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Teure Lebensmittel

Zuckerpreise bleiben trotz besserer Ernte hoch - warum?

  • Veröffentlicht: 08.12.2023
  • 10:41 Uhr
  • Clarissa Yigit
Zucker bleibt teuer - trotz besserer Rübenernte.
Zucker bleibt teuer - trotz besserer Rübenernte.© Foto: Philipp Schulze/dpa

Die Zuckerrübenernte im September hat ein besseres Ergebnis erzielt als im Vorjahr. Zudem gehört Deutschland zu den Spitzenproduzenten von Zucker. Dennoch bleibt der Zuckerpreis vorerst hoch.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Zuckerpreis ist seit dem vergangenen Jahr um mehr als 24 Prozent gestiegen.

  • Trotz guter Zuckerrübenernte in diesem Jahr sinkt der Zuckerpreis dennoch nicht.

  • Grund hierfür sei die schlechte Zuckerrübenernte im letzten Jahr und gestiegene Rübenpreise für Hersteller.

Explodierende Kosten in allen Bereichen des Lebens sind Verbraucher:innen ja mittlerweile gewöhnt. Auch beim Zucker scheint erst mal keine Entspannung in Sicht zu sein.

So kostete Zucker im Oktober im Supermarkt zirka 24,3 Prozent mehr als noch im Vorjahr, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und beruft sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes. Lediglich Olivenöl ist seit dem vergangenen Jahr mit 38 Prozent noch mehr im Preis gestiegen als Zucker.

Alles in allem hat sich der Zucker allerdings seit dem Jahr 2010 um ganze 82 Prozent verteuert.

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Zuckerrübenernte lag im Durchschnitt

Obwohl die Zuckerrübenernte im September ein besseres Ergebnis als noch ein Jahr zuvor einbrachte und somit wieder etwa im Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegen werde, spiele dies für die aktuellen Preise keine Rolle, da die Rüben für den Zucker, der jetzt verkauft wird, noch aus dem Vorjahr stammten. "Und die letzte Rübenernte war schlecht", betont Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der wirtschaftlichen Vereinigung Zucker.

Zudem müssten auch die Hersteller den Landwirten mehr für die Rüben zahlen, um zu verhindern, dass die Bauern andernfalls "profitablere Pflanzen" anbauen würden. So würde den Zuckerfabriken nichts anderes übrig bleiben, "als auch mehr zu zahlen, damit die Rübe auf dem Acker konkurrenzfähig bleibt", so Tissen.

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Kein Zuckermangel in Deutschland

Rund vier Millionen Tonnen Zucker werden jährlich in den 18 Zuckerfabriken der Bundesrepublik produziert, schreibt die dpa weiter und beruft sich auf Angaben des Verbandes, in dem neben Herstellern und Importeuren auch die Verbände der Rübenbauern organisiert sind.

Neben Frankreich sei somit Deutschland der größte Produzent in der EU, ergänzt Tissen. "Wir produzieren tatsächlich mehr Zucker, als wir brauchen, und exportieren in andere europäische Länder."

Dennoch reiche die Eigenproduktion EU-weit nur für rund 90 Prozent - die restlichen zehn Prozent müssten aus Ländern wie Brasilien importiert werden. Mit einem Anteil von 40 Prozent ist Brasilien somit der größte Zuckerhersteller der Welt.

:newstime

So kämen auf diesem Wege auch die zuletzt stark gestiegenen Weltmarktpreise in Deutschland an, bekräftigt Tissen. Zudem sei die Nachfrage höher als das Angebot.

Dass allerdings die teuren Zuckerpreise auch für einen Preisanstieg bei anderen Produkten verantwortlich seien, weist Tissen zurück. So mache der Preisanteil des Zuckers in einer Kugel Eis gerade einmal einen Cent aus; in einer 100-Gramm-Tafel Schokolade seien es lediglich acht Cent.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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