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Rettung vor dem Aus?

Erste gentechnisch veränderte Banane der Welt auf dem Markt

  • Aktualisiert: 14.03.2024
  • 05:34 Uhr
  • Rebecca Rudolph
Ein Gegenmittel gegen den Pilz TR4 gibt es nicht.
Ein Gegenmittel gegen den Pilz TR4 gibt es nicht.© Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Es sieht düster aus für das zweitbeliebteste Obst der Deutschen. Ein Pilz befällt Bananenbestände weltweit. Doch Forscher:innen haben mithilfe gentechnischer Methoden eine resistente Sorte entwickelt. Kann das die Bananenkrise verhindern?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Pils namens TR4 befällt weltweit Bananen und sorgt für große Probleme in der Branche.

  • Es existiert kein Gegenmittel gegen diesen Pilz.

  • Ein Forschungsteam hat jetzt aber eine gentechnisch veränderte Variante der Cavendish-Bananen entwickelt.

Wenn TR4 zuschlägt, sind Bananenbauern oft machtlos, während die Pflanzen auf ihren Plantagen langsam sterben. Es existiert kein Gegenmittel gegen diesen Pilz. Jedoch hat ein Forschungsteam eine gentechnisch veränderte Variante der Cavendish-Bananen entwickelt, die heute hauptsächlich für den Export angebaut werden.

Diese Variante ist gegen TR4 resistent und wurde vor kurzem in Australien für den menschlichen Verzehr zugelassen. Ist QCAV-4 die Rettung für die bedrohte Bananenindustrie weltweit? "Ich glaube, dass das die Lösung sein wird", sagt der Pflanzenpathologe Remco Stam von der Christian-Albrechts-Universität Kiel.

Im Video: Bananen - Gesundes Obst oder giftige Pestizidherde?

TR4 wird auch als Panamakrankheit bezeichnet

Die Krankheit, die durch den Pilz Fusarium oxysporum TR4 verursacht wird und die Stauden der Cavendish-Banane befällt, wird als Panamakrankheit bezeichnet. Die Cavendish-Banane ist die unangefochtene Spitzenreiterin unter den Handelssorten weltweit. In Deutschland halten Cavendish-Bananen einen Marktanteil von etwa 99 Prozent, wie Andreas Brügger, Geschäftsführer des Deutschen Fruchthandelsverbands (DFHV), bestätigt. Außerdem sind sie bei Obstkäufer:innen sehr beliebt: "Üblicherweise an zweiter Stelle nach dem Apfel." Im Jahr 2022 hätten Haushalte nach Auswertung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) pro Kopf sogar etwas mehr Bananen als Äpfel gekauft.

Expert:innen zufolge ist einer der Hauptgründe wohl der Preis: Trotz des weiten Transports in Kühlschiffen sind Bananen in Supermärkten oft unschlagbar günstig. Dies liegt einerseits an den vergleichsweise niedrigen Produktionskosten in den Hauptlieferländern in Süd- und Mittelamerika. Andererseits werden Bananen von Supermärkten oft als eine Art gelbes Werbebanner genutzt: Sie gehören zu den Produkten, die häufig gekauft werden und bei denen es wenig Produktvielfalt gibt - ideal für leicht vergleichbare Lockangebote.

Ein Kilo Bananen sei oft deutlich billiger als ein Kilo deutsche Äpfel, sagt Brügger. "Und man weiß, was man kriegt, es gibt vergleichsweise wenige Unterschiede bei Qualität und Geschmack." Der jährliche Netto-Import nach Deutschland liege derzeit bei etwa einer Million Tonnen.

Im Video: CRISPR - EU will Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft erleichtern

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Stam: Pilz kann weder vollständig zurückgedrängt noch dauerhaft eingedämmt werden

Obwohl sich TR4 (Tropical Race 4) seit etwa 1990 von Südostasien aus in Cavendish-Anbaugebieten ausbreitet, ist bisher kein signifikanter Preisanstieg zu verzeichnen. Dies liegt vor allem daran, dass den entscheidenden Produzenten in Lateinamerika viel daran gelegen ist, dem Pilz Herr zu werden. Ecuador, Kolumbien, Costa Rica und Guatemala zählen zu den größten Bananenexporteuren der Welt und wehren sich vehement gegen die Ausbreitung der Pilzkrankheit.

Letztlich ist Stam überzeugt, dass der Pilz aber weder vollständig zurückgedrängt noch dauerhaft eingedämmt werden kann. Einmal in einer Plantage ausgebrochen, lässt sich TR4 nicht mehr kontrollieren.

Der Pilz überlebt im Boden mehrere Jahrzehnte.

Remco Stam, Pflanzenpathologe

Ganze Plantagen abzugraben sei keine praxisnahe Lösung und der Einsatz immenser Mengen Fungizide im Boden nicht wünschenswert.

  • Verwendete Quelle:
  • Nachrichtenagentur dpa
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