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Kritik an Klimaaktivistin

Gerade erst aus Auszeit zurück: Palmer schreibt Brandbrief an Neubauer

  • Veröffentlicht: 05.07.2023
  • 08:50 Uhr
  • Alicia Müller

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat direkt nach seiner vierwöchigen Auszeit einen Brief an die Klimaaktivistin Luisa Neubauer geschrieben. Darin kritisiert er deren Vorschläge massiv. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Direkt nach seiner Auszeit meldet sich Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer in einem Brief an Luisa Neubauer zu Wort.

  • Er kritisiert darin die Klimaaktivistin und wirft ihr einen "Frontalangriff auf das westliche Wohlstandsmodell" vor. 

  • Der Ex-Grünen-Politiker trat im Mai nach kontroversen Aussagen aus der Partei aus und verordnete sich eine vierwöchige Pause.

Kaum zurück aus der selbst verordneten Amtspause sorgt Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer gleich wieder für Wirbel - mit einem missbilligenden Brief an Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Palmer war am vergangenen Freitag an seinen Arbeitsplatz in der schwäbischen Universitätsstadt zurückgekehrt - nach vier Wochen Pause, die er sich nach einem Eklat rund um seine Aussagen am Rande einer Migrationskonferenz Ende April selbst verordnet hatte.

Nach Rückkehr: Palmer schreibt Neubauer

Palmer bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag (4. Juli), dass er am Tag der Wiederaufnahme seiner Arbeit das seitenlange Schreiben an Neubauer verfasste, das der dpa vorliegt und am Mittwoch in der "Welt" abgedruckt werden sollte.

Palmer bezieht sich darin auf eine Rede der "Fridays-for-Future"-Aktivistin, die sie im Rahmen ihrer "Tübinger Mediendozentur" gehalten hatte. Er hält ihr die Kritik an einem "fossilen" Lebensstil vor. Dies sei "nichts anderes als ein Frontalangriff auf das westliche Wohlstandsmodell".

Der ehemalige Grünen-Politiker verweist darauf, dass menschlicher Fortschritt in entscheidenden Lebensbereichen nicht ohne die Nutzung "einfach und günstig verfügbarer fossiler Energiequellen" möglich gewesen wäre. Neubauer wirft er vor, einen falschen Ansatz in der Klimapolitik zu verfolgen und damit eine "neue Gegnerschaft" heraufzubeschwören.

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Tübigens OB warnt vor Klima-Totalitarismus

"Wenn wir das Klima retten wollen, dann kann das nur gelingen, indem wir einen universalistischen Ansatz wählen, also ein Modell entwickeln, das tatsächlich so attraktiv ist, wie der von Ihnen so bezeichnete fossile Lebensstil, nur eben ohne CO2-Emissionen", schreibt der Oberbürgermeister laut "T-Online" weiter. Konkrete Lösungen bot er im Brief dazu nicht an.

Palmer warnte die Klimaaktivisten auch: "Nur ein Anliegen über alles zu stellen, birgt logisch die Gefahr, ins Totalitäre abzurutschen." Den Hang zum Totalitären beobachte er zwar nicht bei Neubauer selbst, jedoch bei den Aktivisten der "Letzten Generation". Neubauer äußerte sich zunächst nicht zu Palmers Schreiben.

Palmer-Auszeit nach kontroversen Äußerungen

Mit Äußerungen etwa zur Flüchtlingspolitik sorgte Palmer immer wieder für Kontroversen und sah sich Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Im April erntete er bei einer Flüchtlingskonferenz in Frankfurt am Main auf die Äußerung "Das ist nichts anderes als der Judenstern“ starke Kritik. Zuvor wurden "Nazis raus"-Rufe ihm gegenüber laut.

Weggefährten und Parteifreunde wandten sich daraufhin von ihm ab, Palmer entschuldigte sich anschließend dafür, dass der Eindruck entstanden sei, er würde den Holocaust relativieren. Er kündigte eine Auszeit an, um "genug Abstand zu gewinnen und Kraft zu schöpfen". Nach der Eskalation um seine umstrittenen Äußerungen war er auch bei den Grünen ausgetreten.

Palmer ist seit 2007 Oberbürgermeister in Tübingen. Bundesweites Aufsehen und Anerkennung brachten aber auch sein Management während der Corona-Pandemie sowie seine kommunale Umweltpolitik.

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