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Trend zu Nachhaltigkeit steigt

Studie: So wichtig sind deutschen Österreich-Urlaubern nachhaltige Angebote im Tourismus

  • Veröffentlicht: 12.05.2023
  • 11:32 Uhr
  • Clarissa Yigit
23 Prozent der deutschen Urlauber:innen in Österreich seien bereit, mehr für Nachhaltigkeit zu zahlen.
23 Prozent der deutschen Urlauber:innen in Österreich seien bereit, mehr für Nachhaltigkeit zu zahlen.© Foto: Deike Uhtenwoldt/dpa

Laut einer Studie der "Österreich Werbung" seien 23 Prozent der Deutschen Österreich-Urlauber bereit, mehr für Nachhaltigkeit im Urlaub auszugeben.

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Wie wichtig ist eigentlich Nachhaltigkeit im Tourismus? Dieser Frage ging "Österreich Werbung " nach. In einer durchgeführten repräsentative Umfrage mit knapp 1.000 Teilnehmer:innen vom Februar habe das Institut nicht nur nach der Wichtigkeit von Nachhaltigkeit gefragt sondern auch um die Höhe der Aufzahlungsbereitschaft, erklärt Holger Sicking, Leiter der Tourismusforschung der "Österreich Werbung" gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Laut "Österreich Werbung" würden 43 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren ihren Urlaub möglichst ökologisch verträglich, ressourcenschonend und umweltfreundlich verbringen wollen. Für 56 Prozent spiele die Sozialverträglichkeit der Reisen eine Rolle.

Deutschland zählte mit 53 Millionen Übernachtungen im Jahr 2022 zu der wichtigsten Gästegruppe in Österreich. So sei jeder Gast statistisch bereit, im Sommer 163 Euro pro Tag auszugeben, im Winter 192 Euro, schreibt die dpa unter Berufung auf "Österreich Werbung".

Auch sei das Ergebnis der Studie übertragbar auf Bayern und die Schweiz, so Sicking.

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Das Ergebnis der Umfrage

Rund 23 Prozent der Deutschen, die in Österreich ihren Urlaub verbringen, seien somit bereit, mehr für Nachhaltigkeit zu bezahlen. Dabei seien die Gäste kritischer geworden, was auch dazu führe, dass sie "sehr wohl merkten, ob Nachhaltigkeit von den Betrieben gelebt werde oder nur ein PR-Gag sei."

Bieten Hotels beispielsweise eine regionale Küche an – hierbei würde vor allem regionale Lebensmittel mehr als Bio-Lebensmittelseien bevorzugt – seien Reisende bereit, für ein Doppelzimmer etwa 29 Euro mehr pro Nacht zu zahlen – ausgegangen von einem Grundpreis von 120 Euro.

Auch sei es für viele Gäste wichtig, mobil am Urlaubsort zu sein. "Die Gäste möchten zumindest die Option haben, ohne eigenes Auto anzureisen oder sich vor Ort ohne das eigene Gefährt zu bewegen", erklärt Herta Neiß, Tourismusforscherin an der Universität Linz.

Das Thema Abfallvermeidung – wie beispielsweise Plastikmüll als auch die Verschwendung von Lebensmitteln – spielt insbesondere bei jüngerer Touristen bis zum Alter von 30 Jahren eine entscheidende Rolle. So seien die Touristen bereit, 30 Euro pro Nacht mehr für das Doppelzimmer zu zahlen, wenn das Haus glaubwürdig vermittele, dass es sich Gedanken dazu mache und Konzepte habe. 

Zeichne sich ein Hotel als 100 Prozent klimaneutraler Beherbergungsbetrieb aus, seien die Besucher sogar bereit, circa 47 Euro mehr pro Nacht für ein Doppelzimmer auszugeben. Dies entspräche einem Aufschlag von rund 40 Prozent bei einem Basispreis von 120 Euro pro Nacht.

Auch müssten die Einheimischen in die Konzepte miteinbezogen werden, so Neiß. "Ein zu viel an Touristen lässt das Gefüge irgendwann kippen."

Zudem signalisiert die Befragung, dass der Trend zu Nachhaltigkeit zukünftig noch zunehmen werde – in welchem Ausmaß sei allerdings noch unklar. So sinke möglicherweise die Bedeutung der Nachhaltigkeit auch kurzzeitig. Dies stehe im Zusammenhang mit der Inflation und dem damit knapperen Geld.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Österreich Werbung: "Nachhaltiges Reisen"
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