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Unesco-Weltkulturerbe?

Kolumbien: Bergung des Schiffswracks "San José" geplant – samt Goldschatz 

  • Veröffentlicht: 22.12.2023
  • 13:17 Uhr
  • Clarissa Yigit
Im Rumpf der "San José“, einem Schiff, das 1708 in der Karibik unter ging, vermuten Forscher:innen einen milliardenschweren Schatz (Symbolbild).
Im Rumpf der "San José“, einem Schiff, das 1708 in der Karibik unter ging, vermuten Forscher:innen einen milliardenschweren Schatz (Symbolbild).© REUTERS/Baz Ratner

In einem im Jahr 1708 versunkenen Schiff in der Karibik vermuten Forscher:innen, Gold- und Silbermünzen, Smaragde und andere wertvolle Fracht zu finden. Kolumbien beabsichtige nun, mit ersten Bergungsversuchen im April oder Mai 2024 zu beginnen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Kolumbien beabsichtigt ein vor über 300 Jahren in der Karibik versunkenes Schiff zu bergen.

  • Offiziell heißt es seitens des kolumbianischen Kultusministeriums, dass es sich um eine wissenschaftliche Expedition handele.

  • Allerdings werde ein milliardenschwerer Goldschatz im Innern der versunkenen Galeere erwartet.

Kolumbien plane, die "San José" – ein Schiff, das im Kampf mit britischen Schiffen im Jahr 1708 in der Karibik gesunken ist – zu bergen. Grund für die Aktion sei ein milliardenschwerer Goldschatz, schreibt "The Guardian".

Allerdings befürchten Kritiker:innen, dass die Bergung "dem kulturellen Erbe des Landes schaden könnte."

Im Video: Riesiger Schatz mitten im Vulkan entdeckt

Das hofft Kolumbien zu finden

Je nach Meeresbedingungen solle bereits im April oder Mai 2024 mit der Bergung der "San José" – die oftmals auch als der "heilige Gral der Schiffswracks" bezeichnet werde – begonnen werden, kündigte der kolumbianische Kultusminister Juan David Correa an, wie "The Guardian" berichtet.

Es handelt sich um ein archäologisches Wrack, nicht um einen Schatz.

Juan David Correa, Kultusminister Kolumbien

"Es handelt sich um ein archäologisches Wrack, nicht um einen Schatz", zitiert "The Guardian" Correa nach einem Treffen mit dem kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro. Zudem sicherte Correa zu, dass es sich um eine wissenschaftliche Expedition handele.

Allerdings werde vermutet, dass in dem ursprünglich 45 Meter langem und 14 Meter breitem Wrack rund elf Millionen Gold- und Silbermünzen, Smaragde und andere wertvolle Fracht lagert. Diese stamme vermutlich aus den von Spanien kontrollierten Kolonien. Insgesamt könnte im Innern des gesunkenen Schiffes ein Schatz im Wert von mehreren Milliarden Dollar liegen.

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Streitigkeiten um Bergung

Das im Jahr 2015 geortete Wrack – dessen genaue Lage Staatsgeheimnis sei – habe bereits seit seiner Entdeckung rechtliche und diplomatische Streitigkeiten verursacht.

So habe die kolumbianische Regierung ihre Pläne zur Hebung des mit 64 Kanonen bewaffneten Schiffes bereits im Jahr 2018 wieder aufgegeben. Grund waren Streitigkeiten mit einer kommerziellen Bergungsfirma, die aufgrund eines Abkommens mit der kolumbianischen Regierung – die aus den 1980er Jahren stammten – einige Bergungsrechte beansprucht habe, ergänzt "T-online".

Zudem hätten neben Kolumbien auch die USA und Spanien sowie eine Firma, namens Glocca Morra, Rechte an dem versunkenen Schiff angemeldet. Glocca Morra behauptet, die "San José" entdeckt zu haben und fordert daher die Hälfte des Schatzes ein, ergänzt "T-online" unter Berufung auf die "New York Times".

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Unesco Kulturerbe?

Allerdings forderte nun die Kulturbehörde der Vereinten Nationen Kolumbien auf, das Wrack nicht kommerziell zu nutzen.

"Die kommerzielle Ausbeutung des kolumbianischen Kulturerbes zuzulassen, widerspricht den besten wissenschaftlichen Standards und internationalen ethischen Grundsätzen, wie sie insbesondere in der Unesco-Konvention zum Unterwasserkulturerbe festgelegt sind", habe zudem ein Unesco-Expertengremium zum Schutz des Unterwasserkulturerbes in einem Brief an Kolumbien geschrieben.

Zudem habe Kolumbien das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UN) nicht unterzeichnet. Somit sei das Land internationalen Standards unterworfen und müsse die Unesco über seine Pläne mit dem Wrack informieren.

Es gebe keine Zweifel, dass es sich tatsächlich um die "San José" handele, denn Untersuchungen der Kanonen hätten die Echtheit des Schiffes belegt. Zudem hätten Forscher:innen bereits gut erhaltene Bronzekanonen, Keramik- und Porzellanvasen sowie persönliche Waffen gefunden.

Die Bergung des Schiffes solle nun, so das Kultusministerium, mit einem Roboter oder einem Tauchfahrzeug umgesetzt werden. Danach solle das geborgene Material an Bord eines Marineschiffes gebracht werden.

  • Verwendete Quellen:
  • T-online: "Goldschatz soll ans Licht: Kolumbien will Wrack der "San José" heben"
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