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Jugendschutz

Schärfere Regeln für Sex- und Pornoplattformen im Netz

  • Veröffentlicht: 20.12.2023
  • 16:57 Uhr
  • Momir Takac
Sexseiten im Netz wie Pornhub werden von der EU jetzt strenger reguliert.
Sexseiten im Netz wie Pornhub werden von der EU jetzt strenger reguliert.© picture alliance / empics

Porno- und Sexseiten im Netz boomen. Jetzt verschärft die EU die Regeln. Vor allem geht es um die Sicherheit der Kinder.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Sex- und Pornoseiten im Netz haben riesige Nutzerzahlen.

  • Nicht immer sind die Inhalte legal.

  • Zum Schutz der Kinder verschärft die EU nun die Regeln für solche Plattformen.

Es verwundert nicht, dass Googles Suchmaschine weltweit im Internet am meisten besucht wird. Auch Shoppingseiten wie Amazon oder chinesische Pendants haben eine hohe Reichweite, genauso soziale Medien. Doch im Ranking des IT-Unternehmens SimilarWeb der im November 2023 meistbesuchten Seiten im Netz findet sich in den Top 20 auch Pornhub.

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Die Seite erfreut sich online großer Beliebtheit - wie auch viele andere Sexplattformen. Doch künftig gelten für sie schärfere Auflagen. Die EU-Kommission in Brüssel stufte Pornhub, Stripchat und XVideos am Mittwoch (20. Dezember) als "sehr große Online-Plattformen" unter dem neuen Gesetz über digitale Dienste (DSA) ein. Die Seiten stehen künftig auf einer Stufe mit Twitter, Tiktok, Metas Facebook und mehreren Google-Diensten.

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Sex-Plattformen wie Pornhub in EU künftig strenger reguliert

Natürlich sind Inhalte von Sex- und Pornoseiten nicht jugendfrei. Doch der Europäischen Union geht es mehr um die Bekämpfung von illegalen Inhalten. Durch die Einstufung als "sehr große Online-Plattformen" müssen große Dienste mit mehr als 45 Millionen aktiven Nutzern im Monat in der EU mehr Regeln befolgen als kleine. Für die EU-Kommission geht von ihnen ein besonders großes Risiko für die Gesellschaft aus.

Im Video: Instagram sperrt Pornhub-Account: Aus diesem Grund

Das DSA soll unter anderem sicherstellen, dass Plattformen illegale Inhalte auf ihren Seiten schneller entfernen als bislang. Nutzern wird es wiederum einfacher gemacht, solche Inhalte zu melden. Der zuständige EU-Kommissar Thierry Breton sagte am Mittwoch, die Kommission werde sicherstellen, dass die Plattformen ihren Verpflichtungen aus dem DSA nachkommen. Insbesondere gehe es darum, Sicherheit für Kinder zu gewährleisten.

Schärfere Regeln für Pornoseiten im Netz – Hohe Strafen bei Verstößen möglich

Pornhub, Stripchat und XVideos haben nun vier Monate Zeit, ihre Pflichten unter dem DSA zu erfüllen. Dazu gehört, dass sie selbst Risikobewertungen etwa zum Umgang mit illegalen Inhalten vornehmen. Hierzu zählen die Gefahr für geschlechtsspezifische Gewalt sowie der Schutz von Minderjährigen und ihrer mentalen Gesundheit. Die Berichte werden dann von der EU-Kommission geprüft.

Unternehmen dürfen auch keine Werbung auf Grundlage sensibler Daten wie politischer Einstellungen oder der sexuellen Orientierung anzeigen. Personalisierte Werbung für Minderjährige ist grundsätzlich verboten. Wer gegen die Regeln verstößt, riskiert Strafen bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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