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Psyche und Körper 

Das passiert in deinem Körper, wenn du weinst

  • Veröffentlicht: 15.05.2024
  • 11:09 Uhr
  • Elena Nieberle

Etwa fünf Millionen Tränen weint ein Mensch durchschnittlich im Laufe seines Lebens. Als angeborene Fähigkeit ist das Weinen für uns fast selbstverständlich. Doch was passiert mit Körper und Psyche, wenn wir weinen? Und kann es sogar gut für dich sein?

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Weinen: Das Wichtigste zum Thema

  • Hilflosigkeit, Schmerz, Angst oder Empathie - es gibt viele Gründe, warum Menschen weinen. Dadurch sind Mitmenschen eher dazu geneigt, Unterstützung zu leisten. 

  • Tränen bestehen aus Wasser, Fetten, Salzen und bestimmten Eiweißstoffen. Bis zu 80 Liter Tränen vergießt ein Mensch durchschnittlich in seinem Leben.

  • Träne ist nicht gleich Träne. Reflex-Tränen kullern dann, wenn das Auge gereizt ist. Basale Tränen hingegen werden durchgehend produziert und geben einen schützenden Feuchtigkeitsfilm über der Hornhaut.

  • Den Menschen ist das Weinen sowie das Lachen angeboren. Dabei sind wir die einzigen Lebewesen, die aufgrund von Emotionen Tränen vergießen können.

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Tränen: Diese drei Arten gibt es

Die Gründe, warum Tränen fließen, sind zahlreich - und unterscheiden sich in Reflex-Tränen, basale Tränen und emotionale Tränen.

Schon einmal beim Zwiebelschneiden geweint? Das liegt an Reflex-Tränen, die auch bei Kälte oder Wind auftreten. Ihre Aufgabe ist es hauptsächlich dein Auge zu schützen.

Im Video: So gibt’s keine Tränen beim Zwiebelschneiden

Basale Tränen sorgen dafür, dass unser Auge feucht bleibt. Das funktioniert über einen Feuchtigkeitsfilm, durch den das Auge auch vor Infektionen geschützt wird.

Die dritte Art von Tränen vergießen wir aus Gefühlen wie Trauer, Frust, Wut oder Freude heraus: die emotionalen Tränen.

Den Menschen ist das Weinen ebenso wie das Lachen angeboren. Das hat sich in der Evolution bewährt: Als Kommunikationselement sollen Tränen unter anderem dazu dienen, dass bei anderen ein hilfsbereites Verhalten ausgelöst wird. 

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Große Gefühle: Nur Menschen weinen aufgrund von Emotionen

Der Mensch zählt als das einzige Lebewesen, das aufgrund von Emotionen weint.

Psychologinnen und Psychologen der Universitäten Ulm und Sussex der Universität Ulm beschreibt fünf Gründe für die emotionalen Tränen:

  1. Einsamkeit
  2. Machtlosigkeit
  3. Überforderung
  4. Harmonie
  5. Medienkonsum

Das wird insbesondere dann vermutet, wenn psychologischen Grundbedürfnisse besonders stark oder gar nicht erfüllt werden, zum Beispiel das Gefühl von Nähe oder Harmonie.

Das passiert im Körper, wenn du weinst

💧 Die Produktion von Tränen wird durch das limbische System gesteuert.

😢 Beim Weinen wird über die Tränendrüsen im Tränenapparat eine Flüssigkeit produziert. Tränen bilden sich aus Bestandteilen aus verschiedenen Schichten im Auge zusammen.

💧 Je nach Anlass unterscheidet sich diese Flüssigkeit: Wenn wir aus emotionalen Gründen weinen, enthalten die Tränen beispielsweise mehr Hormone und Eiweiße.

🗨 Wer emotional weint, löst ein unterbewusstes Verhalten bei seinem Gegenüber aus: Laut Studien tragen die chemischen Botenstoffe zur lautlosen Kommunikation bei.

🎭 Von außen sichtbar ist bei weinenden Menschen, was im Gesicht passiert: Meist haben wir jedoch beim Tränenvergießen keine Kontrolle über die Mimik, da mehrere Gesichtsmuskeln, Nerven und Ströme im Gehirn aktiviert werden.

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Ist weinen gesund? 

Die Wirkung von emotionalen Tränen ist nicht vollends erforscht. Eine Theorie besagt, dass das Weinen einen sogenannten "Katharsis"-Effekt hat. Der Begriff kommt von einer Hypothese in der Psychologie, bei der ein erlösender Effekt vermutet wird, wenn man seine Emotionen nicht unterdrückt. Dabei werden beim Weinen Hormone freigesetzt, die den Cortisolspiegel ansteigen lassen. Dadurch soll der These nach eine Entspannung nach dem Weinen eintreten.

Bist du nach dem Weinen oft erschöpft? Studien zeigen gegenüber der "Katharsis"-Annahme, dass Tränen statt Entspannung für eine noch höhere Anspannung sorgen. Entscheidend ist, ob uns unser Umfeld beim Weinen tröstet.

Warum weinen wir bei einem Film?

🎥 Menschen weinen auch, wenn sie nur indirekt betroffen sind. Das ist häufig der Fall, wenn Medien wie Filme oder Serien für Tränen sorgen.

📖 Forschungsergebnisse haben gezeigt: Wenn wir uns in den Hauptcharakter eines Buches oder Films hineinversetzen können und emotional berührt sind, können wir "stellvertretende" Tränen weinen. Das passiert zum Beispiel auch, wenn wir wegen eines Dramas oder einer Komödie Tränen verdrücken.

🔎 Frauen weinen mehr als Männer? Das zeigen zahlreiche Studien und Umfragen. Zum einen kann das am unterschiedlichen Hormon-Haushalt liegen: Die ersten Geschlechtsunterschiede in Bezug auf das Weinen gibt es nämlich in der Pubertät, bei der Mädchen einen erhöhten Prolaktinspiegel haben - ein Hormon, durch das die Hemmschwelle fürs Schluchzen sinkt. Weinen ist auch Erziehungssache: In westlichen Kulturen halten Männer oft lieber ihre Tränen zurück. Denn je nach Erziehung und sozialem Umfeld gilt das Tränenvergießen als Schwäche

Im Video: Tränen-Seminar in Japan

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Häufige Fragen zu Tränen und Weinen 

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