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Ukraine-Krieg

Meloni in Kiew: Selenskyj mit scharfer Kritik an Berlusconi

  • Aktualisiert: 22.02.2023
  • 09:07 Uhr
  • Max Strumberger

Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi macht Wolodymyr Selenskyj für den Krieg und das Leid der Ukraine verantwortlich. Diese Äußerungen überschatteten jetzt den Besuch der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni in Kiew.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Giorgia Meloni hat der Ukraine die Unterstützung Italiens zugesichert.

  • Die italienische Ministerpräsidentin war am Dienstag in Kiew und sprach dort mit Wolodymyr Selenskyj.

  • Der konnte sich Kritik an Melonis Koalitionspartner Silvio Berlusconi nicht verkneifen.

Bei einem Treffen mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi scharf ihren Bündnispartner Silvio Berlusconi kritisiert. Berlusconis Haus werde "nicht täglich mit Raketen bombardiert", bemerkte Selenskyj am Dienstag (21. Februar) laut "n-tv.de".

"Und Gott sei Dank ist sein Partner aus Russland nicht mit einem Panzer in seinen Hof gefahren und hat seine Familie und Freunde nicht zerstört."

Der ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der bekanntermaßen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin befreundet ist, hatte öfters mit pro-russischen Äußerungen für Empörung gesorgt. Unter anderem gab der 86-jährige Berlusconi Präsident Selenskyj die Schuld an der Eskalation des Kriegs, der "Zerstörung des Landes" und den vielen Toten, wie die Deutsche Presse-Agentur vergangene Woche berichtete.

Meloni sichert Ukraine Unterstützung zu

Ministerpräsidentin Meloni sicherte auf der gemeinsamen Pressekonferenz der Ukraine die volle Unterstützung Italiens zu.
"Italien hat nicht die Absicht zu wanken", zitierte "n-tv.de" die ultrarechte Politikerin bei dem Besuch in Kiew. Sie sei gekommen, um "die volle Unterstützung Italiens für die Ukraine angesichts der russischen Aggression zu bekräftigen", so Meloni.

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US-Präsident Joe Biden ist überraschend zu einem Besuch in der Ukraine eingetroffen - und das zu einem besonders symbolträchtigen Zeitpunkt.

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Meloni war am Dienstag von Polen kommend nach Kiew gereist. Dort fuhr sie zunächst in den Vorort Butscha, wo russische Truppen zu Beginn des Angriffskriegs vor einem Jahr Massaker an Zivilisten verübt hatten. Zusammen mit Bürgermeister Anatolij Fedoruk besuchte sie dort die orthodoxe Kirche, wie die italienische Regierung mitteilte. Begleitet von Generalstaatsanwalt Andrij Kostin legte sie Blumen im Gedenken an die Opfer nieder.

Meloni in Butscha und Irpin

Danach besichtigte Meloni den Vorort Irpin und sah dort die Schäden der russischen Bombenangriffe. Die erste Reise Melonis nach Kiew war schon länger erwartet worden. Am Montag war sie in Warschau mit Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki und Präsident Andrzej Duda zusammengetroffen. Sie hatte nach Angaben ihres Amtssitzes auch mit US-Präsident Joe Biden nach dessen Rückkehr aus Kiew telefoniert.

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Meloni hatte sich schon im Wahlkampf 2022 für die Ukraine stark gemacht. Dagegen taten sich ihre beiden Koalitionspartner - Matteo Salvini von der rechten Lega und Berlusconi von der konservativen Forza Italia - immer wieder mit prorussischen Äußerungen hervor.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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