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Wahl im Mai

Türkei: Konkurrenz für Erdoğan? Oppositionskandidat könnte ihm gefährlich werden

  • Aktualisiert: 07.03.2023
  • 16:55 Uhr
  • Lena Glöckner
Der CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu tritt im Mai gegen Erdoğan an.
Der CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu tritt im Mai gegen Erdoğan an.© via REUTERS

Das türkische Oppositionsbündnis hat CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu zum Herausforderer von Recep Tayyip Erdoğan bei der Wahl im Mai erklärt. Umfragen deuten auf ein enges Rennen hin.

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Der türkische Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu tritt bei der für Mitte Mai geplanten Präsidentenwahl gegen Amtsinhaber Recep Tayyip Erdoğan an. Der 74-Jährige wurde am Montag in der Hauptstadt Ankara von einem Bündnis aus sechs Parteien zum gemeinsamen Kandidaten ernannt.

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Für Recep Tayyip Erdoğan, seit zwei Jahrzehnten an der Macht, gilt die Wahl als echte Bewährungsprobe. Das Land kämpft mit massiver Inflation und hoher Arbeitslosigkeit. Nach dem schweren Erdbeben vor einem Monat wurde zudem Kritik am Krisenmanagement der Regierung laut - der türkische Präsident kämpft seither mit sinkenden Umfragewerten. Eigentlich wären die Wahlen erst im Juni. Erdoğan will sie jedoch auf den 14. Mai vorziehen, dazu will er am Freitag (10. März) ein Dekret erlassen.

Kılıçdaroğlu will EU-Mitgliedschaft

Umfragen deuten auf ein enges Rennen hin. Die Opposition hat in Aussicht gestellt, nach der Wahl zur Demokratie zurückzukehren, wenn sie diese gewinnen sollte - Erdoğan hatte 2017 eine Verfassungsreform durchgesetzt, durch die die Rechte des Präsidenten ausgeweitet wurden. Seine Partei CHP ist die größte Oppositionspartei in der Türkei.

Der 74-jährige Kılıçdaroğlu stammt aus der ostanatolischen Provinz Tunceli (kurdisch: Dersim) und gehört der religiösen Minderheit der Aleviten an. Der Oppositionsführer ist Befürworter einer türkischen EU-Mitgliedschaft und Verfechter eines nationalistischen Kurses beim Thema Flüchtlinge. Kritiker:innen werfen ihm fehlendes Charisma vor. Kılıçdaroğlu hält dagegen, die Türken hätten genug von Erdoğan und dessen Führungsstil.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Nachrichtenagentur Reuters
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