Do 26.06.2014, 19:05

Galileo extra: Tickende Zeitbombe

Sommer 2013. Das beliebteste Reiseziel der Deutschen im Inland ist dieOstsee. Doch was die meisten Urlauber nicht ahnen: vor der deutschen Küste liegt ein hochexplosives Erbe. Alte Bomben, giftige Chemikalien, plötzliche Explosionen - Experten schlagen mehr und mehr Alarm: Die Ostsee ist durch rostende Kampfwaffen akut bedroht.
Auf dem Meeresgrund vergammeln seit dem Zweiten Weltkrieg Hunderttausende Tonnen Sprengstoff und chemische Munition, die dort nach Kriegsende im großen Stil entsorgt wurden. Weil die Bomben und Hülsen nach und nach durchrosten, gelangt ihr giftiger Inhalt ins Meer und droht, an die Küsten gespült zu werden. Blindgänger explodieren zunehmend. Beunruhigende Zwischenfälle häufen sich. Die Verwechslungsgefahr von angespültem Phosphor, das dem beliebten Urlaubssouvenir Bernstein extrem ähnlich sieht, führt zunehmend zu Unfällen. Trotzdem untersuchen die Behörden das Problem nur sporadisch. Die genaue Ortung ist schwierig. Die Bergung riskant. Die Zuständigkeiten verworren. Das Geld knapp.

Stefan Gödde macht sich vor Ort ein eigenes Bild der Lage. Er trifft Wolfgang Löper, der Opfer eines Phosphorfundes wurde und schwerste Verbrennungen erlitt, einen Fischer, dem eine 500 Kilo schwere Seemine ins Netz ging, die immer noch scharf war und den Tourismusminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Harry Glawe . Zusammen mit Dr. Stefan Nehring, einem Experten für Kriegsaltlasten, macht er sich Unterwasser auf die Suche nach Bomben und wird selbst Zeuge einer aktuellen Bombenentschärfung. 
Die erschreckende Bilanz: Direkt unter einer der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten der Welt lagern über 1,6 Millionen Tonnen Kriegsschrott, die fast 70 Jahre nach dem Krieg durchrosten und zur akuten Gefahr werden. 

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