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Krieg in der Ukraine

Russischer Autor Jerofejew: Putin ist "bereit, die Welt zu zerstören"

  • Veröffentlicht: 17.10.2022
  • 11:40 Uhr
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© dpa

Der russische Schriftsteller Wiktor Jerofejew bezeichnet Wladimir Putin im TV als "Mensch des Krieges" und geht davon aus, dass der russische Präsident zu allem bereit ist.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Der russische Autor Wiktor Jerofejew war bei "Anne Will" zu Gast und sprach über Putin.
  • Jerofejew ist sich sicher, dass Putin alles dafür tun werde, um nicht als Verlierer dazustehen.
  • Der Machthaber sei "bereit, die Welt zu zerstören, mit sich zusammen", so der Schriftsteller.

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen fast acht Monate an. Putin musste Rückschläge hinnehmen – die ukrainische Gegenoffensive haben ihn dazu gebracht, wieder vermehrt Wohngegenden beschießen zu lassen und sogar mit dem Einsatz von Atomwaffen zu drohen. "Ist Putin noch zu stoppen?", wurde in der Talkshow "Anne Will" am Sonntagabend (16. Oktober) in der ARD diskutiert.

Der russische Autor Wiktor Jerofejew fand eine klare Antwort darauf. Seiner Meinung nach ist Putin ein "Mensch des Krieges". Der russische Präsident habe in der Vergangenheit seine Gnadenlosigkeit "im Hinterhof" gezeigt – und jetzt zeige er diese gegen das Nachbarland Ukraine. Jerofejew ist sich sicher, dass Putin alles dafür tun werde, um nicht als Verlierer dazustehen.

"Gewaltkult" herrscht in Russland

Die Angriffe Russlands seien bereits Ausdruck von Putins Verzweiflung, so Jerofejew, er würde verzweifelt immer mehr Streitkräfte mobil machen. Der russische Staat, erklärte der Literat, sei nur noch ein "Körper im Leichenschauhaus". Im Westen würde man fälschlicherweise annehmen, Putin sei ein rationaler Mensch. Das Gegenteil sei der Fall, erklärte der Schriftsteller: Der Machthaber sei "bereit, die Welt zu zerstören, mit sich zusammen".

Allerdings werde Wladimir Putin von der Mehrheit in Russland unterstützt, erklärte der 75-Jährige, der im Frühjahr 2022 von seinem Heimatland nach Deutschland auswanderte. Dieser "Gewaltkult", der in Russland herrsche, "spricht sehr viele Leute an und das müssen wir auch tatsächlich berücksichtigen. Das ist ein Elend unseres Landes", so der Autor. "Wenn ich sage, dass Russland gestorben ist, bedeutet das nicht, dass Putin das Land getötet hat."

Vielmehr sei sein Land allmählich gestorben, da man keine gemeinsamen Werte gefunden habe und in diesem Sinne auch keine Nation sei, sondern ein Volk mit archaischer Einstellung. "Der Zar ist unser Schicksal, und das Schicksal ist der Zar", so Jerofewej.

Verwendete Quellen:

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