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11.000 Arbeitsplätze 

Vodafone streicht weltweit Stellen - jeder achte Job betroffen

  • Aktualisiert: 17.05.2023
  • 15:56 Uhr
  • Clarissa Yigit
Weltweit will Vodafone 11.000 Stellen streichen.
Weltweit will Vodafone 11.000 Stellen streichen.© REUTERS

Das britische Telekommunikationsunternehmen Vodafone will innerhalb der nächsten drei Jahre circa 11.000 Arbeitsplätze abbauen. Als Grund nannte der Konzern rückläufige Kundenzahlen und sinkende Gewinne.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Vodafone laufen die Kund:innen davon und die Gewinne schrumpfen.

  • Daher sieht sich der Konzern gezwungen, circa 11.000 Stellen weltweit abzubauen.

  • In Deutschland sei mit einer Reduzierung von 1.300 Arbeitsplätzen bis März 2023 zu rechnen.

Rückläufige Kundenzahlen und sinkende Gewinne veranlassen den britische Telekommunikationskonzern Vodafone zu drastischen Maßnahmen. Wie das Unternehmen am Dienstag (16. Mai) in London mitteilte, beabsichtige Vodafone innerhalb von drei Jahren von den weltweit rund 90.000 Mitarbeitenden 11.000 zu entlassen. Somit fällt im Schnitt jeder achte Arbeitsplatz weg. Neben Großbritannien und Deutschland ist Vodafone auch in Spanien, Italien, Südafrika und Ägypten tätig.

Im Video: Schluss mit Funklöchern? Mobilfunkbetreiber wollen Handynetz an Autobahnen verbessern

Deutschland ist ebenfalls betroffen

Auch in Deutschland sollen Stellen abgebaut werden – wenn auch nicht ganz so drastisch. Von den rund 14.300 Vollzeitstellen beabsichtige der Konzern bis März 2023 1.300 Arbeitsplätze zu reduzieren. Diese Maßnahme sei allerdings bereits bekannt gewesen.

Vor allem in der Verwaltung solle eingespart werden. Somit könnte die Düsseldorfer Deutschlandzentrale, bei der rund 5.000 Menschen arbeiten, überwiegend betroffen sein. Auch in "kundennahen Bereichen" solle Personal abgebaut werden. Circa 400 Stellen – etwa im Service und in der Technik – würden gestrichen. Die Beschäftigtenzahl würde binnen eines Jahres planmäßig um 900 sinken, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Die globalen Kürzungspläne liefen bis zum Jahr 2026, in Deutschland solle allerdings nach Abschluss dieses Vorhabens Ende März 2024 nicht weiter abgebaut werden.

Unsere Leistung war nicht gut genug.

Margherita della Valle, Konzernchefin Vodafone

"Unsere Leistung war nicht gut genug ", begründete Margherita della Valle, Konzernchefin des Unternehmens, die Kürzungen. Um dauerhaft liefern zu können, müsse sich Vodafone ändern, bekräftigt sie uns setzt dabei ihre Prioritäten auf "Kunden, Vereinfachung und Wachstum". "Um unsere Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen", werde man Komplexität herausnehmen.

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Kund:innen drehen Vodafone den Rücken zu

Mit Blick auf das Geschäft in Deutschland verkündet Vodafone, dass das Handynetz verbessert worden sei. Zudem sollen Preiserhöhungen mehr Geld in die Kasse bringen.

Im vierten Quartal sank der Service-Umsatz in Deutschland um 2,8 Prozent – stärker als zuvor. Auch zeigen die veröffentlichten Zahlen zu dem von April bis März laufenden Geschäftsjahr, dass es weiter bergab gehe, so die dpa.

Außerdem habe die Zahl der Mobilfunk-Vertragskund:innen abgenommen. Im zweiten Quartal sei noch ein Anstieg der Vertragskund:innen um 65.000 verzeichnet worden, im dritten Quartal waren es nur noch 8.000 und im vierten Quartal gab der Konzern ein Minus von 11.000 bekannt. Ähnlich war die Entwicklung bei Festnetz-Kund:innen.

Vodafone schwächelt – Konkurrenz erhält Aufschwung

Vodafone hat zu kämpfen, während die Konkurrenten Telefónica (O2) oder die Deutsche Telekom einen Aufschwung erleben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 sei das berichtete operative Ergebnis des Konzerns von 15,2 Milliarden Euro im Vorjahr auf knapp 14,7 Milliarden Euro geschrumpft, schreibt die dpa. Dies sei nach Angaben von Vodafone auf höhere Energiekosten und eine schlechte Geschäftsentwicklung in Deutschland zurückzuführen. O2 hingegen gewann im vierten Quartal 2022 rund 264.000 Mobilfunk-Vertragskund:innen hinzu; im ersten Quartal 2023 waren es sogar 368.000 Neukundinnen.

Bereits zuvor kam es bei mehreren Technologieunternehmen – unter ihnen Facebook, Twitter und Dell – zu drastischen Stellenkürzungen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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