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Festnahme

Kreml sicher: US-Journalist soll definitiv Spion sein

  • Aktualisiert: 30.03.2023
  • 17:29 Uhr
  • Stefan Kendzia
Ein Moskauer Gericht hat gegen den festgenommenen US-Journalisten Gershkovich Haftbefehl wegen angeblicher Spionage erlassen.
Ein Moskauer Gericht hat gegen den festgenommenen US-Journalisten Gershkovich Haftbefehl wegen angeblicher Spionage erlassen. © Alexander Zemlianichenko/AP

Der in Russland wegen Spionageverdachts festgenommene US-Journalist soll nicht ohne Grund inhaftiert worden sein. Laut Kremlsprecher Dmitri Peskow sei er "auf frischer Tat ertappt" worden. Der Beweis für die Spionagetätigkeit des "Wall Street Journal"-Korrespondenten sei also bewiesen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

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Evan Gershkovich, ein Korrespondent der renommierten Tageszeitung "Wall Street Journal", sei mit Recht vom russischen Geheimdienst FSB in Jekaterinburg festgenommen worden. Man habe ihn auf frischer Tat ertappt, wie er gegen Russlands militärisch-technischen Komplex spioniert haben soll, wie Dmitri Peskow im staatlichen Rundfunk mitteilte. Das betreffende Gebiet in Jekaterinburg gilt als eine der Hochburgen der russischen Rüstungsindustrie.

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Festnahme ist "besorgniserregend"

Peskow gibt sich selbstbewusst in der Aussage, Beweise für die Spionagetätigkeiten eines US-Journalisten zu haben. Gleichzeitig nutzt er die Gelegenheit, sein Land einmal mehr als Opfer des Westens zu positionieren: Er hoffe nicht, dass es nun Repressionen gegen russische Journalisten in den USA gebe, wie Peskow sagte. Der Kremlsprecher bekräftigte seine Aussage, indem er in Erinnerung ruft, dass Repressionen gegen russische Journalisten nicht sein dürften, "weil es in dem Fall (der Festnahme von Gershkovich) - ich wiederhole es - nicht um einen Verdacht geht, sondern darum, dass er auf frischer Tat ertappt wurde".

Außenamtssprecherin Maria Sacharowa nutzt die Festnahe ebenfalls, um Russlands Position zu verteidigen. Schließlich wirft sie westlichen Korrespondenten allgemein vor, unter dem Deckmantel des Journalismus gegen Russland zu spionieren.

Das "Wall Street Journal" dementiert unterdessen alle Vorwürfe gegen Gershkovich und fordert seine sofortige Freilassung. Die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" nannte die Festnahme "besorgniserregend" und mahnt, dass "Journalisten nicht zur Zielscheibe werden dürfen".

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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