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Immobilien-Flop

Fäkalien per Post: Jens Spahn verkauft Villa für 5,3 Millionen Euro

  • Aktualisiert: 16.02.2023
  • 17:16 Uhr
  • Clarissa Yigit
Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke haben sich von ihrer gemeinsamen Villa im Berliner Stadtteil Dahlem getrennt.
Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke haben sich von ihrer gemeinsamen Villa im Berliner Stadtteil Dahlem getrennt.© Foto: Gregor Fischer/dpa

Aus der Traum vom Eigenheim – zumindest von der Traumvilla, denn der ehemalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sein Ehemann Daniel Funke haben ihr Anwesen im Berliner Nobelviertel Dahlem verkauft. Gründe für diesen Schritt könnten neben Postsendungen mit Fäkalien aber auch Belagerungen vor dem Haus gewesen sein.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sein Ehemann Daniel Funke verkauften ihre Villa im Berliner Stadtteil Dahlem.

  • Rund 5,3 Millionen Euro erhielten die beiden für das Anwesen.

  • Sie mussten somit einen Verlust von circa 200.000 Euro verschmerzen.

Der ehemalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sein Ehemann Daniel Funke verkaufen ihre Villa im noblen Berliner Stadtteil Dahlem. Diese hatten die beiden erst im Juli 2020 – mitten in der Corona-Pandemie – erworben. Für den Kauf kassierte der CDU-Politiker enorme Kritik – insbesondere wegen des stattlichen Kaufpreises in Höhe von 4,125 Millionen Euro und der Frage nach der Finanzierung, wie "T-online" schreibt.

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Gründe für den Verkauf

Auf eine Anfrage von "T-online" bestätigt Spahn: "Ja, wir haben das Haus verkauft" und ergänzt: "Der Kauf damals war der falsche Zeitpunkt mitten in der Pandemie." So sei aus dem erhofften Rückzugsort ein Unruheherd geworden, wie Spahn beschreibt. Es stünden bis heute Demonstranten und Schaulustige vor dem Haus. "Regelmäßig kommt anonyme Post, erst kürzlich wieder ein Paket mit Fäkalien", sagt Spahn. 

Auch die Berichterstattung des Magazins "Der Spiegel" unter dem Titel "Der Schatz vom Attersee" könnte mit zur Verkaufsentscheidung des Anwesens beigetragen haben. Damals gingen die "Spiegel"-Reporter der Frage nach, ob ein Kauf der Villa lediglich aufgrund einer größeren Erbschaft von Daniel Funkes Vater getätigt werden konnte. Hierzu wurden ausführliche Recherchen im privaten Umfeld Funkes durchgeführt, erläutert "T-online".

Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) planen Spahn und sein Ehemann den Auszug für Mitte des Jahres.

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80 Prozent des Kaufpreises waren geliehen

In Unterlagen, die "T-online" vorlägen, wurde auch die Finanzierung aufgeschlüsselt. So hätte das Haus samt Kaufpreis, Renovierung und Kaufnebenkosten rund 5,5 Millionen Euro effektiv gekostet.

Circa 80 Prozent der Kosten für den Hauskauf, die umfangreiche Renovierung, Makler, Nebenkosten und Steuern finanzierten der 42-jährige Spahn und sein 41-jähriger Mann über Kredite. Lediglich eine Million Euro (ungefähr 20 Prozent) steuerten die Beiden aus dem Verkauf einer Wohnung und Aktiengewinnen mit bei. Mithilfe eines Maklers habe das Ehepaar die Villa nun für 5,3 Millionen Euro verkauft – also rund 200.000 Euro weniger.

"Finanziell hatten wir uns gestreckt. Da geht es uns nicht anders als vielen anderen, die sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. Die Inflation tut ihr Übriges", meint Spahn gegenüber “T-online".

Spahn klagte damals gegen Berichterstattung

Gegen Teile der damaligen Berichterstattung ging Spahn bereits juristisch vor. In dieser wurden unter anderem der Kaufpreis und Einzelheiten des Immobiliengeschäfts veröffentlicht. Allerdings unterlag der CDU-Politiker und musste die Veröffentlichung des Kaufpreises akzeptieren.

"Unser Glück hängt nicht an einem Haus. Deshalb haben wir uns für einen klaren Schnitt entschieden", resümiert der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag im Gespräch mit “T-online" abschließend.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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