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Zwei Wochen Nach der Katastrophe

Neues Erdbeben erschüttert Türkei und Syrien

  • Aktualisiert: 20.02.2023
  • 22:06 Uhr
  • Melissa Aschauer
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© Ahmed Deeb/dpa

Vor zwei Wochen suchten heftige Erdbeben die Menschen in der Türkei und Syrien heim. Während manche Opfer noch nicht einmal beerdigt sind, bebt die Erde erneut. Menschen rennen erneut panisch auf die Straße und retten sich aus einstürzenden Gebäuden.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein weiteres Beben suchte die Türkei und Syrien heim.

  • Das Epizentrum lag diesmal in der türkischen Provinz Hatay.

  • Menschen rannten panisch auf die Straßen; in Hatay fiel der Strom aus.

Zwei Wochen nach der Erdbebenkatastrophe in der Region hat ein weiteres Beben der Stärke 6,4 den Südosten der Türkei und Norden Syriens erschüttert. Das Epizentrum lag in der türkischen Provinz Hatay, wie die Erdbebenwarte Kandilli in Istanbul am Montag mitteilte.

Weitere Tote und Verletzte

Mindestens drei Menschen seien gestorben, 213 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden, sagte der türkische Innenminister Süleyman Soylu am Montagabend. In Syrien stürzten erneut Häuser ein, Verletzte wurden gemeldet.

Nach Angaben der türkische Katastrophenschutzbehörde Afad erschütterten zwei Beben der Stärke 6,4 und 5,8 im Abstand von drei Minuten die Region. Es habe mindestens 20 Nachbeben gegeben, sagte der türkische Vize-Präsident Fuat Oktay.

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Panische Menschen auf den Straßen

Der Sender CNN Türk berichtete, die Menschen seien in Panik auf die Straße gelaufen, zudem sei in Hatay der Strom ausgefallen. Rettungskräfte in der Stadt Antakya arbeiten laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu daran, drei unter Trümmern eingeschlossene Menschen zu befreien.

Der Bürgermeister von Hatay warnte, die Erdbebenserie sei noch nicht vorbei. Via Twitter rief er dazu auf, sich von einsturzgefährdeten Gebäuden fernzuhalten. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, das staatliche Krankenhaus in der Küstenstadt Iskenderun werde evakuiert.

Erneut eingestürzte Häuser in Syrien

Das Beben war Medienberichten zufolge auch in den umliegenden Provinzen der Türkei sowie im Norden Syriens, in Israel, im Irak und im Libanon zu spüren. In mehreren Orten nahe der Stadt Aleppo seien erneut Häuser eingestürzt, sagte eine Sprecherin der Hilfsorganisation SAMS. Darunter sei die Kleinstadt Dschindiris, die schon vor zwei Wochen stark von den Beben getroffen wurde.

Fünf Kliniken der Organisation hätten mindestens 30 Verletzte aufgenommen - darunter ein Kind mit Herzstillstand, das reanimiert werden konnte. Ob in der Türkei Häuser einstürzten, war zunächst unklar.

Die Rettungsorganisation Weißhelme teilte mit, im Nordwesten Syriens seien mehrere Städte und Dörfer betroffen. In mehreren Gebieten seien Hauswände und Balkone eingestürzt. Die Zivilschützer meldeten mehrere Verletzte unter anderem durch herunterfallende Trümmer. 

Im Clip: Türkischer Katastrophenschutz erwartet Nachbeben mit Stärke über 5,0

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Zwei Wochen seit der Erdbeben-Tragödie

Am 6. Februar hatte frühmorgens ein Beben der Stärke 7,7 die Südosttürkei und den Norden Syriens erschüttert, Stunden später folgte ein zweites schweres Beben der Stärke 7,6. Das Epizentrum lag in beiden Fällen in der südtürkischen Provinz Kahramanmaras.

Mehr als 47.000 Menschen starben, davon mehr als 41.000 in der Türkei. In vielen Provinzen in der Türkei wurden die Sucharbeiten nach Verschütteten inzwischen beendet.

Besuch aus Deutschland

Am Dienstag reisen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Innenministerin Nancy Faeser (SPD) in das von den Erdbeben vor zwei Wochen betroffene Gebiet. Die Ministerinnen wollen sich in der Region um das Epizentrum nahe der Stadt Gaziantep unweit der Grenze zu Syrien ein Bild der Lage machen, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin mitteilte.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach am Montag von einer Jahrhundertkatastrophe und bat die Menschen in Deutschland, langfristig zu helfen.

Was wir jetzt brauchen, ist ausdauernde Solidarität.

Frank-Walter Steinmeier, Gedenkveranstaltung am Brandenburger Tor

Das Ausmaß der Zerstörung lasse erahnen, dass es lange dauern werde, bis die Überlebenden regelmäßig mit dem Nötigsten versorgt seien.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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