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Nord Stream 1 und 2

Detonationen erwiesen: Schweden und das BKA glauben an staatliche Pipeline-Sabotage

  • Veröffentlicht: 06.10.2022
  • 16:53 Uhr
  • glö
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© dpa

Der Verdacht auf Sabotage an den beiden Nord-Stream-Pipelines hat sich offenbar erhärtet. Sowohl schwedische Behörden als auch das BKA glauben an staatliches Eingreifen.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Schwedische Behörden und das deutsche BKA sehen eine Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines nun als erwiesen an.
  • Das BKA geht "insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Komplexität der Tatausführung" von staatlichen Akteuren aus.
  • Die Behörde warnt jetzt vor weiteren Sabotageaktionen.

Der Verdacht auf schwere Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines 1 und 2 hat sich nach Angaben der schwedischen Staatsanwaltschaft und des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) erhärtet. Man könne inzwischen bestätigen, dass es in schwedischen Gewässern Detonationen gegeben habe, die zu erheblichen Schäden an den Pipelines geführt hätten, teilten die Strafverfolgungsbehörde und der schwedische Sicherheitsdienst am Donnerstag (6. Oktober) in Stockholm mit.

Auch das BKA hatte Wirtschaftsvertreter laut "Spiegel" darüber benachrichtigt, dass man von einer "gezielten Sabotage der Pipelines" Nord Stream 1 und 2 ausgehe. Zwar habe man bislang keine Erkenntnisse "zur Urheberschaft der Sabotage der Nord-Stream-Pipelines", doch man gehe "insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Komplexität der Tatausführung sowie einer entsprechenden Vorbereitung" von staatlichen Akteuren aus.

Schwedische Behörden: Sehr "ernste Vorfälle"

Aus insgesamt vier Lecks an den beiden Pipelines - zwei davon in schwedischen, zwei in dänischen Gewässern - waren tagelang ununterbrochen große Mengen Gas ausgetreten. Es handele sich um sehr "ernste Vorfälle", hieß es von den schwedischen Behörden. Man werde die Entwicklungen weiter genau beobachten und alles unternehmen, um die Sicherheit Schwedens zu gewährleisten.

Bereits zuvor waren etliche Staaten von Sabotage an den Pipelines ausgegangen. Seismologische Institute in Skandinavien hatten eine Stärke von 2,3 und 2,1 gemessen, was den Organisationen zufolge "vermutlich einer Sprengladung von mehreren hundert Kilogramm" entspreche.

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BKA warnt vor weiteren Sabotageaktionen

Bei den Ermittlungen am Tatort seien laut schwedischen Behörden Teile beschlagnahmt worden, die nun weiter untersucht würden, kündigte die Staatsanwaltschaft an. Es werde sich zeigen, ob es zu einer späteren Strafverfolgung kommen werde. Die Absperrungen rund um die Lecks seien mittlerweile aufgehoben worden. Für mehrere Tage war ein fünf Seemeilen (knapp neun Kilometer) breites Gebiet für Ermittlungen für die Schifffahrt und andere Aktivitäten abgesperrt worden.

Das BKA warnt laut "Spiegel" jetzt vor weiteren Sabotageaktionen gegen kritische Infrastruktur "in quantitativ und gegebenenfalls auch qualitativ gesteigerter Form". Tiefsee-Attacken könnten sich den Staatsschützern nach auch gegen Gas- und Stromleitungen, Internetkabel oder Offshore-Anlagen richten. An Land seien LNG-Terminals und Windkraftanlagen gefährdet. Auch Cyberattacken werden vom BKA demnach nicht ausgeschlossen.

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