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Zwei Jugendliche starben

Wales: Krawalle in Cardiff nach tödlichem Verkehrsunfall

  • Aktualisiert: 24.05.2023
  • 15:12 Uhr
  • Clarissa Yigit
Nachdem zwei Jugendliche bei einem Verkehrsunfall im walisischen Cardiff ums Leben gekommen sind, flogen Steine und Feuerwerksköper; auch Autos wurden in Brand gesetzt. 
Nachdem zwei Jugendliche bei einem Verkehrsunfall im walisischen Cardiff ums Leben gekommen sind, flogen Steine und Feuerwerksköper; auch Autos wurden in Brand gesetzt. © PA via AP

Bei einem Verkehrsunfall in der walisischen Hauptstadt Cardiff kamen zwei Jugendliche ums Leben. Nach einem Video auf einer Überwachungskamera hätte ein Polizeifahrzeug die beiden Jungen auf ihrem Fahrrad verfolgt. Die Polizei dementiert dies.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem Verkehrsunfall im walisischen Cardiff kamen zwei Jungen im Alter von 15 und 16 Jahren ums Leben.

  • Angeblich sei die Polizei in den Unfall verwickelt gewesen.

  • Nach dem tragischen Unglück kam es zu Ausschreitungen, bei denen Steine und Feuerwerksköper flogen; auch Autos wurden in Brand gesteckt.

Nach einem tödlichen Verkehrsunfalls zweier Jungen im Alter von 15 und 16 Jahren am Montag (22. Mai) in der walisischen Hauptstadt Cardiff kam es in der Nacht zum Dienstag (23. Mai) zu Ausschreitungen und Angriffen auf die Polizei. Wie der Beauftragte für Polizei und Kriminalitätsbekämpfung im Süden des britischen Landesteils, Alun Michael, dem Radiosender "BBC 4" mitteilte, seien etwa ein Dutzend Beamte dabei verletzt worden, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Im Video: Spektakuläre Bilder von Verfolgungsjagd aus Mallorca: Drogenschmuggler mit Boot

Auslöser der Unruhen

Laut dem Polizeibeauftragten Michael sei eine angebliche Verwicklung der Polizei in den Unfall für die Unruhen verantwortlich gewesen. So hätten sich ihm zufolge Gerüchte verbreitet, dass sich der tödliche Unfall nach einer Verfolgungsjagd durch die Polizei ereignet hätte. Michael wies diese Anschuldigung unbegründet zurück. "Ich denke, das zeigt, mit welcher Geschwindigkeit sich Gerüchte durch die Aktivitäten auf sozialen Medien heutzutage verbreiten können – und dass Ereignisse außer Kontrolle geraten können."

Bei dem Unfall kamen zwei Jugendliche auf einem Elektrofahrrad in der Gemeinde Ely ums Leben. Laut "BBC" hätten Einheimische in den sozialen Netzwerken behauptet, dass die Polizei das Fahrrad verfolgt hätte. Nach Angaben der Polizei seien die Beamten erst nach dem Unglück eingetroffen. Auch sei – nach ersten Erkenntnissen – kein weiteres Fahrzeug beteiligt gewesen, ergänzt "Spiegel Ausland".

Zweifel an der Darstellung der Polizei kamen allerdings auf, als Bilder einer Überwachungskamera auftauchten, die auf der "BBC"-Webseite veröffentlicht wurden. Diese seien angeblich kurz bevor sich der Unfall ereignet hatte, aufgenommen worden. Auf ihnen sei zu sehen, wie ein Polizeiauto zwei Menschen auf einem Fahrrad mit hoher Geschwindigkeit verfolgt. Auf den Aufnahmen der Überwachungskamera sei zudem der Zeitstempel 17:59 Uhr zu sehen. Das Video solle nun dabei helfen, die Umstände des Unglücks zu rekonstruieren. Auch wurde die Polizei-Aufsichtsbehörden eingeschaltet.

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Beamte mit Steinen beworfen

Beamte seien laut Medienberichte mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Auch seien, so die Polizei, mehrerer Autos angezündet worden. Zudem sei auf Videos im Internet zu sehen, wie Polizisten mit Schutzausrüstung versuchten, die Menschen unter Kontrolle zu bringen.

Wie Superintendent Martin Stone erklärt, dass 15 Polizisten verletzt wurden, elf davon seien in ein Krankenhaus gebracht und vier am Tatort behandelt worden, schreibt "BBC". Mehrere Menschen wurden festgenommen. Michael bezeichnete den betroffenen Stadtteil zudem als "als vernachlässigt".

Die Ausschreitungen dauerten noch bis in die frühen Morgenstunden an. Nun liege der Fokus darauf, die Umstände des Unfalls und der Ereignisse danach zu ermitteln, so die dpa.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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