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Kohle nur noch auf Platz zwei

Erneuerbare Energie: Windkraft löst Kohle erstmals als stärksten Stromerzeuger ab

  • Veröffentlicht: 07.03.2024
  • 13:37 Uhr
  • Clarissa Yigit
Die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien hat im Jahr 2023 ihren Höchststand erreicht.
Die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien hat im Jahr 2023 ihren Höchststand erreicht.© Foto: Sina Schuldt/dpa

Im Jahr 2023 wurde erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz eingespeist als aus herkömmlichen Quellen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 449,8 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und ins Netz eingespeist.

  • Der Anteil der erneuerbaren Energien lag dabei bei 56 Prozent.

  • Allein Windkraft erzeugte rund ein Drittel des Stroms.

Wind- und Wasserkraft lösen Kohle und Atom ab. So sei im Jahr 2023 allein fast ein Drittel (31 Prozent) des Stroms in Deutschland aus Windkraft erzeugt worden, berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag (7. März).

Rund 139,3 Milliarden Kilowattstunden wurden demnach im vergangenen Jahr aus Windkraft in das Stromnetz eingespeist und toppten somit den Höchstwert aus dem Jahr 2020 mit 128,7 Milliarden Kilowattstunden.

Im Video: Sturm über Norddeutschland - Windkraft sorgt für Stromüberschuss

Erneuerbare Energien übertrumpfen konventionelle

Zudem wurde im Jahr 2023 in fast allen Monaten mehr Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser und Sonne gewonnen. Der Anteil erneuerbarer Energien erreichte somit insgesamt einen Höchstwert von 251,8 Milliarden Kilowattstunden (56 Prozent der Gesamtmenge).

Dabei erreichte allein die Stromeinspeisung aus Windenergie einen Zuwachs von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und war somit mit einem Anteil von 31 Prozent (2022: 24 Prozent) der wichtigste Energieträger.

Die Stromgewinnung aus Photovoltaikanlagen stieg leicht im vergangenen Jahr auf 11,9 Prozent (2022: 10,6 Prozent).

Die konventionellen Energieträger (Kohle, Erdgas und Atomkraft) hingegen waren allesamt deutlich rückläufig. So fiel im Juni die Stromeinspeisung sogar unter den bisherigen Tiefststand vom April 2020.

Zwar lag die Stromgewinnung aus Kohle im Jahr 2023 noch auf Platz zwei. Allerdings lag der Anteil der Kohleverstromung nur noch bei 26,1 Prozent (2022: 33,2 Prozent).

Die Stromeinspeisung von Erdgas nahm um knapp 4 Prozent zu und kam somit auf einen Anteil von knapp 14 Prozent.

Durch die Abschaltung der letzten Kernkraftwerke am 15. April 2023 machte die Stromeinspeisung aus Kernenergie lediglich 1,5 Prozent aus.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 449,8 Milliarden Kilowattstunden Strom (11,8 Prozent weniger als im Jahr 2022) erzeugt und ins Netz eingespeist.

Im Video: Neuer Rekord bei klimaneutral erzeugtem Strom

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Gründe für die Zunahme der Windenergie

Die deutliche Zunahme der Windenergie erklären die Statistiker:innen damit, dass im vergangenen Jahr reichlich Wind geweht habe, ergänzt die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Zudem seien die Kapazitäten ausgebaut worden.

Da auch die Gesamtmenge des erzeugten Stroms gesunken ist, hat sich dies auch auf die Quoten ausgewirkt. Die Gründe für den geringeren Strombedarf sehen die Expert:innen in einer geringeren Nachfrage wegen schwacher Konjunktur in energieintensiven Industriezweigen sowie der Steigerung der aus dem Ausland importierten Strommenge um 40,6 Prozent (auf 69,3 Milliarden Kilowattstunden).

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Aufteilung der Stromgewinnung im Detail

Konventionelle Energieträger (44 Prozent), darunter:
  • Kohle: 26,1 Prozent
  • Kernenergie: 1,5 Prozent
  • Erdgas: 13,6 Prozent
Erneuerbare Energieträger (56 Prozent), darunter:
  • Windkraft: 31 Prozent
  • Biogas: 6,2 Prozent
  • Photovoltaik: 11,9 Prozent
  • Wasserkraft: 4,1 Prozent
  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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