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Krankheitsüberträger

Zecken schon jetzt aktiv: Wie gefährlich sind sie und wie schützt man sich?

  • Aktualisiert: 18.03.2024
  • 17:41 Uhr
  • Galileo

Zecken sind mittlerweile fast das ganze Jahr über ein Problem. Sobald die Temperaturen steigen, werden die lästigen Blutsauger besonders aktiv. Wie du dich schützt, was du bei einem Biss tun solltest und wie gefährlich Zecken wirklich sind.

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Das Wichtigste in Kürze zum Thema Zecken

  • Zecken gehören zur Klasse der Spinnentiere und der Unterklasse der Milben. Das erkennst du an den acht Beinen. Es gibt zwei große Familien: die Schildzecken und die Lederzecken

  • Alle Zecken sind Parasiten, so wie auch Läuse. Sie ernähren sich von Blut. Weltweit sind etwa 900 Zeckenarten bekannt, davon in Deutschland über 19.

  • Viele Arten übertragen Krankheiten wie FSME, Borreliose oder Babesiose.

  • Die meisten Zecken leben auf Wiesen, im Gebüsch oder im Wald. Einige Arten lauern auf einer Pflanze und heften sich an den Wirt, sobald er in ihre Nähe kommt. 

Die Zecke im Steckbrief

  • Systematik: Die Zecke gehört zum Stamm der Gliederfüßler, zum Unterstamm der Kieferklauenträger, zur Klasse der Spinnentiere und zur Ordnung der Zecken.
  • Wissenschaftlicher Name: Ixodida
  • Größe: 1 bis 6 Millimeter; vollgesogenen: bis 12 Millimeter
  • Gewicht: Vollgesogen bis zum 200-fachen Ausgangsgewicht
  • Alter: 2 bis 5 Jahre
  • Aussehen: schwarz, braun, rot
  • Ernährung: Blut (hämatophag)
  • Verbreitung und Lebensraum: weltweit in Wäldern und Wiesen
  • Schlaf-Wach-Rhythmus: tagaktiv
  • natürliche Feinde: Fadenwürmer, Vögel, Ameisen, Igel, Spitzmäuse und einige Pilzarten
  • Geschlechtsreife: artspezifisch
  • Paarungszeit: ganzjährig
  • Sozialverhalten: Einzelgänger
  • Vom Aussterben bedroht: Nein
Zecke sucht auf der Haut nach einer Biss-Stelle.
Zecke sucht auf der Haut nach einer Biss-Stelle.© Getty Images / Ladislav Kubeš
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Zecke: Lebensweise und Vorkommen

🌱 Vorkommen: Zecken lieben es überall dort, wo ihre Wirts-Arten leben. In Deutschland ist der Gemeine Holzbock die am häufigsten vorkommende Zeckenart. Er ist von der Küste bis zum Gebirge überall anzutreffen. Zecken fühlen sich in dichten, niedrigen Strauch- und Krautzonen wie in Wäldern, Wiesen und Fluss-Auen und an Waldrändern besonders wohl. Dort finden sie ein feuchtes Kleinklima und sind vor Wind und Sonne geschützt.

🌞 Zecken brauchen Außentemperaturen von mindestens zehn Grad Celsius und eine hohe Luftfeuchtigkeit, um aktiv zu sein und nicht auszutrocknen. Ähnlich wie viele Schlangen verfallen sie im Winter in eine Art Starre. Feuchte Sommer und milde Winter fördern die Zeckendichte, damit könnte auch der Klimawandel in den letzten Jahren das vermehrte Auftreten von Zecken verursacht haben.

🧗‍♀️ Zecken klettern bis zu 1,5 Meter hoch auf Gräser und Büsche und warten dort auf ein vorbeikommendes Opfer. An Erschütterungen, Körperwärme, Schweißgeruch oder Atemluft nehmen sie herannahende Säugetiere wahr und lassen sich von ihnen abstreifen. Dann krallen sie sich mit ihren starken Krallen an Haut, Fell oder Kleidung des Opfers fest. Anschließend suchen sie eine geeignete Stelle, an der sie zustechen können und je nach Entwicklungsstadium drei bis sieben Tage lang Blut saugen. Wenn sie vollgesogen sind, lassen sie sich vom Wirt abfallen.

Die Nahrung der Zecke

🩸 Zecken ernähren sich vom Blut des Wirts. Sie brauchen das Blut, um sich von der Larve über die Nymphe zur erwachsenen Zecke zu entwickeln und um sich später fortpflanzen zu können.

🧑 Als Wirtstiere eignen sich alle warmblütigen Tiere: Säugetiere, Vögel und Menschen.

📅 Sie können bis zu einem Jahr auf ein geeigneten Wirt warten, ohne in dieser Zeit Nahrung aufzunehmen.

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Gedanken zur Zecke

Zecken Aussehen: So erkennst du sie

🔍 Solange die kleinen Zecken kein Blut gesaugt haben, sind sie oft nur ein bis zwei Millimeter groß, die Weibchen sind meist etwas größer als die Männchen. Nach einer Blutmahlzeit nimmt das Körpergewicht um das 100- bis 200-fache zu und die Tiere werden deutlich größer.

⚫ Der Körper der Zecke besteht aus zwei beweglichen Abschnitten, die gegeneinander abgesetzt sind: dem Körper und dem winzigen, fast schwarzen Kopf mit Mundwerkzeugen.

🎈 Zur Nahrungsaufnahme saugt die Zecke das Blut direkt in ihren dehnbaren Darm. Dieser besteht aus vielen Anhängen und dehnt den Körper zu einem fingernagelgroßen Ballon auf.

🛡️ Auf dem Rücken der Zecken sitzt ein Chitin-Schild, der von feinen Poren-Kanälen durchzogen ist. Sie dienen als Drüsen oder Sinnesorgan - hier ist sich die Forschung noch uneinig. Bei den weiblichen Zecken ist der Schild deutlich kleiner und schwächer ausgeprägt.

✂️ Die Mundwerkzeuge sind perfekte Stech- und Saugapparate: Die Zecke schneidet ein Loch in die Haut und führt ein Saugrohr ein, wodurch sie Blut saugen kann.

4️ Unterhalb der Mundwerkzeuge sind vier winzige schwarze Beinpaare angeordnet.

💨 Zwischen den Beinpaaren an der Unterseite des Körpers befinden sich die sogenannten Tracheen: winzige Öffnungen, durch die die Zecken atmen.

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Zeckenarten: Diese Zecken kommen in Deutschland am häufigsten vor

🌳 In Deutschland werden die meisten Menschen vom Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) gestochen. Er ist die häufigste Zeckenart in Deutschland.

🧐 Der Gemeine Holzbock lauert im Garten, Wald, Park und auf Wiesen. Er befällt Tiere und Menschen - und kann die gefährlichen Krankheiten FSME und Borreliose übertragen.

🌍 Erst vor einigen Jahren entdeckten Forscher:innen in Deutschland eine neue Zeckenart, die möglicherweise auch FSME übertragen kann: Ixodes inopinatus. Ursprünglich stammt die Art aus dem Mittelmeer-Raum.

🐕 Viele andere deutsche Zeckenarten befallen vor allem Tiere, etwa die Auwaldzecke, Igelzecke, Schafszecke, Taubenzecke oder die braune Hundezecke.

⛄ Wird es im Winter sehr kalt, fallen Zecken in eine Winterruhe. Dies ändert sich durch die Erderwärmung. Ab etwa sieben Grad Celsius werden Zecken aktiv, ihr Aktivitätsmaximum liegt zwischen 15 und 25 Grad Celsius.

Der in Deutschland stark verbreitete Gemeine Holzbock wird bis zu vier Millimeter groß. Sein Körper ist rotbraun mit einem dunklen Rückenschild.
Der in Deutschland stark verbreitete Gemeine Holzbock wird bis zu vier Millimeter groß. Sein Körper ist rotbraun mit einem dunklen Rückenschild. © picture alliance/blickwinkel/R. Sturm

Larve, Nymphe, Adult: Die Entwicklungsstadien der Zecke

Noch klein und braun sticht die Zecke zu. Später fällt sie als silberne oder weiße Zecke ab, wenn sie mit Blut gesättigt ist. Bei männlichen Schildzecken ist dies nach wenigen Tagen der Fall, da sie das Blut nur zur eigenen Ernährung benötigen.

Weibliche Schildzecken saugen bis zu mehreren Wochen. Sie brauchen das Blut zur Ernährung und Ei-Bildung. Durch das Blut können sie das Hundertfache an Gewicht zulegen und bis zu drei Zentimeter anschwellen.

Lederzecken saugen nur Minuten bis Stunden an einem Wirt - dafür aber öfter.

Die abgefallenen, vollgesogenen Weibchen suchen am Boden eine geschützte Stelle und legen dort bis zu 20.000 Eier. Das kann Tage dauern. Danach stirbt das Weibchen.

Aus den Eiern schlüpfen winzige, oft weißliche Larven mit sechs Beinen. Diese suchen einen Wirt und saugen ein paar Tage Blut. Später häuten sie sich und werden zu Nymphen mit acht Beinen.

Viele der Nymphen, die sich bei uns im Sommer oder Herbst gehäutet haben, suchen erst im Frühjahr einen neuen Wirt. Bis dahin fallen sie wegen der Kälte in ein Ruhestadium. Hat die Nymphe später genug Blut gesaugt, häutet sie sich und wird zum erwachsenen (adulten) Tier.

Die Entwicklungsstadien der Zecke. Von links: ein erwachsenes Weibchen, ein erwachsenes Männchen, eine Nymphe und eine Larve.
Die Entwicklungsstadien der Zecke. Von links: ein erwachsenes Weibchen, ein erwachsenes Männchen, eine Nymphe und eine Larve.© picture alliance/KEYSTONE GAETAN BALLY
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Die weiße Zecke: Woher kommt ihre Farbe?

Viele Zecken sind bräunlich gefärbt. Doch wenn sie Blut saugen und ihr Körper dadurch immer mehr anschwillt, werden sie weiß. Bei braunen und weißen Zecken handelt es daher nicht unbedingt um andere Arten, sondern um einen anderen Saugstatus.

Eine weiße Zecke ist keine eigene Zecken-Art. Saugt sich eine Zecke mit Blut voll, ändert sich ihre Farbe zu Weiß oder Silber.
Eine weiße Zecke ist keine eigene Zecken-Art. Saugt sich eine Zecke mit Blut voll, ändert sich ihre Farbe zu Weiß oder Silber.© picture alliance/WILDLIFE/Harms

Ist die weiße Zecke bedenklich für Hunde?

Weiße Zecken bei Hunden sind ebenso wie bei Menschen keine neue Zeckenart, sondern einfach eine vollgesogene Zecke. Hunde können durch Zecken verschiedene Krankheiten bekommen.

Einige Schildzecken etwa übertragen nach rund 48 bis 72 Stunden Babesien. Diese Parasiten führen zur Babesiose: Blutzellen werden zerstört. Es kommt zu Blutarmut, Atemnot, Leberschäden, Nierenversagen und letztendlich zum Tod. Auch Menschen können daran erkranken.

Dunkle und weiße Zecken bei Hunden können gefährlich sein.
Dunkle und weiße Zecken bei Hunden können gefährlich sein.© Getty Images

Sind weiße Zecken gefährlich?

Stunden, Tage oder Wochen hängen Zecken am Wirt und saugen Blut. Dabei werden sie immer größer, schwerer und weißer. Im Vergleich zu braunen Zecken sind weiße Zecken daher nicht per se gefährlicher.

Bei einigen Krankheiten wie Borreliose macht es allerdings einen Unterschied, wie lange die Zecke Blut saugt: Je länger sie saugt, desto größer ist das Risiko, dass die Borrelien ins menschliche Blut gelangen.

Die weiße Zecke in Australien kann tödlich sein

Die weiße Zecke Ixodes holocyclus ist in Australien beheimatet und ist sehr gefährlich.
Die weiße Zecke Ixodes holocyclus ist in Australien beheimatet und ist sehr gefährlich.© picture alliance/NHPAAvalon.red/Paulo de Oliveira

Die weiße Zecke Ixodes holocyclus überträgt verschiedene Krankheiten. Sie kommt in Australien vor. Doch damit nicht genug: Beim Stich wird auch ein Gift übertragen. Dieses kann die sogenannte Zeckenparalyse mit Lähmungen auslösen. Schreiten die Lähmungen bis zur Atemmuskulatur vor, kann man an Atemstillstand sterben. Australien beherbergt auch ein anderes Tier, das zwar gruselig aussieht, jedoch harmlos ist: den Dornteufel.

10 erstaunliche Zecken-Fakten

🚽 Mit Wasser haben Zecken kein Problem: Bis zu drei Wochen können sie unter Wasser leben. Sie überleben selbst den Weg durch die Toilette oder den Waschbecken-Abfluss in die Kanalisation.

🧊 Zecken können in extremer Kälte überleben, selbst im Eisfach. Um sie sicher zu beseitigen, sollten sie bei -20 Grad Celsius für mindestens 24 Stunden eingefroren werden.

💧 An der Kleidung anhaftende Zecken überleben sogar eine Wäsche samt Schleudern bei 40 Grad Celsius in der Waschmaschine. Erst durch eine 60-Grad-Wäsche werden sie sicher abgetötet.

🏠 Zecken sind anpassungsfähig und können auch in der Wohnung lange Zeit überleben. Dabei entspricht diese überhaupt nicht dem bevorzugten Lebensraum: Die Luft ist zu trocken und schützende Gräser oder Laub fehlen.

❄️ Die Winterruhe ist kein "Muss" für die Zecken: Nur wenn es kalt ist, verstecken sie sich im Winter und verharren in Winterstarre. Im Zuge der globalen Erwärmung sind immer mehr Zecken mittlerweile ganzjährig aktiv.

⛰️ Vom Meer bis in die Berge: Zecken wurden mittlerweile selbst in Höhen von mehr als 1.500 Metern gesichtet.

👶 Das Zeckenweibchen legt im Durchschnitt etwa 3.000 Eier, es können sogar bis 20.000 sein. Die Eier werden durch eine Wachsschicht geschützt und verbunden, viele Eier zusammen werden auch "Zeckenkaviar" genannt.

🦷 Zecken beißen nicht, sondern stechen, sodass der Zeckenbiss korrekterweise als Zeckenstich bezeichnet werden muss. Sie verletzen mit ihrem Mundwerkzeug die Haut, stecken ihren Saugrüssel in die Wunde und saugen Blut.

💀 Das Zeckenmännchen ist kleiner als das Weibchen und seine Lebensaufgabe ist es, das Weib­chen zu be­gat­ten. Dazu klet­tert es un­ter den Bauch des Weib­chens, wäh­rend die­ses auf ei­nem Wirt sitzt und Blut saugt. Das Männ­chen stirbt nach der Paarung.

🐦 Zu den na­tür­li­chen Fein­den von Ze­cken zäh­len zahl­rei­che Vo­gel­ar­ten, Amei­sen, Igel, Spitz­mäu­se und einige Pilzarten. Auch Spin­nen­tie­re, Fa­den­wür­mer und Wes­pen verspeisen Zecken.

Wann sind Zecken gefährlich?

Ein Zeckenstich an sich ist nicht gefährlich, allerdings kann die Zecke Krankheiten übertragen, die für den Menschen gefährlich sind. Dabei werden die Krankheitserreger aus dem Darm oder den Speicheldrüsen der Zecke über den Stech-Apparat auf den Wirt übertragen. Je länger eine Zecke saugt, desto größer ist die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern.

Dagegen kannst du dich am besten schützen, indem du einen Zeckenstich vermeidest beziehungsweise am Körper haftende Zecken zügig entfernst. In Deutschland sind der Gemeine Holzbock und die Auwaldzecke die am häufigsten vorkommenden Zeckenarten. Sie können verschiedene Krankheitserreger übertragen.

FSME und Borreliose: Was ist der Unterschied

So unterscheiden sich FSME und Borreliose.
So unterscheiden sich FSME und Borreliose.© Galileo

Zecken als Krankheitsüberträger: FSME, Borreliose & Co.

  • Die Lebensweise der Zecken ermöglicht es ihnen, Krankheitserreger auf den Wirt zu übertragen, ohne dass sie dabei selbst an der Krankheit erkrankt sind. Es gibt keine andere parasitische Tiergruppe, die so viele verschiedene Krankheitserreger überträgt. Krankheiten wie Borreliose, FSME, Babesiose, Ehrlichiose, Rickettsiosen oder Neoehrlichiose betreffen auch den Menschen.
  • FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Infektionserkrankung, die durch Viren ausgelöst wird. 2023 gab es in Deutschland laut dem RKI 527 Fälle. FSME verursacht zunächst oft grippeähnliche Symptome. Später kann es zu einer lebensgefährlichen Hirnhautentzündung kommen.
  • Zecken mit FSME-Viren gibt es in immer mehr Regionen Deutschlands. Zu den Risikogebieten zählen Bayern, Baden-Württemberg, Süd-Hessen, Südost-Thüringen und Sachsen. Zudem gibt es einzelne Risikogebiete in Mittel-Hessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.
  • Wenn du in einem Risikogebiet lebst und oft draußen bist oder dort Urlaub verbringst, ist eine Impfung sinnvoll.
  • Borreliose wird durch Bakterien verursacht. Zecken in ganz Deutschland können sie übertragen. Laut Schätzung gibt es jährlich 40.000 bis 200.000 Neuerkrankungen: Wanderröte, Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, Müdigkeit, Nervenschmerzen, Lähmungen, Taubheitsgefühl und Gelenkentzündungen sind typische Beschwerden.
  • Eine Impfung gibt es nicht, dafür helfen aber Antibiotika, wenn man sie zeitnah einnimmt. Generell gilt: Entferne Zecken immer sofort und versuche von vornherein Zeckenbisse zu verhindern. Das minimiert dein Risiko für Borreliose, da die Bakterien erst nach zwölf Stunden in großer Menge übertragen werden.
FSME-Risikogebiete in Deutschland
FSME-Risikogebiete in Deutschland© Galileo

Zeckenbiss Symptome: So erkennst du einen Biss

Ein Zecke steckt in der Haut.
Ein Zecke steckt in der Haut.

🔴 Ein Zeckenstich ruft oft Unsicherheit und Angst hervor. Aber nicht jeder Zeckenstich ist gefährlich, denn nicht immer werden Krankheitserreger übertragen. Eine Rötung der betroffenen Hautstelle kann - muss aber nicht - auf eine Infektion hindeuten, andererseits kann auch ohne Rötung eine Infektion vorliegen.

⏳Da Zecken beim Einstich ein Betäubungsmittel absondern, bleibt der Stich oft unbemerkt. Eine auftretende Rötung verschwindet schnell wieder und tritt erst viele Tage später mit weiteren Symptomen erneut auf.

Zeckenbiss: Bei diesen Anzeichen solltest du zu einer Ärztin oder zu einem Arzt

  • Ein juckender Zeckenstich deutet meist auf eine Infektion hin. Das kann eine ungefährliche, durch Bakterien ausgelöste Entzündung sein, aber auch auf eine Borreliose hindeuten. Eine Borrelien-Infektion wird häufig durch Fieber und eine kreisrunde Rötung an der Einstichstelle, die erst Tage bis Wochen nach dem Stich auftritt und in Ausmaß und Färbung stark variiert, begleitet.
  • Treten ein bis zwei Wochen nach dem Stich grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen auf, solltest du unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, da dies Anzeichen für eine FSME sein können.
  • Bei nicht eindeutigen Anzeichen oder Symptomen solltest du im Zweifelsfall unbedingt ärztlichen Rat einholen. Eine Ärztin oder ein Arzt entfernt die Zecke professionell und prüft, ob eventuell Borreliose, FSME oder andere Erkrankungen vorliegen.
  • Beim Entfernen der Zecke kann es vorkommen, dass Teile des Körpers in der Haut steckenbleiben. Meistens ist das nicht der Kopf der Zecke, sondern nur Teile des Stechapparates und die Fremdkörper werden irgendwann von alleine abgestoßen. Treten dagegen Rötungen oder Entzündungen auf, solltest du eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Zecken entfernen: So geht's!

Diese Hautstellen ziehen Zecken besonders an

👉 Je nach Entwicklungsstadium saugt die Zecke unterschiedlich lang: als Larve zwei bis vier Tage, als Nymphe drei bis fünf Tage und als Adulte sechs bis acht Tage. Um während der Saugzeit vom Wirt ungestört zu sein, sucht die Zecke sich eine möglichst geschützte Stelle auf dem Wirt aus.

👂Zecken stechen beim Menschen oft am Haaransatz, an den Ohren, am Hals, den Achseln, in der Ellenbeuge, am Bauchnabel, im Genitalbereich oder in der Kniekehle. Sie suchen sich auch gerne den geschützten Bereich unter einem Uhrenarmband oder im Hüftbereich unter der aufliegenden Hose aus.

💉 Nachdem sich eine Zecke auf dem Wirt festgesetzt hat, läuft sie auf dem Körper umher, um eine passende Stichstelle zu finden. Das kann eine Stunde oder länger dauern.

Zeckenbiss: Das musst du beachten

⏱️ Wenn du eine Zecke auf deinem Körper entdeckst, ist schnelles Handeln angesagt. Denn je länger die Zecke von deinem Blut saugt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Krankheitserregern.

🕵️ Wenn du viel draußen bist und durch Wälder oder Wiesen streifst, solltest du deinen Körper regelmäßig nach Zecken absuchen.

🧰 Trage geeignetes Werkzeug zum Entfernen einer Zecke immer bei dir, beispielsweise eine Zeckenzange oder eine Zeckenkarte. Wenn du eine Zecke entdeckst, kannst du sie direkt entfernen.

🕧 Um Borreliose-Bakterien zu übertragen, muss die Zecke zwölf bis 24 Stunden an deinem Blut saugen.

💧 FSME-Viren werden direkt nach dem Zeckenstich übertragen, denn das Virus befindet sich in den Speicheldrüsen der Zecken.

Zecke entfernen: So geht's richtig!

Ein Arzt entfernt eine Zecke mit einer Zeckenzange.
Ein Arzt entfernt eine Zecke mit einer Zeckenzange.© AdobeStock

Schnelles Handeln ist angesagt: Entferne die Zecke so schnell wie möglich, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
👉 Achte darauf, das Tier komplett zu entfernen, um eine spätere Entzündung zu vermeiden.
👉 Verwende möglichst geeignetes Werkzeug zum Entfernen der Zecke: eine Zeckenzange oder Zeckenkarte oder auch eine Pinzette.
👉 Greife die Zecke möglichst nahe an der Hautoberfläche, niemals am vollgesogenen Körper.
👉 Ziehe sie nun langsam und gerade aus der Haut am Zeckenbiss, ohne die Zecke zu drehen. Desinfiziere anschließend die Wunde.
👉 Verzichte auf die zweifelhaften Hausmittel wie Öl oder Klebstoff, womit die Zecke beträufelt werden soll: Damit wird sie nur unnötig gereizt und kann Infektionserreger abgeben.

Wenn kein geeignetes Werkzeug und Desinfektion zur Hand sind, solltest du versuchen, die Zecke mit dem Fingernagel zu entfernen, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern.

Weitere Tipps:

  • Verzichte auf die Anwendung von Alkohol, Benzin oder Nagellack-Entferner, damit lassen sich Zecken nicht entfernen. Sie reizen die Tiere und erhöhen so das Risiko der Übertragung von Erregern.
  • Bitte eine andere Person um Hilfe, wenn die Zecke an einer schwer erreichbaren Stelle sitzt.
  • Saugende Zecken sind manchmal schwer zu packen, verliere nicht die Geduld, wenn mehrere Versuche zur Entfernung notwendig sind.
  • Suche deinen Körper regelmäßig und komplett nach Zecken ab, auch wenn du bereits ein Tierchen gefunden hast. Dein Körper kann auch mehrere Zecken gleichzeitig mit Blut versorgen.
  • Desinfiziere die Haut nach dem Entfernen einer Zecke mit Desinfektion, Alkohol oder einer jodhaltigen Salbe.
  • Suche eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn sich nach einem Zeckenbiss eine Rötung an der Einstichstelle ausbreitet oder nicht zurückgeht. Das gilt auch bei einer anschwellenden, schmerzenden, heißen oder pochenden Einstichstelle.
  • Wenn du dir nicht sicher bist, wie du eine Zecke richtig entfernst, suche im Zweifelsfall eine Ärztin oder einen Arzt auf.

So schützt du dich vor einem Zeckenstich

🧦 Trage im Wald und Garten lange Kleidung. Auf hellem Stoff sind Zecken besonders schnell erkennbar. Stecke die Socken in die Hose.

🌿 Meide dort, wo Zecken leben, den Kontakt mit hoher Vegetation am Wegesrand und verlasse bei Spaziergängen im Wald oder Park nicht die Wege.

💧 Verwende Zeckenschutz-Mittel. Die schützen jedoch nur rund ein bis drei Stunden und müssen immer wieder neu aufgetragen werden.

🕵️‍♂️ Suche nach einem Spaziergang deinen Körper nach Zecken ab. Zecken bevorzugen dünne, warme Hautstellen. Untersuche deswegen besonders Arme, Kniekehlen, Hals, Kopf und den Intimbereich. Je früher du die Zecke entfernst, desto geringer ist dein Risiko für Borreliose.

💉 Gegen FSME kannst du dich per Impfung schützen. Das macht vor allem Sinn, wenn du in einem Risikogebiet lebst.

Zecken: Was hilft gegen Zecken bei Hund und Katze?

Um deinen Vierbeiner zu schützen, solltest du ihn nach Spaziergängen gründlich absuchen und Zecken so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange oder einem Zeckenhaken korrekt entfernen.

Vorbeugend gibt es sogenannte "Spot-on"-Präparate mit dem Wirkstoff Fipronil. Das Medikament träufelst du Hund oder Katze in den Nacken, sodass sie es nicht ablecken können.

Achtung bei Katzen: Präparate mit dem Wirkstoff Permethin sind für sie giftig. Auch ein Parasiten-Halsband ist ungeeignet. Damit kann die Mieze beim Klettern in Bäumen hängen bleiben.

Einige Tierhalter:innen schwören auf Naturheilmittel wie Bierhefe, Kokos-Öl und Schwarzkümmel-Öl. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich aber nicht nachgewiesen.

Häufige Fragen zu Zecken

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