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Fußball

Blackout bei Frauen-WM abgewendet: Einigung über TV-Rechte offiziell

  • Aktualisiert: 15.06.2023
  • 08:03 Uhr
  • Benedikt Rammer

Fußball-Fans atmen auf: Die WM der Frauen wird in Deutschland doch im TV zu sehen seien. Eine Einigung bezüglich der TV-Rechte bestätigten nun ARD und ZDF. Eine unbefriedigende Notlösung der FIFA scheint nun deshalb vom Tisch.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Bezüglich der TV-Rechte für die Fußball-WM der Frauen gibt es eine Einigung.

  • Vorausgegangen war ein wochenlanger Streit um die Senderechte.

  • Die FIFA stellte zuvor als Notlösung eine Übertragung im Internet in Aussicht.

Der Streit um die Liveübertragung der Spiele von der Frauen-Weltmeisterschaft ist beigelegt. Wie ARD und ZDF am Mittwoch mitteilten, werden die öffentlich-rechtlichen Sender wie in den vergangenen Jahren auch die Partien aus Australien und Neuseeland zeigen. Die Einigung war nach zähen Verhandlungen über mehrere Monate erzielt worden. Vertragspartner des Fußball-Weltverbandes FIFA sind jedoch nicht die Sender, sondern die European Broadcasting Union (EBU).

"Die EBU hat mit der FIFA eine grundsätzliche Vereinbarung getroffen, die Märkte Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien in den bestehenden Vertrag für die FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft 2023 aufzunehmen. Gemäß dieser Vereinbarung sind alle Spiele und alle Tore der Fußball-WM in Australien und Neuseeland, die vom 20. Juli bis 20. August 2023 stattfindet, bei ARD und ZDF zu sehen", teilten die Sender mit.

FIFA: Wird "keinen Blackout" geben

Nach monatelangem Streit mit öffentlichen Beschuldigungen steht nun ein Vertrag vor dem Abschluss, der beide Seiten das Gesicht wahren lässt. ARD und ZDF hatten bisher direkt über ihre Sportrechte-Agentur SportA verhandelt. Jetzt sollen die beiden Sender ihre Rechte von der FIFA über die EBU erhalten, genau wie öffentlich-rechtliche Sender in anderen europäischen Ländern. Dem Vernehmen nach sind nur noch letzte Details zu klären, die offizielle Verkündung soll möglichst bald erfolgen. Das Erste und das Zweite wollten das am Mittwoch nicht kommentieren.

Bisher liefen die Übertragungen der großen Turniere hierzulande bei ARD und ZDF, die auch bei der Ausschreibung für die WM 2022 das beste Angebot für den deutschen TV-Markt abgegeben hatten. Der FIFA war die Offerte aber zu gering. Präsident Gianni Infantino forderte öffentlich mehr Geld, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Gesichert ist nur, dass es um einen mittleren einstelligen Millionenbetrag ging.

Kurz vor der nun bevorstehenden Einigung hatte ein Sprecher der FIFA gesagt: "Wir sind weiterhin in Gesprächen." Er betonte zugleich, dass es "keinen Blackout" geben werde - also ein Turnier ohne bewegte Bilder in Deutschland. Der Verbandssprecher erklärte: "Wir bevorzugen Übertragungen im öffentlichen Fernsehen, aber wir können die Spiele auch bei FIFA+ zeigen."

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DFB-Vize fordert Einigung

Knapp fünf Wochen vor dem Beginn des Turniers in Australien und Neuseeland am 20. Juli schienen die Fronten zwischen dem Verband sowie ARD und ZDF verhärtet zu sein. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky hatte zuletzt beim Kongress SpoBis gesagt: "In der normalen Welt würde man sich hinsetzen und zu einer Lösung kommen. Dazu müssen aber beide Seiten bereit sein." Auch mit den Verhandlungen betraute Personen hatten zuletzt mehrfach erklärt, dass es keinerlei Fortschritte und keine wirklichen Verhandlungen gebe. Dank des Kniffs mit der EBU steht nun eine Lösung bevor.

"Da muss eine Einigung stattfinden", hatte DFB-Vizepräsidentin Celia Sasic noch am Mittwochmorgen gesagt. "Es wäre ein sehr harter Nackenschlag, wenn das nicht funktionieren würde." Die 34 Jahre alte Ex-Nationalspielerin betonte die Bedeutung einer Übertragung im klassischen Fernsehen. "Das wäre sehr, sehr wichtig für den Frauenfußball, für die Gesellschaft, für die gesamte Entwicklung, dieses Turnier zu zeigen, die Sichtbarkeit hochzuhalten."

Die von der FIFA ins Spiel gebrachten WM-Übertragungen auf dem hauseigenen Internetportal wären technisch auf jeden Fall kein Problem gewesen. Auch das Engagement von deutschsprachigen Kommentatoren wäre möglich. Die gewohnten Standards von ARD und ZDF mit Moderation, Interviews und vor allem kritischer Berichterstattung wären bei einer eigenen Übertragung der FIFA allerdings kaum zu erwarten. Dieses Szenario ist jetzt höchstwahrscheinlich abgewendet.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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