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Kontroverse Äußerungen

Nur Mode? Alice Schwarzer wettert gegen Selbstbestimmungsgesetz

  • Veröffentlicht: 23.08.2023
  • 08:51 Uhr
  • Lisa Apfel
Das geplante Selbstbestimmungsgesetz für transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und nicht binäre Menschen  soll kommen.
Das geplante Selbstbestimmungsgesetz für transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und nicht binäre Menschen  soll kommen.© Focke Strangmann/dpa

Das Selbstbestimmungsgesetz soll es erleichtern, seinen Namen und Geschlecht anpassen zu lassen. Alice Schwarzer kritisiert das scharf.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Am Mittwoch will das Bundeskabinett das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz auf den Weg bringen.

  • Es soll den Prozess der offiziellen Geschlechtsanpassung erleichtern.

  • Deutschlands bekannteste Frauenrechtlerin,Alice Schwarzer, kritisiert das geplante Gesetz.

Am Mittwoch (23. August) will das Bundeskabinett das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz auf den Weg bringen. Damit soll künftig jeder Mensch in Deutschland sein Geschlecht und seinen Vornamen selbst festlegen und in einem einfachen Verfahren beim Standesamt ändern können.

Schwarzer: "Trans zu sein ist Mode"

Deutschlands wohl berühmteste Frauenrechtlerin Alice Schwarzer gefällt das so gar nicht. In einem am Dienstag veröffentlichen Interview mit dem "Spiegel" sagte Schwarzer, sie sehe das größte Problem vor allem darin, dass die „offensive Transideologie mittlerweile die biologischen Frauen bedroht".

"Trans zu sein ist Mode – und gleichzeitig die größte Provokation. Das macht es für Jugendliche so attraktiv", behauptete die 80-Jährige.

Weiter wetterte Schwarzer, dass Transideologen mit einem "tief rückschrittlichen Denken" eine Propagandawelle in westlichen Ländern ausgelöst hätten.

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Wissenschaft anderer Meinung

Schwarzers Ansicht nach bleibt der Mensch auch nach Hormontherapie und Geschlechtsangleichung männlich oder weiblich.

Aus Sicht vieler Wissenschaftler:innen sind die Aussagen der Journalistin jedoch falsch, wie unter anderem das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" berichtet: Die Frage nach der Geschlechteridentität sei auch biologisch längst nicht so einfach zu beantworten, wie man lange dachte.

Schwarzers Ansichten schon öfter kritisiert

Schon in der Vergangenheit war Schwarzer mit negativen Äußerungen über transgeschlechtliche Menschen aufgefallen und scharf kritisiert worden. So widersprach ihr schon im letzten Jahr der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann: "Trans ist ganz sicher weder ein Hype noch eine Modeerscheinung." Niemand mache so etwas leichtfertig oder aus Spaß, sagte Lehmann im März 2022 laut RND.

Das Selbstbestimmungsgesetz richtet sich laut Familien- und Justizministerium an transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und nicht binäre Menschen. Für Betroffene ist es bislang kompliziert, das eigene Geschlecht offiziell anpassen zu lassen.

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