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Sorge um Regime-Gegner

Putin-Kritiker Kara-Mursa nach Giftanschlägen erneut in Lebensgefahr

  • Aktualisiert: 12.07.2024
  • 08:15 Uhr
  • Damian Rausch
Wladimir Kara-Mursa, Oppositioneller in Russland, steht in einem Glaskäfig in einem Gerichtssaal.
Wladimir Kara-Mursa, Oppositioneller in Russland, steht in einem Glaskäfig in einem Gerichtssaal. © Dmitry Serebryakov/AP/dpa

Der Kreml-Gegner Kara-Mursa liegt schwer krank in einem Gefängniskrankenhaus. Großbritannien fordert seine sofortige Freilassung und medizinische Versorgung. Doch im Kreml weist man jede Verantwortung von sich.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der russische Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa befindet sich derzeit in einem Gefängniskrankenhaus

  • Großbritannien fordert die sofortige Freilassung und medizinische Behandlung für Kara-Mursa.

  • Kara-Mursa überlebte 2015 und 2017 zwei mutmaßliche Giftanschläge, die bei ihm eine Erkrankung des Nervensystems hinterließen.

Der russische Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa, einer der prominentesten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin, befindet sich derzeit in einem Gefängniskrankenhaus. Einem Bericht von T-Online zufolge liegt der 42-jährige Kara-Mursa dort seit vergangener Woche, nachdem er aus einer Hochsicherheitsstrafkolonie in der Region Omsk verlegt worden war. Der Kreml bestreitet jegliche Beteiligung und betont, dass er keine Möglichkeit habe, die Situation zu kontrollieren.

Kara-Mursa, der im April 2023 wegen "Hochverrats" und "Verbreitung falscher Informationen" über den Ukraine-Konflikt zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde, soll nach Angaben seiner Familie und seiner Anwälte gesundheitlich stark angeschlagen sein. Seine lange Haftstrafe sei eine der höchsten, die jemals gegen einen Gegner Putins verhängt wurde.

Die russische Regierung hat in ihrer typisch zynischen Art wiederholt erklärt, dass der Gefängnisdienst und nicht der Kreml für Kara-Mursas Gesundheitszustand verantwortlich sei. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow betonte: "Leider haben wir nicht die Möglichkeit, diese Situation zu beobachten, das gehört nicht zu unseren Vorrechten."

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Besorgnis über Gesundheitszustand

Kara-Mursas Frau Jewgenija hat am Mittwoch auf der Social-Plattform X über den Zustand ihres Mannes berichtet. Laut ihren Angaben konnte einer der Anwälte Kara-Mursa besuchen. Zuvor war den Anwälten der Zugang zum Krankenhaus verwehrt worden, und seit dem 2. Juli hatten sie keine Informationen über seinen Zustand erhalten.

Der Anwalt Wadim Prochorow äußerte sich besorgt: "Der Mangel an Kontakt in einer Situation, in der Lebensgefahr besteht, ist besonders besorgniserregend." Prochorow erklärte auch, dass der verweigerte Zugang zu Anwälten gegen russisches und internationales Recht verstoße. Er sagte: "Wie wir vermuten, liegt die Verantwortung für die Verweigerung des Zugangs bei Moskau – es ist unwahrscheinlich, dass das Krankenhaus selbst diese Entscheidung getroffen hat."

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Vergiftungsversuche und internationale Reaktionen

Kara-Mursa hat in der Vergangenheit zwei mutmaßliche Giftanschläge in den Jahren 2015 und 2017 überlebt. Diese Angriffe haben bei ihm eine Erkrankung des Nervensystems hinterlassen, die seine Gesundheit weiterhin beeinträchtigt. Seine Familie und seine Unterstützer sind sehr besorgt über seinen Gesundheitszustand und fordern dringend medizinische Hilfe.

Großbritannien, dessen Staatsangehörigkeit Kara-Mursa ebenfalls besitzt, hat seine sofortige Freilassung und dringende medizinische Behandlung gefordert. Kara-Mursa war im April 2022 verhaftet worden, nachdem er die russische Offensive in der Ukraine kritisiert und Sanktionen gegen den Kreml gefordert hatte. Trotz seiner Inhaftierung setzte er seine Arbeit fort und erhielt im Mai den Pulitzer-Preis für seine im Gefängnis verfassten Artikel.

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Verbindungen zu Nawalny

Kara-Mursa war auch ein enger Vertrauter des im Februar verstorbenen Kremlkritikers Alexej Nawalny. Nach Nawalnys Tod hat die Sorge um Kara-Mursa weiter zugenommen. Die Umstände seiner Verlegung ins Gefängniskrankenhaus und der eingeschränkte Zugang zu seinen Anwälten haben international Besorgnis ausgelöst und erneut Fragen über die Behandlung von Oppositionellen in Russland aufgeworfen.

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