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Waffen und Munition sehr gefragt

Rekordumsatz: So viel verdient Rheinmetall am Ukraine-Krieg

  • Aktualisiert: 17.03.2023
  • 15:23 Uhr
  • Clarissa Yigit
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat seine Umsatzzahlen des vergangenen Jahres vorgestellt. 
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat seine Umsatzzahlen des vergangenen Jahres vorgestellt. © Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn eingefahren. Grund für die enormen Einnahmen war unter anderem der Ukraine-Krieg. Nun beabsichtigt das Unternehmen sogar weitere Standorte zu bauen, um die Produktion zu erweitern.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat im Jahr 2022 rund 61 Prozent mehr Umsatz eingefahren als 2021.

  • Grund für die starke Auftragslage war unter anderem der Ukraine-Krieg.

  • Neue Produktionsstätten in Deutschland als auch im Ausland sollen folgen.

Der Ukraine-Krieg beschert dem Rüstungskonzern Rheinmetall einen Rekordumsatz. So erzielte der Konzern im Jahr 2022 unterm Strich mit rund 469 Millionen Euro 61 Prozent mehr als 2021.

Im Video: Rheinmetall will "derzeit modernsten Kampfpanzer" in der Ukraine bauen

Rekordgewinn

Zudem verkündete Konzernchef Armin Papperger am Donnerstag (16. März), dass der Erlös im Jahr 2022 auf 6,4 Milliarden Euro (13 Prozent) gestiegen sei. Der operative Gewinn vor Steuern verzeichnete einen Anstieg um 27 Prozent auf 754 Millionen Euro und die Umsatzerwartung für das laufende Jahr wird auf 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro geschätzt.

Auch der Auftragsbestand des vergangenen Jahres hat einen Rekordwert von rund 26,6 Milliarden Euro erreicht, schreibt ZDF-"heute". Außerdem wird Rheinmetall ab Montag (20. März) als eine der 40 größten deutschen Aktiengesellschaften im Dax gelistet.

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Wieso dieses enorme Umsatz-Plus?

Das Unternehmen stellt überwiegend Rüstungsgüter – also Waffen und Munition – her. Allein in diesem Bereich fuhr der Konzern im vergangenen Jahr knapp 1,5 Milliarden Euro Umsatz ein. Auf Grund des Ukraine-Krieges ist daher die Auftragslage bei Munition besonders hoch. Allein für Artilleriemunition veranschlagte die Ukraine rund eine Million Schuss. "Wir können fast die Hälfte dieser Artilleriemunition produzieren," erklärt Papperger. Eine Kapazität von aktuell 240.000 Schuss pro Jahr hätte Rheinmetall bei der Panzermunition.

Der nächste große Abnehmer sei nun die Bundeswehr, mit der das Unternehmen zur Zeit in Verhandlungen über Rahmenverträge für die nächsten acht Jahre stehe. Hier befinde sich Rheinmetall bei einem Auftragsvolumen von 380 Millionen Euro, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Rund 300 Millionen Euro sollen allein für Panzermunition anfallen, ergänzt ZDF-"heute".

Zudem liege dem Unternehmen ein Mehrjahresauftrag über die Lieferung verschiedener Munitionsarten in Höhe von 848 Millionen Euro für ungarische Streitkräfte vor.

Wo werden die Rüstungsgüter produziert?

Auf Grund der hohen Auftragslage beabsichtigt Rheinmetall in Sachsen eine neue Fertigungsanlage für Pulver und bis zu 100.000 Schuss Artilleriemunition pro Jahr zu bauen. Die Genehmigung der Bundesregierung "erwarte man in den nächsten Wochen", so Papperger.

Die neuen Bundeswehr-Kampfjets F35 sollen ebenfalls an neuen Produktionsanlagen in Deutschland hergestellt werden. Auch soll in den nächsten zwei Monaten darüber entschieden werden, ob eine mögliche Fertigung von Kampf- und Schützenpanzern direkt in der Ukraine erfolgen könne. Ebenso sei das Unternehmen in der Lage, in Ungarn den Panther-Panzer zu produzieren.

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Probleme?

Laut Papperger seien die Ausfälle beim Schützenpanzer Puma ausgeräumt. Zudem würde es auch keine Lieferschwierigkeiten bei Komponenten für Munition geben. Ebensowenig wie ein Fachkräftemangel. So hätte das Unternehmen rund 74.000 Initiativbewerbungen erhalten und davon 3.000 Leute eingestellt.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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