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Russland

Putin: So kommen seine Propagandisten an Geld

  • Aktualisiert: 03.02.2023
  • 08:37 Uhr
  • Stefan Kendzia
Auch Propagantist:innen Russlands sind von Sanktionen betroffen. Einen Weg zu Geld finden sie dennoch.
Auch Propagantist:innen Russlands sind von Sanktionen betroffen. Einen Weg zu Geld finden sie dennoch. © Jens Kalaene/dpa

Es sind nicht nur Russen, die Propaganda für Putins Angriffskrieg machen. Ganz vorne mit dabei ist unter anderem die in Hamburg geborene Deutschrussin Alina Lipp. In Donezk lebend, verbreitet sie auf ihrem Kanal durchgängig russische Narrative. Inzwischen wurden ihre Bankkonten in Deutschland gesperrt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Trotz Sanktionen: Propagandist:innen finden Schlupflöcher, ihre eigene Finanzierung zu sichern.

  • Telegram bietet Spendenmöglichkeiten.

  • Gegenmaßnahmen erschweren Finanzgeschäfte zumindest deutlich.

Für Putin Werbung zu machen, scheint ein echter Ritterschlag zu sein. Zumindest für seine zahlreichen Propagandist:innen. Und Geld ist damit auch noch zu machen. Allerdings ist dieser fragwürdige Job mit Konsequenzen verbunden: Die EU versucht mit ihren Sanktionen den Putin-Anhänger:innen die Finanzierung des eigenen Lebens so schwer wie möglich zu machen. Dennoch gibt es Schlupflöcher, um das zu umgehen.

Im Video: Russlands Waffenindustrie brummt trotz Sanktionen. Wie ist das möglich?

Spenden erbeten

Wie "Tagesschau" berichtet, können Propagantist:innen wie Lipp trotz gesperrter Konten an Geld kommen. Ganz einfach per Spendenlink und einen Bot des Nachrichtendienstes Telegram, den sich die Deutschrussin auf ihrer Website hat einrichten lassen. Per Klick können so Spenden verschickt werden - allerdings sei der Link zum Spendenbot inzwischen durch den chinesischen Zahlungsdienstleister Glocal blockiert worden.

Dennoch: Über Telegram sind Zahlungsabwicklungen möglich. Josef Holnburger, Geschäftsführer des Center für Monitoring, Analys und Strategie (CeMAS) ist der Ansicht, dass Telegram sein Angebot sogar ausweitet, um Sanktionen umgehen zu können. Auch über Crypto Wallets und die Einbindung über Bitcoin oder der Telegram eigenen Währung Toncoin.

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Ein Österreicher hilft

Martin Held, ein in Russland lebender Österreicher, soll nicht nur Alina Lipp dabei helfen, Sanktionen zu umgehen, wie er selbst in einem Video mitteilt. Der Inhaber der beiden Firmen "Fancy Nerds" und "VPN Tester" sieht sich selbst als idealistischer Kämpfer gegen die Zensur. Mit einem völlig intransparenten Firmengeflecht - auch in Westeuropa - kann er trotz Sanktionen aus Russland heraus Geschäfte machen und damit Propagandist:innen unterstützen, auch weiterhin Geld zu verdienen oder an Spenden zu kommen.

Hilfe kommt für Lipp allerdings nicht nur von Held, sondern auch von Vereinen wie dem AfD-nahen Verein "Vadar" oder der Stiftung von Jewgeni Prigoschin, der "Foundation To Ballte Injustice". Lipp verwehrt sich allerdings dagegen, dass sie weder für ihre Auftritte in russischen Medien noch von genanntem Verein oder der Stiftung finanzielle Unterstützung bekomme. Und bei "Vadar" handele es sich lediglich um anwaltliche Hilfe.

Sanktionen wirken

Auch wenn es genügend Wege geben wird, um die EU-Sanktionen zu umgehen: sie wirken. Zumindest bei Lipp. Ihr deutsches Konto wurde aufgelöst, PayPal stellt ihr keine Banking-Möglichkeit mehr zur Verfügung, Spenden über das Konto ihres Vaters sind nicht mehr möglich und Zahlungen an ihr russisches Konto werden verhindert und  Überweisungen an viele russische Banken, die vom SWIFT-System ausgeschlossen wurden, können nicht mehr vorgenommen werden. Alles zusammen trifft Lipp - finanziell zumindest - empfindlich. Und viele weitere Propagandist:innen hoffentlich auch.

  • Verwendete Quellen:
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