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Niederlage im Achtelfinale

Zverevs Wimbledon-Fluch geht weiter: Bitteres Aus nach Fünf-Satz-Drama

  • Veröffentlicht: 08.07.2024
  • 21:32 Uhr
  • Benedikt Rammer
Alexander Zverev ist gegen Taylor Fritz in Wimbledon ausgeschieden.
Alexander Zverev ist gegen Taylor Fritz in Wimbledon ausgeschieden.© Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Alexander Zverev muss weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten. In Wimbledon scheitert der deutsche Tennis-Superstar trotz klarer Führung am Ende nach fünf Sätzen im Achtelfinale.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev ist im Wimbledon im Achtelfinale ausgeschieden.

  • Gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz verlor Zverev schlussendlich nach fünf Sätzen.

  • Der 27-Jährige startete trotz Knieproblemen dominant in das Match, ehe er mehr und mehr in die Defensive geriet. 

Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev wirkte resigniert, als er sich beim letzten Seitenwechsel noch einmal hinsetzte und den Kopf schüttelte. Wenig später war sein Traum vom Wimbledon-Coup trotz einer 2:0-Satzführung gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz im Achtelfinale jäh beendet. Mit bandagiertem Knie scheiterte der große deutsche Hoffnungsträger mit 6:4, 7:6 (7:4), 4:6, 6:7 (3:7), 3:6 und verließ mit gesenktem Kopf die Centre-Court-Bühne. Seine Viertelfinal-Premiere beim bedeutungsvollen Rasen-Grand-Slam-Turnier fällt einmal mehr aus.

Im Video: Zverev gegen Fritz - diese Spielerfrauen fiebern in Wimbledon mit

"Alex hat sich im fünften Satz nicht mehr so gut bewegt. Ich wünsche ihm nur das Beste", sagte Fritz im Siegerinterview: "Das war atemberaubend, das auf dem Centre Court in Wimbledon vor dieser Kulisse zu machen. Es war wie ein Traum. Dafür, dass ich 0:2-Sätze hinten lag, habe ich noch sehr gut gespielt." Fritz hat nun die große Halbfinalchance gegen den Italiener Lorenzo Musetti, die eigentlich doch Zverev ergreifen wollte.

Zwei Sätze lang sah Zverev wie der sichere Sieger aus, dann aber kippte die Partie. Einen Monat nach seinem dramatisch verlorenen French-Open-Finale reist der gebürtige Hamburger für seine Ansprüche viel zu früh wieder ab und muss die Jagd auf den ersten Grand-Slam-Titel verschieben. "Er machte den Eindruck, als ob er nicht 100 Prozent fit wäre", urteilte der frühere Wimbledonsieger Stich beim Amazon Prime: "Am Ende hat Taylor Fritz sein Level gehalten und angehoben. Alexanders Level ist ein ganz kleines bisschen abgekippt."

Knieschmerzen machen Zverev das Leben schwer

Nach seinem unglücklichen Wegrutschen auf dem Rasen zwei Tage zuvor, die Schmerzen im linken Knie zur Folge hatte, spielte Zverev mit einer Bandage. Gegen Cameron Norrie hatte er sich das Knie überdehnt, als er zu einem Stoppball lief und die Richtung wechseln wollte. Inwiefern ihn dies groß beeinträchtigte, war von den Rängen schwer zu beurteilen.

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Zverev reagiert auf das Match gegen Alcaraz im Finale der French Open.
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Für die Aufgabe gegen den mit Abstand besten Gegner im bisherigen Turnierverlauf streifte sich der Weltranglisten-Vierte eine graue Bandage über das linke Knie. Darunter sei er zudem getapt, wie der ältere Bruder und Manager Mischa Zverev nach dem Einschlagen auf den angrenzenden Trainingsplätzen beim Streamingdienst Prime Video sagte. Zverev fühle sich "gut", so der Bruder. "Es kann nix kaputtgehen, es wird schon mal weh tun. Aber: Auf die Zähne beißen und durch." Doch es reichte am Ende nicht.

Zverev erwischt starken Start

Zverev konzentrierte sich anfangs vor allem auf seine Aufschlagspiele. Auch sein ein Jahr jüngerer Achtelfinalgegner servierte kompromisslos, so dass die Aufschläger dominierten. Entschlossen erhöhte Zverev beim Stand von 4:4 das Tempo von der Grundlinie und sicherte sich mit aggressiven Return das Break zum 5:4. Die Vorentscheidung für Satz eins.

Fritz hatte zuletzt erfolgreich gespielt und zum dritten Mal das Vorbereitungsturnier in Eastbourne gewonnen. In der Weltrangliste liegt der Kalifornier als Zwölfter nur acht Plätze hinter Zverev. Doch Zverev strahlte zwei Sätze eine größere Ruhe aus und wartete auf seine Chancen. Mehrfach rückte er erfolgreich ans Netz vor und unterstrich auch damit sein momentanes Selbstbewusstsein.

"Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich in letzter Zeit alles dafür tue, um erfolgreich zu sein. Alles dafür tue, hoffentlich irgendwann so ein Turnier auch zu gewinnen", hatte der Tokio-Olympiasieger vor der Partie gesagt, "dann muss das Resultat auch zu einem alleine kommen und du brauchst du nicht jeden Tag zittern, ob es jetzt kommt oder nicht."

Zwei Sätze lang war Zverev der bessere Spieler, immer wenn es darauf ankam. Weil er konstanter agierte, entschied er den Tiebreak und damit auch den zweiten Durchgang für sich. Dann ließ Zverev nach, fabrizierte mehr Fehler - und kassierte im dritten Durchgang mit einem Doppelfehler den ersten Aufschlagverlust im Turnier zum 4:5.

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Zverev am Ende zunehmend in der Defensive

Die Souveränität war dahin, Zverev wirkte wackliger. Anfang des vierten Satzes kassierte der gebürtige Norddeutsche eine Verwarnung, weil er sich beim Aufschlag zu viel Zeit ließ. Der US-Amerikaner wurde immer besser, dominierte zunehmend die Ballwechsel.

Die Partie wurde zu einer Belastungsprobe. Zverev musste für seine Punktgewinne ackern und geriet immer mehr in die Defensive. Das Break zum 1:3 im fünften Satz holte der letzte im Einzel verbliebene deutsche Hoffnungsträger nicht mehr auf.

Trotz seiner nach seinen Worten neu entwickelten Liebe zum Rasen geht der Wimbledon-Fluch für ihn damit weiter. Der French-Open-Finalist von 2024 und US-Open-Finalist von 2020 verabschiedete sich beim Grand-Slam-Turnier auf Rasen immer spätestens im Achtelfinale.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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