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Empfehlung der Pflegekommission

Mindestlohn in der Pflege soll nächstes Jahr deutlich erhöht werden

  • Veröffentlicht: 30.08.2023
  • 11:38 Uhr
  • Stefan Kendzia
Der Mindestlohn in der Pflege soll deutlich steigen: Im kommenden Jahr sollen Pflegekräfte mindestens 16,10 Euro pro Stunde erhalten.
Der Mindestlohn in der Pflege soll deutlich steigen: Im kommenden Jahr sollen Pflegekräfte mindestens 16,10 Euro pro Stunde erhalten.© Danny Gohlke/dpa

Der Pflegebereich ist chronisch unterbesetzt, leidet unter Nachwuchsmangel und gehört aus unterschiedlichen Gründen nicht zu den attraktiven Berufen. Jetzt sollen Pflegekräfte in der Altenpflege einen höheren Mindestlohn erhalten. Ab 2024 sollen dann im Schnitt mindestens 14 Prozent mehr pro Stunde drin sein.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Pflegebereich leidet extrem unter Nachwuchs und einem gewaltigen Mangel an Fachkräften.

  • Jetzt sollen Pflegekräfte endlich einen höheren Mindestlohn erhalten. Dieser werde ab 2024 schrittweise angehoben.

  • Insgesamt sind von der Anhebung des Lohns rund 1,3 Millionen Beschäftigte in der Pflege betroffen.

Während der Corona-Pandemie ist die Diskussion um die Löhne von Pflegekräften erneut aufgekommen. Getan hat sich seither nur wenig. Statt homöopathischer Einmalzahlungen als Anerkennung soll nun eine deutliche Steigerung der Mindestlöhne in der Altenpflege kommen: Ein Minimum von 16,10 Euro soll ab kommendem Jahr gezahlt werden - auf Empfehlung der Pflegekommission.

Im Video: Sorge um Fachkräftemangel - weniger Auszubildende in der Pflege

Sorge um Fachkräftemangel: Weniger Auszubildende in der Pflege

Höchste Zeit für höhere Löhne

Es wurde höchste Zeit: In Anbetracht eines extremen Nachwuchsproblems und Fachkräftemangels in der Pflege könnte eine Erhöhung des Mindestlohns ein weiteres Abwandern von Personal zumindest verringern. Zusätzlich soll eine Anhebung des Mindestlohns für rund 1,3 Millionen Beschäftigte etwas mehr Anerkennung in einem äußerst aufreibenden Arbeitsumfeld bringen: Pflegehilfskräfte sollen laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) eine Lohnuntergrenze von 16,10 Euro erhalten. Qualifizierte Hilfskräfte statt 15,25 Euro in Zukunft 17,35 Euro pro Stunde und Pflegefachkräfte 20,50 statt bisher 18,25 Euro.

Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die Pflegekräfte möglichst lange gesund, motiviert und zu guten Arbeitsbedingungen arbeiten können.

Hubertus Heil, Arbeitsminister

"Jeder, der in seiner Familie - ich habe das auch - Pflegesituationen erlebt hat, weiß, dass Pflegekräfte nicht nur hart arbeiten, sondern das auch unter sehr schwierigen Bedingungen", sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). "Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die Pflegekräfte möglichst lange gesund, motiviert und zu guten Arbeitsbedingungen arbeiten können." Ob diese von Heil vorgestellten Empfehlung einer paritätisch besetzten Kommission dafür sorgt, ob sich bei höheren Löhnen auch mehr Menschen für eine berufliche Laufbahn in der Altenpflege entscheiden, wird sich zeigen.

"Wir werden diese Mindestlohnerhöhung per Verordnung umsetzen und damit einen nahtlosen Übergang von der jetzt geltenden Verordnung zur neuen schaffen", kündigte Heil an. Diese Anhebung soll in zwei Schritten stattfinden zum 1. Mai 2024 und dann zum 1. Juli 2025. 

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Weitere Zugabe: mehr Urlaubsanspruch

Als weitere "Zugabe" können sich Beschäftigte in der Pflege über einen zusätzlich bezahlten Urlaub über den gesetzlichen Urlaubsanspruch hinaus freuen: Neun Tage pro Kalenderjahr sollen es mehr werden bei einer Fünf-Tage-Woche.

Was für die einen eine positive Nachricht ist, ist für die andere Seite eine Bedrohung: Die Arbeitgeber in der Pflege befürchten hohe finanzielle Belastungen, so "Tagesschau". Die Erhöhung stelle "das Äußerste des Leistbaren für die ohnehin massiv belasteten Betriebe" dar, so Rainer Brüderle, Vorsitzender des Pflege-Arbeitgeberverbands (bpa).

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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