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Anstatt von Wehrpflicht

Pistorius spricht sich für Dienstpflicht aus - und ruft zur Debatte auf

  • Veröffentlicht: 15.02.2023
  • 15:34 Uhr
  • Lena Glöckner
Pistorius spricht sich für eine Dienstpflicht aus.
Pistorius spricht sich für eine Dienstpflicht aus.© Michael Matthey/dpa

Die Verteidigung des Landes und der Katastrophenschutz sind auf den Einsatz der Bürger angewiesen. Pistorius bringt deshalb eine Dienstpflicht ins Gespräch - und ruft die Jüngeren zur Debatte auf.

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Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich für eine allgemeine Dienstpflicht in Deutschland zur Stärkung von Katastrophenschutz, Bundeswehr und Rettungsdiensten ausgesprochen. Allerdings müsse für eine politische Meinungsbildung in dieser Frage die Stimme der jüngeren Menschen gehört werden, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Ich habe mich ausdrücklich nicht für die Reaktivierung der Wehrpflicht ausgesprochen", betonte er. Vielmehr halte er die Diskussion um eine allgemeine Dienstpflicht "für wertvoll".

Im Video: Im Angriffsfall - jeder zehnte Deutsche wäre zum Kriegsdienst bereit.

Die Wehrpflicht war 2011 nach 55 Jahren unter dem damaligen CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ausgesetzt worden, was in der Praxis einer Abschaffung von Wehr- und Zivildienst gleichkam. Der russische Angriff auf die Ukraine hatte zuletzt wiederholt eine Debatte um diese Frage ausgelöst. Nach verbreitetem Verständnis wird unter dem Begriff einer allgemeinen Dienstpflicht verstanden, dass Bürger für eine gewisse Zeit einen Dienst für die Allgemeinheit leisten. Dabei könnte die Bundeswehr dann eine Option neben anderen Tätigkeiten etwa im sozialen Bereich sein.

Pistorius: "Generation, die sowieso schon schwierige Zukunft hat"

Als 62-Jähriger sei er zurückhaltend, "einer Generation, die sowieso schon eine schwierige Zukunft vor sich hat, jetzt mal eben so eine allgemeine Dienstpflicht aufzubürden", sagte Pistorius. "Was aus meiner Sicht dafür spräche? In den vergangenen Monaten ist der Eindruck entstanden, dass manche nicht die nötige Wertschätzung für Feuerwehr und Rotes Kreuz, Polizei und Bundeswehr aufbringen. Die allgemeine Dienstpflicht könnte helfen, die Menschen und die staatlichen Organisationen wieder ein Stück näher zusammenzubringen", sagte er. "Sie könnte vor Augen führen, wie wichtig diese Einrichtungen für das Funktionieren unserer Gesellschaft sind."

Pistorius äußerte sich überzeugt, dass Verteidigungsbereitschaft einerseits und Zivilschutz und Katastrophenhilfe andererseits zusammengedacht werden müssten. "Deutschland hat den Bereich Zivilschutz und Katastrophenhilfe zu lange nicht in ausreichendem Maß beachtet. Es fehlte lange an Geld für die Katastrophenhilfe, für Fahrzeuge und Ausrüstung. Alle hofften, dass man es nie braucht", sagte er. Ähnlich wie bei der Verteidigung gelte: "Die Kosten sind hoch, ohne dass man den langfristigen Nutzen unmittelbar wahrnimmt."

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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