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Unzufriedenheit mit Wirtschaftspolitik

Note "mangelhaft" für Industriestandort Deutschland

  • Veröffentlicht: 30.12.2023
  • 10:58 Uhr
  • Michael Reimers

Unternehmen in Deutschland stellen der Wirtschaftspolitik der aktuellen Bundesregierung ein desaströses Zeugnis aus. Die Standortbedingungen im Land werden als "mangelhaft" beurteilt und damit deutlich schlechter als bei der letzten Umfrage vor drei Jahren.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine aktuelle Befragung von 2.200 deutschen Unternehmen ergab, dass die Mehrheit unzufrieden mit der Wirtschaftspolitik ist.

  • Die Standort-Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) wird alle drei Jahre durchgeführt.

  • 2020 wurden die Rahmenbedingungen für die Industrieproduktion in Deutschland noch deutlich besser beurteilt.

Deutsche Unternehmen bewerten die aktuelle Wirtschaftspolitik schlechter denn je. Wie die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) ermittelte, attestiert die Mehrheit der befragten 2.200 Firmen der Regierung nur noch die Note "mangelhaft" für die Rahmenbedingungen der industriellen Produktion im Land.

"Stärker denn je belasten strukturelle und oft hausgemachte Probleme unseren Industriestandort. Zunehmende bürokratische Auflagen, hohe Energiekosten und langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren prägen die betriebliche Praxis", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der "Welt am Sonntag" (30. Dezember). All diese Faktoren würden von den Unternehmen mit durchschnittlich 4,8 bewertet.

Im Video: "Nicht nur Fußball verlernt": Österreichs Ex-Kanzler wettert gegen Deutschland

Standort Deutschland verliert für Industrie an Attraktivität

Die DIHK-Standortumfrage wird seit 2008 alle drei Jahre durchgeführt. 2020 hatten die Betriebe die Wirtschaftspolitik mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland noch als "ausreichend" (3,9) bewertet, drei Jahre davor sogar noch als "befriedigend" (2,9).

Fast alle der 24 abgefragten Standortfaktoren wurden aktuell von den Unternehmen deutlich schlechter eingestuft als drei Jahre zuvor. Notwendige Investitionen würden deshalb ganz unterbleiben oder im Ausland getätigt, so Wansleben weiter.

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:newstime

DIHK: Geplante Gesetze schneller umsetzen

"Das kann sich unser Land nicht leisten, wenn wir es mit der Zukunft der Industrie am Standort Deutschland und deren Transformation in Richtung Digitalisierung und Dekarbonisierung ernst meinen.“

Die Politik habe es in der Hand, das Vertrauen der heimischen Unternehmen wiederzugewinnen. So müsse der "Pakt für Beschleunigung" rasch in den Fachgesetzen umgesetzt werden. Deutlich ausgeweitet werden müsse zudem das Bürokratieentlastungsgesetz. Auch das noch ausstehende Wachstumschancengesetz müsse jetzt schnell kommen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters
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