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Bittere Bilanz

Umfrage: Vertrauen in Staat schwindet drastisch

  • Veröffentlicht: 16.08.2023
  • 16:46 Uhr
  • Teresa Gunsch

Ausfälle im Schulunterricht, überlastete Kommunen bei der Aufnahme von Flüchtlingen, langwierige Wartezeiten für Behördentermine - die Liste der Probleme des deutschen Staates ist umfangreich. Dies hat Auswirkungen auf das Vertrauen der Bürger:innen in seine Handlungsfähigkeit. Laut einer am Dienstag (15. August) veröffentlichten Umfrage hat es einen neuen Tiefstand erreicht.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Nur 27 Prozent der Bürger:innen in Deutschland vertrauen darauf, dass der Staat seine Aufgaben erfüllt.

  • Die Anerkennung des öffentlichen Dienstes ist besonders in Ostdeutschland gering.

  • 54 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Deutschland wurden in irgendeiner Weise belästigt oder bedroht.

Schockierende Zahlen kommen aus der aktuellen Forsa-Erhebung für den Deutschen Beamtenbund (dbb). Nur 27 Prozent der deutschsprachigen Bürger:innen glauben noch daran, dass der Staat seine Aufgaben erfüllen kann. Im vergangenen Jahr vertrauten diesem noch 56 Prozent - ein dramatischer Verlust, der auch vom Bundeskanzler als Alarmsignal gesehen wird.

"Der Bundeskanzler hat gesagt, wer bei mir Führung bestellt, der kann sie bekommen. Die Bürgerinnen und Bürger würden das auch gerne mal erleben. Das heißt also, das, was wir im Bundestag, in den Landesparlamenten auf den Weg bringen wollen, muss sehr konkret nicht nur in den Maßnahmen beschlossen werden, sondern auch in der Umsetzung", sagt dbb-Bundesvorsitzender Ulrich Silberbach.

Ernüchterung in Ostdeutschland

Insbesondere das Ansehen des öffentlichen Dienstes in Ostdeutschland hat schwer gelitten. 77 Prozent der Befragten sehen den Staat als überfordert an, während im Westen immerhin "nur" 68 Prozent diesen Eindruck haben. Vielen Bürger:innen macht das Warten in Behörden, der Unterrichtsausfall aufgrund von Lehrermangel und das Gefühl, allgemein im Stich gelassen zu werden, zu schaffen.

Erschreckend ist zudem, dass immer mehr Frustration in Gewalt umschlägt. Laut Umfrage berichteten 54 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Drohungen, Beschimpfungen oder körperlichen Angriffen. Hinzu kommt die Sorge vieler Bürger:innen um den persönlichen Datenmissbrauch bei Behörden.

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Forderungen von der Bundesinnenministerin

Die Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) äußert klare Erwartungen: Die Beamt:innen müssen solche Vorfälle zur Anzeige bringen können. Dafür seien jedoch unterstützende Vorgesetzte notwendig.

Eine Erneuerung des Vertrauens der Bürger:innen in den Staat benötige laut Beamtenbund mehr Personal, eine umfassendere Digitalisierung und weniger Bürokratie.

  • Dieser Beitrag wurde zum Teil mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
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