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Interview mit Brexit-Vorkämpfer Farage

"Bleiben in NATO, wenn Europa zahlt" - Trump relativiert umstrittene Äußerungen

  • Aktualisiert: 20.03.2024
  • 13:14 Uhr
  • Joachim Vonderthann

Erst kürzlich sorgte der Ex-US-Präsident mit Aussagen zum Militärbündnis für Empörung. Jetzt schlägt er im Gespräch mit dem britischen Rechtsaußen Nigel Farage etwas mildere Töne an. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump will im November erneut zum US-Präsidenten gewählt werden.

  • Kürzlich drohte er damit, NATO-Partner nicht gegen Russland beizustehen, wenn diese nicht genug für das Militärbündnis zahlten.

  • In einem britischen TV-Sender hat sich der Republikaner nun erneut zur NATO-Frage geäußert.

Die jüngsten Äußerungen von Ex-US-Präsident Donald Trump zum NATO-Beistand der Vereinigten Staaten sorgten vor allem in Europa für Sorge und Empörung. Jetzt hat Trump seine umstrittenen Aussagen etwas relativiert. Der Republikaner betonte, dass die USA im Falle seines Wiedereinzugs ins Weiße Haus nicht aus der NATO austreten würden, solange Europa seinen Beitrag für das Militärbündnis leiste.

Der Präsidentschaftsbewerber war in einem am Dienstag (19. März) ausgestrahlten Interview mit dem rechtsgerichteten britischen Sender GB News von Moderator und Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage nach seiner Haltung zu dem Verteidigungsbündnis befragt worden. Farage wollte wissen, ob Amerika in der NATO bleibe, wenn die anderen Mitgliedstaaten "fair spielten". Trump antwortete: "Ja. 100 Prozent."

"Großer Ozean" zwischen USA und Europa

Die europäischen Länder dürften die amerikanische Unterstützung jedoch nicht ausnutzen, sagte Trump. "Die Vereinigten Staaten sollten ihren gerechten Anteil zahlen, nicht den aller anderen." Man dürfe nicht vergessen, dass die NATO wichtiger für Europa sei als für die USA, denn es liege ein Ozean, "ein schöner, großer, herrlicher Ozean" zwischen den USA und "einigen Problemen" in Europa.

Trump ist ein ausgewiesener Kritiker der NATO. Schon in seiner Amtszeit von 2017 bis 2021 drohte Trump immer wieder offen mit einem Rückzug der USA aus dem Bündnis. Er kritisierte seine Mitglieder scharf dafür, das Ziel bei den Verteidigungsausgaben nicht zu erfüllen. Wie nie jemand zuvor weckte er Zweifel daran, dass das 1949 gegründete transatlantische Verteidigungsbündnis eine Zukunft hat. So stellte er beispielsweise immer wieder infrage, ob die USA im Ernstfall ihrer Verpflichtung zum militärischen Beistand nachkommen würden.

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Kein US-Beistand gegen Russland?

Erst im Februar sorgte der republikanische Präsidentschaftsbewerber mit einer Äußerung zur NATO bei einer Wahlkampfveranstaltung für Aufregung. Er sagte, er würde NATO-Partnern, die ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkämen, keinen Schutz vor Wladimir Putins Russland gewähren.

:newstime

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg reagierte darauf deutlich: "Jede Andeutung, dass die Verbündeten sich nicht gegenseitig verteidigen werden, untergräbt unsere gesamte Sicherheit, einschließlich der der USA, und erhöht das Risiko für amerikanische und europäische Soldaten."

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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