"Lion" bei den Oscars 2017 – gewinnt das Drama eine Trophäe?

Lion - Der lange Weg nach Hause

Ein Blick auf ehemalige Gewinner zeigt: Wahre Geschichten verzücken die Jury und bekommen am Ende oft die begehrte Trophäe. Gilt dies auch für "Lion - Der lange Weg nach Hause"?

"Lion" – wie ein Junge seine Familie wiederfand

Je näher der 24. Januar rückt, desto lebhafter werden die Diskussionen der Filmexperten. Die Auswahl an sehr guten Filmen war groß in 2016 – das macht die Vorhersagen für die Oscar-Nominierungen nicht unbedingt leichter. Welche Filme werden sich durchsetzen können und welche Namen werden am Ende auf die Plaketten der Goldjungen eingraviert? Bis die Entscheidung gefallen ist, nehmen wir die vielversprechendsten Filme noch einmal genauer unter die Lupe. Dazu zählt auch "Lion" – die Geschichte über einen adoptierten Jungen, der nach vielen Jahren seine Eltern und Geschwister aufspürt.

„Lion“ – der Faktencheck

  • Genre: Drama
  • Regie: Garth Davis
  • Drehbuch: Luke Davies
  • Länge: 118 Minuten
  • Filmstart Deutschland: 23. Februar 2017

Darum geht’s in "Lion"

Eine Stadt in Indien: Der fünfjährige Saroo, gespielt von Sunny Pawar, ist eines nachts mit seinem großen Bruder auf dem Bahnhofsgelände unterwegs. Als sein Bruder weggeht und Saroo nur kurz warten soll, klettert er in einen Zug und schläft ein. Als er wieder aufwacht, findet er sich im Getümmel der Metropole Kalkutta wieder. Hier kennt er nichts und niemanden. Er kann sich aber auch nicht an seinen Familiennamen oder den Namen seiner Heimatstadt erinnern. In Kalkutta muss er sich deshalb zunächst als Bettler am Leben halten, bevor er in einem Waisenhaus unterkommt. Ein australisches Ehepaar, gespielt von Nicole Kidman und David Wenham, adoptiert ihn und nimmt ihr neues Familienmitglied mit nach Tasmanien. Den erwachsenen Saroo, gespielt von Dev Patel, lässt der Gedanke an seine Familie und seine Vergangenheit nicht los; er begibt sich mit Hilfe von Google Earth auf die Suche nach seiner Heimatstadt und seiner Familie.

"Mein langer Weg nach Hause" – die Romanvorlage von "Lion"

Saroo Brierley schrieb in dem Roman "A long way home" oder "Mein langer Weg nach Hause" seine eigene Lebensgeschichte auf. Der Roman wurde 2014 veröffentlicht, und seitdem ist Saroo eine Berühmtheit, denn viele Zeitungen und Nachrichtenmagazine berichteten über den Mann, der seine Familie auf so ungewöhnliche Weise wiederfand. So wurden auch die Macher von "Lion" auf die interessante Geschichte aufmerksam und übersetzten sie in ein kurzweiliges Drehbuch. Damit könnte Brierleys Geschichte nun sogar Chancen auf eine Oscar-Nominierung haben. Mit dieser Ehrung hätte der Autor sicherlich nicht gerechnet, als er sich dafür entschied, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben.

In welchen Kategorien könnte "Lion" nominiert werden?

  • Bester Film: "Lion" basiert auf einer wahren Begebenheit. Filme wie " The Social Network " (Oscar 2011) oder " 12 Years a Slave " (Oscar 2014) sind nur eine kleine Auswahl, die beweist, dass echte Geschichten die Academy begeistern.
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: Luke Davies hat den Roman von Saroo Brierley leinwandfähig gemacht. Dafür ist er laut Kritikern im Rennen um eine Oscar-Nominierung vorne mit dabei. Allerdings spielte der Film nach der Veröffentlichung in den USA noch nicht so viel ein, wie anfangs vermutet. Die Konkurrenz in dieser Kategorie, zum Beispiel „Moonlight“ von Barry Jenkins war bis jetzt wesentlich erfolgreicher. Es bleibt also spannend, welches der vielen guten Drehbücher sich am Ende durchsetzen wird.
  • Beste Regie: „Lion“ ist das erste Filmdrehbuch, das Regisseur Garth Davis verwirklichte. Bislang hatte er sich hauptsächlich mit der Regie bei der Fernsehserie „Top of the Lake“ einen Namen gemacht. Doch mit seinem Blick für das Wesentliche der Geschichte und der Umsetzung der Romanvorlage konnte er nun auch als Filmregisseur überzeugen.
  • Bester Nebendarsteller: Dev Patel , der den erwachsenen Saroo mimt, wurde bereits bei den Golden Globes, Critics Choice Awards und bei den SAG als bester Nebendarsteller nominiert. Nach Meinung der Experten kann er damit auch auf eine Nominierung für den Oscar hoffen.
  • Beste Nebendarstellerin: Nicole Kidman hat bereits einen Oscar als beste Hauptdarstellerin erhalten („The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit“) und war zwei weitere Male nominiert. Auch dieses Jahr hat sie Chancen auf eine Nominierung für ihre Performance als Saroos Adoptivmutter. Bei den Critics Choice Awards und den Golden Globes ist sie immerhin schon in dieser Kategorie nominiert.

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