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Putin trifft Nordkorea-Diktator

Kim Jong Un offenbar bereits im Panzerzug nach Russland - Kreml bestätigt Treffen

  • Veröffentlicht: 11.09.2023
  • 16:50 Uhr
  • Lena Glöckner
Kim Jong Un im gepanzerten Zug seiner Familie.
Kim Jong Un im gepanzerten Zug seiner Familie.© AP

Nur selten reist Kim Jong Un ins Ausland. "In den kommenden Tagen" wird er nun aber laut Kreml auf Einladung von Putin in Russland erwartet. Sein Panzerzug hat offenbar schon abgelegt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Kim Jong Un ist offenbar zu seinem Treffen mit Wladimir Putin im russischen Wladiwostok aufgebrochen.

  • Die Begegnung könnte bereits am Dienstag stattfinden.

  • Kim reiste in seinem gepanzerten Sonderzug in den Nordosten seines Landes, wo Nordkorea ein kurzes Grenzstück mit Russland teilt.

Nun steht fest: Russlands Präsident Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen sich in Wladiwostok. Moskau hat ein geplantes Treffen zwischen den beiden bestätigt. "Auf Einladung von Russlands Präsident Wladimir Putin wird der Staatsratsvorsitzende der Demokratischen Volksrepublik Korea Kim Jong Un in den nächsten Tagen Russland einen offiziellen Besuch abstatten", teilte der Kreml am Montag (11. September) auf seiner Homepage mit. Auch Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA bestätigte ein baldiges Treffen.

Im Video: Waffengeschäfte? Kim Jong Un plant wohl Treffen mit Putin in Russland

Medien hatten bereits zuvor berichtet, dass Kim in Pjöngjang seinen Panzerzug Richtung Grenze bestiegen habe. Obwohl es offiziell noch keine Details gibt, wird darüber spekuliert, dass Putin und Kim sich beim Wirtschaftsforum in Russlands Fernostmetropole Wladiwostok treffen werden. Das Forum hat am Sonntag (10. September) begonnen und dauert noch bis Mittwoch (13. September). Zunächst wurde der Mittwoch als mögliches Datum für die Zusammenkunft der beiden Staatsführer genannt, allerdings könnte das Treffen bereits am Dienstag stattfinden, berichtete der südkoreanische Fernsehsender YTN unter Berufung Regierungskreise.

Planen Kim und Putin einen Waffendeal?

Über ein Treffen der beiden wurde bereits seit längerer Zeit berichtet. Die US-Regierung hatte in den vergangenen Monaten mehrfach gewarnt, dass Russland Waffensysteme in Nordkorea für die Fortführung seines Angriffskriegs gegen die Ukraine kaufen könnte. US-Vize-Präsidentin Kamala Harris sprach von einem großen Fehler. Für Nordkorea und Russland würde ein solcher Austausch von Waffen und Technologie eine weitere Isolation bedeuten, sagte sie. Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, drohte, Nordkorea werde innerhalb der internationalen Gemeinschaft einen Preis dafür zahlen, wenn es Russland mit Waffen versorge.

Tatsächlich ist der russische Angriffskrieg in der Ukraine für Moskau wesentlich langwieriger, kostspieliger und verlustreicher als im Kreml ursprünglich geplant. Obwohl die Rüstungsindustrie im Hochbetrieb arbeitet, kann die eigene Produktion die Verluste an Waffen und Munition nicht kompensieren. Deswegen soll Russland bereits im Iran Drohnen des Typs Shahed gekauft haben.

Nordkorea wiederum gilt seit geraumer Zeit als möglicher Lieferant gerade für Artilleriemunition und Raketen, denn Pjöngjang hat sich auf die Modernisierung sowjetischer Waffensysteme spezialisiert. Auf der Gegenseite könnte Russland seinem Nachbarn Hilfe bei seinem Atomprogramm leisten und auch in wirtschaftlichen Fragen. Ein weiteres Feld wäre humanitärer Hilfe.

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Kim war vor vier Jahren bereits in Wladiwostok

Als Vorbote der Kim-Visite galt der Besuch des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu im August in Pjöngjang anlässlich der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Endes im Koreakrieg. Die nordkoreanische Führung feiert den 1953 geschlossenen Waffenstillstand als eigenen Sieg. Bei Schoigus Besuch waren bereits Absprachen zu einer stärkeren militärischen Zusammenarbeit getroffen worden.

Kim war erst einmal in Russland, vor vier Jahren. Im April 2019 besuchte er, ebenfalls mit seinem Panzerzug, Wladiwostok. Bei den Gesprächen mit Putin ging es damals um das nordkoreanische Atomprogramm und die Verstärkung der wirtschaftlichen Kooperation. Konkrete Ergebnisse gab es dabei allerdings nicht.

Wladiwostok liegt an der Pazifik-Küste Russlands und ist nur 130 Kilometer von der Grenze zu Nordkorea entfernt. Nach Moskau sind es rund 6.500 Kilometer. Während des Kalten Krieges hatte die Regierung in Moskau die kommunistische Führung in Pjöngjang unterstützt. Nach dem Ende der Sowjetunion im Jahr 1991 kühlten sich die Beziehungen angesichts des Umbruchs in Russland allerdings ab. Heute gilt China als das Land mit dem stärksten Einfluss auf Nordkorea.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Nachrichtenagentur Reuters
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