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Umbruch in der Metallgewerkschaft

"Wir werden das rocken": Erste Frau an der Spitze der IG-Metall 

  • Veröffentlicht: 23.10.2023
  • 13:11 Uhr
  • Clarissa Yigit
Christiane Benner wurde am Montag (23. Oktober) zur Ersten Vorsitzenden der Gewerkschaft IG Metall gewählt.
Christiane Benner wurde am Montag (23. Oktober) zur Ersten Vorsitzenden der Gewerkschaft IG Metall gewählt.© Arne Dedert/dpa

Zum ersten Mal in der Geschichte der Gewerkschaft IG Metall wurde eine Frau als Erste Vorsitzende gewählt. Christiane Benner erhielt 96,4 Prozent der Stimmen und darf nun vier Jahre das Amt der Vorsitzenden ausüben.

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Am Montag (23. Oktober) wurde erstmals in der rund 132 Jahre langen Geschichte der Gewerkschaft IG Metall eine Frau zur Ersten Vorsitzenden gewählt. So erhielt die 55-jährige Soziologin und bisherige Vize-Vorsitzende Christiane Benner 96,4 Prozent der Stimmen auf dem Gewerkschaftstag in Frankfurt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf die Wahlkommission berichtet.

Benner wird demnach für vier Jahre das Amt der Ersten Vorsitzenden belegen. Ihr 67-jähriger Vorgänger, Jörg Hofmann, war nach zwei Amtszeiten aus Altersgründen nicht mehr angetreten.

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Fünfer-Führung der IG Metall

Benner wolle als neue Chefin die IG Metall stärker im Team führen und die Belange der Beschäftigten stärker sichtbar machen, wie sie ankündigte. Neben ihr sollten sich somit vier weitere Metaller nacheinander zur Wahl als geschäftsführende Vorstandsmitglieder stellen.

Jürgen Kerner, bisheriger Hauptkassierer, wollte Zweiter Vorsitzender werden. Kerner gehörte, wie der Sozialpolitiker Hans-Jürgen Urban, bereits dem bisherigen Vorstand an.

Zudem kandidieren erstmals die Stuttgarter Bevollmächtigten Nadine Boguslawski und Ralf Reinstädtler, der zuvor die Geschäftsstelle Homburg-Saarpfalz geleitete hat. Boguslawski ist nach dem Wahlvorschlag des Vorstands als Hauptkassiererin vorgesehen.

Gegenkandidaten zu diesem Fünfer-Team habe es zunächst keine gegeben.

Außerdem werde die Führungsspitze der größten und einflussreichsten Gewerkschaft Deutschlands um zwei Köpfe verkleinert. Hierfür wurde vor den Wahlen eigens die Satzung mit Zweidrittel-Mehrheit geändert, so die dpa. Zudem wurde die Bestimmung hinzugefügt, dass "unter den beiden Vorsitzenden mindestens eine Frau sein muss".

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Eine Frau - viele Pläne

Bereits für Dienstag (24. Oktober) hat Benner ein Grundsatzreferat angekündigt, bei dem auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in der Frankfurter Messehalle erwartet werde. Von Scholz erwarte dabei die Gewerkschaft "eine klare Aussage zum Brückenstrompreis für besonders energieintensive Industrien wie Stahl oder Chemie", schreibt die dpa.

Bis einschließlich Donnerstag (26. Oktober) sollen dann bei der Tagung rund 540 Anträge beraten werden – unter anderem um die Forderung nach einer 32-Stunden-Woche, wie sie in der Stahlindustrie bereits erhoben werde.

Zudem beabsichtige Benner, die Gewerkschaft auch verstärkt in kleinen und mittleren Betrieben zu verankern, ergänzt die "Tagesschau". So wolle sie dort die Gründung von Betriebsräten und die Tarifbindung stärken.

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Frauenanteil in der IG Metall

Der Anteil der Frauen in der Gewerkschaft der IG Metall liegt bei unter 20 Prozent. Auf dem Gewerkschaftstag wurde mit rund 34 Prozent (142 Frauen von insgesamt 421 Delegierten) die satzungsgemäße Quote deutlich übertroffen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Tagesschau: "Aufbruch und Umbruch"
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