regionale Hauptstadt in Peru mit schätzungsweise um die 400.000 Einwohnern. Das besondere an Iquitos ist aber seine außergewöhnliche Lage: Die Großstadt ist komplett von Amazonas und Regenwald eingeschlossen. Wer nach Iquitos reisen möchte, kommt mit dem Auto nicht weiter, denn es führen keine Straßen in die Stadt. Nur mit dem Flugzeug oder mit dem Boot über den längsten Fluss der Welt können Menschen nach Iquitos gelangen. Die Stadt bietet außerdem eine weitere Sensation: In Belén, einem der Armenviertel der Stadt, leben die Menschen nicht nur mit dem Amazonas, sondern auf ihm. Für umgerechnet 150,00 Euro kann man dort ein kleines hölzernes Flusshaus kaufen, das auf Pfählen thront und so auch in den Zeiten geschützt ist, in denen der Amazonas wegen der Regenzeit Hochwasser führt. Die Flusshäuser sind allerdings alles andere als luxuriös oder romantisch. Es handelt sich um kleine Gebäude, die häufig nur über ein Zimmer und eine notdürftige Kochstelle verfügen. Das Feuer darin wird mithilfe von Kerosin, einem Stück Plastik und einem Feuerzeug entzündet. Sanitäre Anlagen gibt es meist nicht und so landen Abfälle und Ausscheidungen an der einen Stelle im Fluss, während sie sich wenige Meter weiter mit demselben Wasser die Zähne putzen.

Riskantes Leben auf dem längsten Fluss der Welt

Die Flussmenschen auf dem Amazonas sind täglichen Gefahren ausgesetzt. Treibholz kann ihre Häuser zum Einsturz bringen oder mit sich reißen. Auch die zwischen den Häusern umherfahrenden Motorboote sind für die Häuser nicht ungefährlich. Darüber hinaus droht regelmäßig das Risiko, dass den Familien in ihren Häusern das Kerosin ausgeht. In diesem Fall müssten sie nach Sonnenuntergang im Dunkeln sitzen, denn eine Stromversorgung gibt es oft nicht. Trotz der teilweise sehr abenteuerlichen Bedingungen, die das Leben am Amazonas im Regenwald mit sich bringt, sind einige Lebensbereiche bei den Flussmenschen genauso wie bei uns. Die Kinder gehen zur Schule und zum Kindergarten – nur, dass sie eben mit dem Boot dorthin gefahren werden.

Umweltschutz wird immer wichtiger

Wer schon einmal im Amazonas schwimmen war, der dürfte erkannt haben, dass die Umweltverschmutzung in vielen Orten ein großes Problem darstellt. Auch die Flussmenschen auf dem Amazonas im tropischen Regenwald haben dies mittlerweile erkannt. Deshalb lernen auch die Kleinsten heute, dass beispielsweise Plastikflaschen nicht in den Fluss gehören, sondern ordentlich entsorgt werden müssen. Schließlich wird das Wasser nicht nur für die tägliche Hygiene verwendet, sondern ist auch wichtiger Nahrungslieferant. Fische wie Sardinen oder Palometas oder aber auch die bissigen Piranhas landen regelmäßig auf dem Speiseplan der Flussmenschen, wie auch der Amazonas-Koch beweist. Und wenn der Amazonas einmal nichts hergibt, dann muss eben der Gang zum Markt angetreten werden. Dort gehören Schildkröten, Alligatoren und Innereien zu den gern gekauften Spezialitäten.