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Experten-Analyse

Angst vor Machtverlust: Diesen Fehler machte Putin schon zu Beginn des Ukraine-Kriegs

  • Aktualisiert: 03.05.2023
  • 19:52 Uhr
  • Anne Funk
Laut US-Experten hat Wladimir Putin Angst vor einem internen Rivalen.
Laut US-Experten hat Wladimir Putin Angst vor einem internen Rivalen. © via REUTERS

Wladimir Putin soll laut Militär-Experten einen entscheidenden Fehler bei der Invasion der Ukraine begangen haben: Aus Angst, jemand anderer könnte die Lorbeeren für einen Sieg einheimsen, sparte er an militärisch erfahrenem Personal.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der russische Präsident glaubte an einen schnellen Sieg in der Ukraine.

  • Putin wollte höchstpersönlich als das "Mastermind" einer erfolgreichen Invasion gesehen werden.

  • Daher verzichtete er zunächst auf wichtige militärische Posten, später tauschte er sie immer wieder aus.

Die Angst des russischen Präsidenten Wladimir Putin, ein interner Rivale könnte zu mächtig werden, soll entscheidend dazu beigetragen haben, dass der Krieg gegen die Ukraine noch immer nicht zugunsten Russlands zu Ende gegangen ist. Das analysierte die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) in einem aktuellen Bericht und bezog sich dabei auf die Position des Oberbefehlshabers der russischen Armee.

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Putin glaubte an den schnellen Sieg

Die Invasion der Ukraine vor mehr als 14 Monaten habe der Kreml-Chef ohne "eine klare und doktrinäre Kommandostruktur" vorgenommen, auch hatte er damals keinen Oberbefehlshaber benannt. Vermutlich habe Putin sich selbst als "Mastermind" einer schnellen, erfolgreichen Invasion gesehen. Der Kreml sei davon ausgegangen, dass die russischen Streitkräfte Kiew in nur wenigen Tagen einnehmen werde, Putin wollte die schnelle Invasion offenbar zu seinem persönlichen geopolitischen Sieg erklären, so das ISW.

Um zu vermeiden, dass die Lorbeeren für den erwarteten Sieg womöglich einem anderen - nämlich dem amtierenden Befehlshaber - zugeschrieben werden könnten, soll der wenig militärerfahrene Putin gezögert haben, einen solchen einzusetzen.

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Führungsstil "nicht geeignet"

Erst im April 2022, nachdem Russland daran gescheitert war, Kiew einzunehmen, ernannte der Kreml-Chef mit Armeegeneral Alexander Dvornikov einen Oberbefehlshaber - doch schon im Mai wurde dieser ersetzt, da er Putins gesetzte Ziele nicht erreicht habe. Es folgte Generaloberst Alexander Chaiko auf der Position des Oberbefehlshabers, gleichzeitig wurde er zum Kommandeur des russischen östlichen Militärbezirks befördert. Immer wieder kam es seither zu zahlreichen Personalwechseln an der militärischen Spitze, stets in Abhängigkeit der aktuellen Geschehnisse. Sogar engsten Vertrauten habe Putin sein Vertrauen entzogen, wenn der Krieg nicht verlief, wie er sich das wünschte.

"Putins Vorliebe für das Auswechseln von Personal und die Nicht-Entlassung von Kommandeuren ist bezeichnend für seinen innenpolitischen Führungsstil, der für die Führung eines Militärs, das sich in einem kostspieligen Krieg befindet, nicht geeignet ist", resümiert das ISW. Er wechsle immer wieder das Personal in der Regierung, "um zu verhindern, dass eine einzelne Person zu viel politischen Einfluss erlangt, und um die Unterstützung konkurrierender Fraktionen zu erhalten".

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