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Kleiderwahnsinn

NRW: Schule schickt Schüler:innen mit Jogginghose heim

  • Veröffentlicht: 22.03.2023
  • 12:11 Uhr
  • Clarissa Yigit
In einer Sekundarschule in Wermelskirchen wurden rund 50 Schüler:innen auf Grund des Tragens einer Jogginghose im Unterricht wieder nach Hause geschickt.
In einer Sekundarschule in Wermelskirchen wurden rund 50 Schüler:innen auf Grund des Tragens einer Jogginghose im Unterricht wieder nach Hause geschickt.© Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Verfrühter April-Scherz? Offensichtlich nicht, denn in einer Sekundarschule in Wermelskirchen bestimmt eine neue Kleiderordnung den Schulalltag. So dürfen Schüler:innen keine Jogginghose mehr im Unterricht tragen. Andernfalls werden sie der Schule verwiesen und erhalten eine Sechs für "Fehlen im Unterricht".

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Das Wichtigste in Kürze

  • In einer Sekundarschule sorgt eine spezielle Kleiderordnung für Wirbel.

  • Die Schulleitung hat beschlossen, Schüler:innen, die eine Jogginghose tragen, wieder nach Hause zu schicken.

  • Zu allem Übel werden die Kinder auch noch mit der Schulnote Sechs abgestraft – aufgrund von Fehlen im Unterricht.

Eine Sekundarschule in Wermelskirchen hat offensichtlich ihre eigenen Vorstellungen, wie sich Schüler:innen kleiden dürfen. Darunter fällt anscheinend keine Sportkleidung. Besonders Jogginghosen scheinen der Schulleitung zu missfallen. Daher wurden auf Grund dieser "Regelung" einige der jungen Menschen wieder nach Hause geschickt – von über 50 Kindern sei auszugehen, wie eine Mutter in der "Rheinischen Post" zitiert wird.

Allerdings sehr zum Entsetzen von Schüler:innen und Eltern. Schließlich seien Jogginghosen längst Bestandteil der Alltagsmode, wie der WDR schreibt. Zudem seien die Kinder noch mit schlechten Noten abgestraft worden. Laut "Rheinische Post" hätten die betroffenen Kinder eine "Ungenügend"-Benotung erhalten, da sie nicht am Unterricht teilgenommen haben.

Im Video: Deutsches Bildungssystem in der Krise

Schulleitung: Es sei notwendig geworden, zu reagieren

Bisher habe allerdings das Tragen von Jogginghose noch keine Rolle an der Schule gespielt – obwohl dies bereits seit Längerem in der Hausordnung untersagt gewesen sei. Dennoch hat es laut "nordbayern.de" kein offizielles "Jogginghosen-Verbot" gegeben.

Laut Schulleitung sind allerdings die Kleiderstandards durch den Lockdown so weit gesunken, dass es notwendig geworden sei, zu reagieren, schreibt der WDR.

Auf der Internetpräsenz der Schule heißt es zudem in einem Elternbrief:

"Wir werden uns ab der kommenden Woche im Einzelfall vorbehalten, Schüler:innen mit unangemessener Kleidung nach Hause zu schicken, um sich umzuziehen und in angemessener Kleidung ihrer Schulpflicht nachzukommen."

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Eltern fassungslos

Daniel Thomas, Vater von zwei Kindern (13 und 16 Jahren), die die betroffene Sekundarschule besuchen, empört sich in der "Rheinischen Post": "Da werde ich auf der Arbeit von der Schule angerufen und darüber informiert, dass meine Kinder nach Hause geschickt wurden. Die Kinder werden aus dem Unterricht ausgeschlossen, weil sie Jogginghosen anhaben – dabei besteht doch in Deutschland eine Schulpflicht. Das kann doch wohl nicht sein, dass die Kinder dann Zuhause vor verschlossener Türe stehen, weil die Eltern auf der Arbeit sind."

Katja Willumat, Mutter zweier Söhne (14 und 16 Jahre) ergänzt: "Wir Eltern beschweren uns ja auch nicht, wenn kein Tag ohne Vertretungsunterricht vergeht oder die Kinder an einem Tag für nur eine Unterrichtsstunde zur Schule fahren müssen."

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