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Burn-out durch Klima-Aktivismus

Letzte-Generation-Aussteiger: Musste wegen psychischer Belastung aufhören

  • Aktualisiert: 19.03.2024
  • 09:15 Uhr
  • Nelly Grassinger
Symbolbild: Mit einem Meißel und einem Stemmeisen wird ein Stück Straße herausgebrochen, an dem sich ein Mitglied der Letzten Generation festklebt.
Symbolbild: Mit einem Meißel und einem Stemmeisen wird ein Stück Straße herausgebrochen, an dem sich ein Mitglied der Letzten Generation festklebt.© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Er brach sein Studium ab, um Vollzeit für die Letzte Generation aktiv zu sein - dann steigt Moritz Riedacher aus. Der Klima-Protest habe ihn "psychisch kaputt gemacht".

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Protest der Letzten Generation stößt in Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis.

  • Aggressive Reaktionen von Autofahrer:innen brachten Moritz Riedacher offenbar unter anderem dazu, bei der Klima-Protest-Gruppe aufzuhören.

  • Der ehemalige Vollzeit-Aktivist sprach jetzt in einem "Bild"-Interview darüber, welche Auswirkungen der Klima-Protest auf seine mentale Gesundheit hatte.

Zwei Jahre lang ist Moritz Riedacher für die Letzte Generation an Protesten beteiligt und wird sogar zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt. Laut "Bild" musste der 27-Jährige dann wegen Burn-out aus der Klimagruppe aussteigen. Er habe zu dem Zeitpunkt bereits an 60 Straßenblockaden teilgenommen gehabt und sich 25-mal aus Protest festgeklebt.

Im Video: Das ist die neue Strategie der Letzten Generation

Letzte Generation-Aussteiger berichtet von "unkontrollierter Wut" gegen Protestierende

Grund für seinen Ausstieg seien aber weder die Gerichtsverfahren noch ein Meinungswandel. Gegenüber "Bild" erklärt der Stuttgarter: "Die ständigen aggressiven Reaktionen von Autofahrern haben mich psychisch und mental immer mehr belastet. Dazu kam noch die Erschöpfung aufgrund der vielen Reisen durch ganz Deutschland." Bei den Protesten der Letzten Generation habe er extreme Erfahrungen gemacht. "Bei einer Straßenblockade im vergangenen September attackierte mich ein Autofahrer mit Pfefferspray und trat nach mir. Ich bekam einfach nicht mehr den Mut zusammen, mich solch unkontrollierter Wut auszusetzen", so Riedacher.

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Im Winter 2023 habe er dann den Schlussstrich gezogen und sich professionelle Hilfe gesucht, um das Erlebte zu verarbeiten. "Lange Zeit dachte ich, ich könnte das wegstecken. Doch es fiel mir immer schwerer, zur Ruhe zu kommen. In vielen Nächten bekam ich kein Auge zu. Wenn ich mal einschlief, schreckte ich aus Albträumen hoch."

Vom Klima-Protest auf der Straße in die Politik

Die Amtsgerichte in Stuttgart, Heidelberg und Heilbronn verurteilten Riedacher zu mehrmonatigen Haftstrafen, im Oktober sei laut "Bild" in diesem Zusammenhang ein Berufungsprozess angesetzt. Der Spitzname "Bettel-Moritz" wurde dem ehemaligen Klima-Aktivisten angehängt, nachdem er versucht hatte, Geldstrafen über einen Spendenaufruf bei "GoFundMe" zu begleichen.

Die Ziele der Letzten Generation unterstütze Moritz Riedacher allerdings weiterhin. Sein Zukunftsplan sei es nun, für die Tierschutzpartei bei der Stuttgarter Gemeinderatswahl im Juni 2024 zu kandidieren.

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  • Verwendete Quellen:
  • "Bild.de": "Klima-Protest hat mich psychisch kaputt gemacht"
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