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Brexit

Stärkere Grenzüberwachung: Sorge um Handelsprobleme wegen Brexit-Kontrollen

  • Veröffentlicht: 20.01.2024
  • 10:01 Uhr
  • Christina Strobl
Seit dem Brexit Ende 2020 wird alles teurer in Großbritannien. Nun soll an der Grenze zur EU zusätzlich strengere Kontrollen stattfinden.
Seit dem Brexit Ende 2020 wird alles teurer in Großbritannien. Nun soll an der Grenze zur EU zusätzlich strengere Kontrollen stattfinden.© picture alliance / Michael Kappeler/dpa

Infolge des Brexits will Großbritannien seinen Grenzen künftig stärker kontrollieren: Ab dem 31. Januar sollen Importkontrollen für Tier- und Pflanzenprodukte aus der EU stattfinden.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Infolge des Brexit will Großbritannien seine Grenzen verstärkt kontrollieren.

  • Betroffen soll vor allem der Handel mit der Europäischen Union sein.

  • Experten warnen vor bürokratischem Mehraufwand sowie langen Verzögerungen.

Die britische Opposition warnt angesichts der bevorstehenden Einführung von Brexit-Kontrollen vor neuen Problemen: Diesmal sollen sie den Handel mit der Europäischen Union betreffen.

Im Video: Bereuen die Briten den Brexit? Eine Studie liefert Antworten

Wegen stärkeren Kontrollen sollen die Lebensmittelpreise erneut steigen

Laut der Deutschen Presseagentur zitierte die "Financial Times" aus einem Brief, den der Labour-Spitzenpolitiker Nick Thomas-Symonds an den stellvertretenden britischen Premierminister Oliver Dowden verfasste. Darin soll Thomas-Symonds vor Warteschlangen in Häfen, Verzögerungen bei Importen sowie ein Anstieg der Inflation, vor allem bei Lebensmittelpreisen, warnen.

Zudem müsse sich die Regierung vergewissern, ob Unternehmen und Verbraucher überhaupt auf Änderungen eingestellt seien, sowie dringende Maßnahmen ergreifen, um Unterbrechungen der Lieferketten so gering wie möglich zu halten.

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Britischen Grenzen sollen "fortschrittlichsten" der Welt werden

Ab dem 31. Januar an sollen Importkontrollen für Tier- und Pflanzenprodukte aus der EU stattfinden. Von dort an müssen Zollerklärungen vorab eingegeben und Agrar- sowie Lebensmittelexporte nach Großbritannien angemeldet werden. Experten zufolge könne dies zu bürokratischen Mehraufwand sowie langen Verzögerungen führen.

Die britische Regierung verteidigt ihre neue Grenz-Regelung jedoch und will dort mithilfe modernster Technologie die "fortschrittlichste Grenze der Welt" errichten. Aus London hieß es: "Die Änderungen, die wir einführen, werden dazu beitragen, die Sicherheit des Vereinigten Königreichs zu gewährleisten und gleichzeitig unsere Lebensmittellieferketten und unseren Agrarsektor vor Krankheiten zu schützen, die erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen würden."

Im Video: Brexit-Sonderregeln für Nordirland beschlossen

Irland schließt sich Großbritannien an

Irland will sich dem anschließen und rief Unternehmen dazu auf, sich auf Änderungen einzustellen. Das Vereinigte Königreich sei trotz des Brexits ein wichtiger Markt für Irlands Exporte, daher sei der reibungslose Übergang zu diesen neuen britischen Anforderungen für das Land sehr wichtig, mahnte Außenminister Micheal Martin. Mehr als ein Drittel der irischen Ausfuhren gehen nach Großbritannien, dem größten Markt für irische Lebensmittel, Getränke und Gartenbauprodukte.

Großbritannien war Ende Januar 2020 aus der EU ausgetreten. Seit dem 1. Januar 2021 ist das Land auch nicht mehr Mitglied der EU-Zollunion oder des Binnenmarkts. Dadurch kam es vor allem zu Beginn teils zu erheblichen Verzögerungen im Handel. Auf EU-Seite werden Importe aus Großbritannien seit drei Jahren geprüft.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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