Steckbrief Yasmin

Yasmin

Wie alt bist du?
Ich bin 20 Jahre alt.

Wie bist du auf die Idee gekommen, syrischen Flüchtlingen zu helfen?
Meine Eltern kommen beide aus Syrien (Aleppo). Ich habe früh mein Heimatland lieben gelernt und wollte sogar nach meinem Abitur 2012 dorthin ziehen. Doch leider fing  der „Bürgerkrieg“ an und seitdem darf ich mein schönes Syrien nur aus dem Fernsehen aus sehen. Die Bilder, die ich sehe brechen mir das Herz. Deshalb will ich nicht länger sitzen bleiben und auf die großen Mächte warten. Ich tu was dagegen.

Woher bekommst du die Kleider- und Kuscheltierspenden?
Unsere Spender sind aus unterschiedlichen Bereichen. Die meisten sind private Menschen, die mit einer guten Seele und Absicht zu uns kommen. Wir haben aber auch schon Spenden von Großkonzernen bekommen. Vor allem in Sachen Babynahrung und Hygieneartikel.

Wo lagert ihr die Spenden und welche Menge bekommt ihr im Durchschnitt?
Nachdem unsere Wohnung schnell überfüllt war, haben wir mit Hilfe des Vereins Orienthelfer eine Lagerhalle im Asylgelände München bekommen. Dort lagern wir Tonnen von Spenden, die regelmäßig von unseren Helfern aussortiert werden.

Hast du schon andere Helfer gewonnen, die dich gerne bei deinem Projekt unterstützen möchten? Was sagen deine Freunde dazu?
Wir haben eine Menge Helfer, die super verantwortungsbewusst sind und gemeinsam mit uns den Weg gehen. Viele davon sind Freunde und Familienangehörige, aber wir haben auch „Unbekannte“, die sich über Facebook für unsere Spendenaktion interessiert haben und sofort mit angepackt haben. Und: Wer einmal mit dabei ist, kommt immer wieder gerne, denn das Aussortieren macht echt Spaß und man lernt nebenbei noch tolle Leute kennen.

Inwiefern unterstützt dich deine Familie bei deiner Spendenaktion?
Meine Familie ist der Kern der ganzen Aktion. Ohne sie, wären meine Schwester und ich nie so weit gekommen. Wir stehen alle zueinander und gehen den Weg gemeinsam. Angefangen vom kleinen Lays (6) bis zu unserem fleißigen Papa.

Welche Emotionen/Gefühle hast du dabei, wenn du in dein Heimatland reist?
Früher waren es: Freude, Spaß und Geborgenheit. Heute sind es:  Angst, Trauer und Verzweiflung. Obwohl man so viel hört und sieht, ist es vor Ort ganz anders. Es überrascht einen immer wieder, wie sehr sich die Situation verschlechtert und die Gänsehaut überfällt mich, wenn man all die Kinder in solchen Zuständen sehen muss.

Wie viele Tage brauchst du um alle deine Spenden im Flüchtlingslager zu verteilen?
Mein Vater ist derjenige der die Spenden verteilt. Meine Schwester und ich leisten die organisatorischen und emotionalen Dienste. Aber die Verteilung so lange dauert es nicht, denn mehr als 10.000 Menschen warten darauf etwas in die Hände gereicht zu bekommen.

Wie kannst du Studium/Arbeit und die Spendenaktion für Syrien unter einen Hut bringen?
Auf diese Frage habe ich nie wirklich eine Antwort, aber es funktioniert! Manchmal leidet ein Teil meines Lebens. Und leider ist es oft die private Zeit, die fehlt. Aber ich gehe in der Spendenaktion wirklich auf und meine Freunde sind meistens sowieso dabei. Und so erfahr ich auch den neusten Klatsch und Tratsch während wir aussortieren.

Hast du schon viel Aufmerksamkeit und Resonanz auf euer Projekt erhalten? Seid ihr damit zufrieden?
Viele sind schon auf uns aufmerksam geworden. Wir bekommen täglich Nachrichten von wildfremden Menschen, die unser Projekt toll finden. Zum Aussortieren kommen immer mehr Helfer. All das motiviert uns und gibt neue Energie.

Planst du dein Projekt noch weiter auszubauen?
Natürlich wollen wir unsere Projekte ausbauen. Weil die Flüchtlinge nicht weniger werden und sich die Lage in Syrien nicht verbessert. Deshalb brauchen wir noch mehr Unterstützung! Gemeinsam schafft man mehr, als man denkt.

Wie können euch die Zuschauer bei dem Projekt weiter unterstützen?
Wir würden uns freuen wenn die Zuschauer unsere Facebook-Seite besuchen. Dort finden sie noch mehr Erfahrungen, die wir mit ihnen teilen wollen. Und vielleicht kommt dann der ein oder andere auf eine tolle Idee für das neue Projekt: Waisenhaus. Ich will jedenen einzelnen kennen lernen, der sich für unser Projekt interessiert und mit anpacken will.

Wie war die Zusammenarbeit mit dem Galileo-Team und die Situation vor der Kamera?
Die Zusammenarbeit mit dem Galileo-Team war äußerst entspannt. Kamermann Ulli und Tonassistent Sven haben eine ruhige Atmosphäre geschaffen, in der wir alle vergessen haben, dass wir gerade einen Film drehen. Redakteurin Elisa Weidland hat sich als Organisationstalent bewiesen, denn es war oft nicht einfach etwas auf die Beine zu stellen. Allgemein gab es trotz der ernsten und traurigen Lage einige witzige Situationen, die uns zusammen geschweißt hat. 

Alle Themen der Sendung gibt's auf unserer neuen Webseite

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