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Konzept und Zeitplan vorgelegt

Deutsche Bahn plant umfangreiche Streckensanierungen bis 2030

  • Aktualisiert: 09.02.2023
  • 18:29 Uhr
  • Julian Ragauskas

Die Deutsche Bahn will mit einem umfangreichen Sanierungskonzept bis 2030 das Streckennetz sanieren. Die Arbeiten sollen in einem riesigen Rutsch vonstattengehen. Das wird jedoch für viele Bahnkunden erstmal noch mehr Belastungen bedeuten.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Verspätungen und veraltete Bahnstrecken – das sind einige der großen Probleme der Bahn.

  • Das will der Konzern bis 2030 ändern – wichtige Streckenkorridore sollen in einem Rutsch abgearbeitet werden.

  • Für Fahrgäste bedeutet das zunächst für die kommenden Jahre weitere Belastungen.

Vollsperrungen, Ersatzverkehre, Umleitungen: Bevor es bei der Bahn zuverlässiger und pünktlicher zugehen kann, kommen auf die Fahrgäste in den kommenden Jahren weitere Belastungen zu. Bis 2030 will der Konzern Dutzende vielbefahrene Streckenabschnitte generalsanieren.

Strecken müssen monatelang gesperrt werden

Dafür werden die Korridore für jeweils rund fünf Monate komplett gesperrt und rundum saniert und modernisiert. Die Idee: Anstatt immer wieder mit kleinen Baustellen im laufenden Betrieb nur das Nötigste auszubessern, wird alles in einem Rutsch erledigt. Dafür soll dann für Jahre Ruhe sein und der Zugverkehr zuverlässiger fließen.

Nun hat der Konzern ein Konzept vorgelegt, wann in den kommenden Jahren welche Streckenabschnitte drankommen sollen. Mehr als 40 solcher Korridore führt die Bahn in dem Papier auf, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" berichtet. Über das Dokument diskutierten Vertreter der Bahn am Donnerstag gemeinsam mit Unternehmen und Verbänden der Branche. Schließlich sind auch die Wettbewerber im Güter- und Personenverkehr von den Baustellen betroffen und müssen Alternativen für ihre Fahrgäste und Kunden schaffen.

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4200 Kilometer und 40 Streckenabschnitte betroffen

Dem Konzept zufolge geht es um mehr als 40 Streckenabschnitte mit einer Gesamtlänge von rund 4200 Kilometern. Die ersten drei hatte die Bahn bereits bekanntgegeben: Ab Mitte 2024 wird die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim generalsaniert. Im Jahr darauf folgt die vor allem für den Güterverkehr wichtige Trasse Emmerich-Oberhausen. Auch die Strecke Hamburg-Berlin steht auf dem Programm.

Das Papier beschreibt anhand eines Szenarios, wie es weitergehen könnte: Demnach hat sich die Branche dafür ausgesprochen, sich bei den Zeiträumen an ohnehin geplanten Bauarbeiten und laufenden Projekten zu orientieren. So könnten 2026 die Abschnitte Köln-Hagen, Hamburg-Hannover und Nürnberg-Regensburg folgen. Darüber hinaus sind unter anderem vorgesehen: Köln-Dortmund-Hamm (2027), Würzburg-Nürnberg (2028), Stuttgart-Ulm (2029) und Osnabrück-Münster (2030).

Die Bahn betonte, dass eine endgültige Entscheidung über Zeitplan und Korridore mit dem Bund getroffen werden müsse.

Ich bin froh, dass wir nun mit einem konkreten Vorschlag in die weiteren Gespräche gehen können.

Infrastrukturvorstand Berthold Huber

Das teilte Infrastrukturvorstand Berthold Huber mit. "Dafür ist der Austausch mit der Branche eine wichtige Grundlage."

Die Bauarbeiten bringen einige Herausforderungen mit sich. Nicht nur muss die Bahn Umleitungsstrecken rechtzeitig auf Vordermann bringen. Es müssen auch Ersatzverkehre vor allem mit Bussen ausgeschrieben werden. Manche in der Branche äußern sich skeptisch, dass dafür überhaupt genügend Fahrzeuge sowie Fahrerinnen und Fahrer gefunden werden können.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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