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Bücher-Zensurgesetz

DeSantis-Gesetz: Jetzt ist selbst Shakespeare an Floridas Schulen auf dem Index

  • Veröffentlicht: 06.07.2023
  • 16:34 Uhr
Das DeSantis Bücher-Zensurgesetz in Florida führt zu großer Sorge. Wenn Lehrer:innen „schädliche“ Bücher nicht aussortieren, droht Gefängnis.
Das DeSantis Bücher-Zensurgesetz in Florida führt zu großer Sorge. Wenn Lehrer:innen „schädliche“ Bücher nicht aussortieren, droht Gefängnis. © AP

Das erinnert an eine andere, sehr dunkle Zeit: In Florida herrscht im Jahre 2023 ein restriktives Bücherverbotsgesetz. Schulbeamte sind angehalten, Lektüren auf deren sexuellen Inhalt hin zu überprüfen - das führte bereits zur Verbannung oder Indexierung von über 150 Büchern aus einem großen Schulbezirk im Raum Orlando, Florida. Darunter auch viele Klassiker - Shakespeares Sommernachtstraum gehört nun zu den eingeschränkten Werken.

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Die unter dem republikanischen Gouverneur Ron DeSantis verabschiedeten staatlichen Buchverbotsgesetze haben in ganz Florida für leere Regale gesorgt. Es scheint irreal, was da vor sich geht: Lehrkräfte müssen Bücher nach bestimmten Kriterien bewerten und im schlimmsten Fall komplett aus dem Lehrplan streichen. Die Florida-Richtlinien sind Teil einer landesweiten Welle von Buchverboten, wie der "Independent" berichtet.

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Das Gesetz ist entmutigend und frustrierend

Dem "Orlando Sentinel" vertraute sich eine Lehrerin an, nachdem sie geradezu verblüfft war, dass Shakespeares Sommernachtstraum zu den eingeschränkten Werken gehören soll. Generell wähle sie Werke zum Lesen für ihre Schüler aus, "um meine Schüler zu motivieren, ihnen Literatur anzubieten, die sie zum Nachdenken anregt". Auch, wenn in den Büchern sexuelle Themen enthalten seien, die sie trotzdem als geeignet für das Klassenzimmer einschätzt. "Es ist einfach so frustrierend und entmutigend", sagte sie. 

Laut PEN America, einem US-amerikanischen Autorenverband, versuchten Schulbeamte in der ersten Hälfte des Schuljahres 2022–2023, mindestens 874 einzelne Buchtitel einzuschränken. Dies bedeute einen Anstieg von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten von der Zensur betroffenen Bücher hätten Inhalte zu Rassismus, Diversität, Gleichberechtigung oder sexuelle Orientierung. Ebenso hat Präsidentschaftskandidat DeSantis bereits laut "Spiegel" dafür gesorgt, dass Unterricht über Geschlechtsidentität und Sexualität an allen öffentlichen Schulen verboten ist. Lehrkräften drohe sogar ein Berufsverbot, falls sie mit Teenagern über Homosexualität oder trans Menschen sprechen.

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