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Rapper trifft Minister

Sido und Lauterbach: Diskussion um Cannabis-Legalisierung

  • Veröffentlicht: 28.08.2023
  • 13:56 Uhr
  • Teresa Gunsch
Karl Lauterbach (SPD, r), Bundesminister für Gesundheit, und Sido, Rapper, treffen sich zu einem Gespräch über das Thema der Cannabis-Legalisierung.
Karl Lauterbach (SPD, r), Bundesminister für Gesundheit, und Sido, Rapper, treffen sich zu einem Gespräch über das Thema der Cannabis-Legalisierung.© Fabian Sommer/dpa

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigt die beschränkte Cannabis-Legalisierung im Gespräch mit Rapper Sido. 

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Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat im Podcast-Format "KEjF.Talk" mit dem Rapper Sido die geplante Cannabis-Legalisierung in Deutschland diskutiert. Während der SPD-Politiker die Idee einer vollständigen Legalisierung skeptisch betrachtet, sieht er Vorteile in einer beschränkten Freigabe.

Laut Lauterbach wäre eine komplette Legalisierung problematisch, da es schwierig wäre, zwischen Personen, die Cannabis für den Eigengebrauch besitzen, und Dealern zu unterscheiden. "Dann würde ich ja zum Beispiel legalisieren, dass jemand ein paar Kilo Stoff am Mann trägt. Wie will ich denn dann den Dealer noch unterscheiden von demjenigen, der für sich selbst konsumiert?", so Lauterbach. Dies könnte zu einem blühenden Schwarzmarkt führen. Der Minister betont daher die Bedeutung von Regulierungen, um unkontrollierten Anbau und Verkauf zu verhindern.

Gesetzentwurf und Beschränkungen

Ein Gesetzentwurf, der vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht wurde, sieht vor, Cannabis von der Liste der verbotenen Substanzen im Betäubungsmittelgesetz zu streichen. Personen ab 18 Jahren sollen bis zu 25 Gramm Cannabis besitzen dürfen. Privater Anbau von bis zu drei Pflanzen wird ebenfalls erlaubt.

Zusätzlich sollen sogenannte Cannabis-Clubs gegründet werden, in denen Mitglieder die Droge gemeinschaftlich anbauen und untereinander austauschen können. Dabei ist eine monatliche Obergrenze von 50 Gramm pro Mitglied vorgesehen. Für 18- bis 21-Jährige gilt eine Beschränkung von bis zu 30 Gramm im Monat, wobei der THC-Gehalt maximal zehn Prozent betragen darf. Das Inkrafttreten dieser Regelungen ist für Anfang 2024 geplant.

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Gesundheitsaspekte und Jugendprävention

Lauterbach betonte, dass die Cannabis-Legalisierung für ihn auch ein Gesundheitsgesetz sei. Er sieht darin eine Gelegenheit, insbesondere junge Menschen darauf hinzuweisen, erst spät mit dem Konsum zu beginnen und in Maßen zu konsumieren. 

Mit Blick auf jüngere Leute rät Lauterbach: "Wenn ihr das macht, fangt spät damit an und macht wenig. Am besten ab 25, wenn es schon sein muss, aber auf keinen Fall in jungen Jahren." Wenn man diese Information herüberbringe, sei es schon viel wert, da viele junge Leute keine Ahnung hätten, "dass sie sich damit einen dauerhaften Nachteil reinrauchen können. Wer will das schon?"

Im Video: Scholz zur Cannabis-Legalisierung: Haben Sie schon mal einen Joint geraucht?

Sidos Perspektive

Sido brachte in der Diskussion mit Lauterbach die Bedenken junger Erwachsener hinsichtlich der Beschränkungen zur Sprache. Er äußerte die Annahme, dass gerade junge Menschen einen ungehinderten Zugang bevorzugen würden. "Ich glaube, gerade die jungen Leute wollen sich zuballern. Und da ist je mehr, desto besser", sagte der Rapper.

Lauterbach hingegen glaubt, dass die Jugendlichen klug genug seien, um sich für Qualität und Sicherheit zu entscheiden. Er erwartet, dass Cannabis in den geplanten Clubs auch kostengünstiger sein wird.

Sido begrüßte die Entwicklung hin zur Cannabis-Legalisierung und lobte Lauterbach für seinen Einsatz. Er betonte die Notwendigkeit von Aufklärungsarbeit, insbesondere im Hinblick auf den Jugendkonsum. Die beiden Gesprächspartner fanden Gemeinsamkeiten in ihren Ansichten.

Abschließend erzählte Lauterbach von seinem eigenen begrenzten Testkonsum von Cannabis, der bereits länger zurückliegt. Er beschrieb, dass die Wirkung schnell einsetzte, aber er bewusst entschieden habe, sich nicht daran zu gewöhnen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Dieser Beitrag wurde zum Teil mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
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