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25 Jahre Haft aufgehoben

Demonstrant erschossen: Texas-Gouverneur begnadigt Schützen

  • Veröffentlicht: 17.05.2024
  • 08:25 Uhr
  • Nelly Grassinger
Der texanische Gouverneur Greg Abbott bei einer Pressekonferenz im Mai 2024.
Der texanische Gouverneur Greg Abbott bei einer Pressekonferenz im Mai 2024.© Yi-Chin Lee/Houston Chronicle via AP

In einem kontroversen Fall hat ein US-Gouverneur einen verurteilten Schützen begnadigt. Die Entscheidung löst Diskussionen über das Strafsystem aus.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Begnadigung eines Schützen durch den Gouverneur von Texas hat landesweit für Aufsehen gesorgt.

  • Der ehemalige Soldat war wegen Mordes zu 25 Jahren Haft verurteilt worden.

  • Er hatte bei einer Demonstration das Feuer eröffnet - nach eigenen Angaben um sich zu schützen.

Der texanische Gouverneur Greg Abbott hat einen ehemaligen US-Soldaten begnadigt, der wegen Mordes an einem Teilnehmer einer Black-Lives-Matter-Demonstration zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden war.

Das texanische Recht schütze umfassend das Recht eines Jeden auf Selbstverteidigung, was weder von einer Geschworenenjury noch von einem progressiven Staatsanwalt außer Kraft gesetzt werden könne, teilte der Republikaner Abbott am Donnerstag (16. Mai) zur Begründung mit. Zuvor hatte ein zuständiger Ausschuss die Begnadigung empfohlen.

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Schüsse bei Black-Lives-Matter Demonstration

Der brutale Tod von George Floyd hatte im Frühjahr 2020 die Black-Lives-Matter-Bewegung ausgelöst. Es kam damals zu landesweiten Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Während einer der Demonstrationen in Austin erschoss der ehemalige Soldat einen 28 Jahre alten Teilnehmer. Er sagte damals vor Gericht aus, dass er mit seinem Fahrzeug in eine Demonstration geraten sei. Er habe das Feuer eröffnet, nachdem das Opfer ein Gewehr auf ihn gerichtet habe. Sowohl der Schütze als auch das Opfer sind weiß.

Zeugenaussagen zeichneten ein anderes Bild. Demnach soll das bewaffnete Opfer versucht haben, den Mann davon abzuhalten, mit seinem Auto in die Menge zu fahren. Der ehemalige Soldat wurde schließlich vergangenes Jahr zu 25 Jahren Haft verurteilt. Nachträglich veröffentlichte Gerichtsakten zeigten der "Washington Post" zufolge, dass der Schütze regelmäßig rassistische Bilder und bedrohliche Inhalte in sozialen Medien verbreitet habe.

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Begnadigung sorgt für Aufsehen

Der Fall erregte in den USA Aufmerksamkeit, weil sich unter anderem der rechte Talkmaster Tucker Carlson in seiner damaligen Sendung auf Fox News zu Wort meldete und den Freispruch des ehemaligen Soldaten forderte.

Die Entscheidung erinnert an den Freispruch von Kyle Rittenhouse. Bei Protesten in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin hatte der damals 17-Jährige im Sommer 2020 zwei weiße Männer mit einem Sturmgewehr erschossen und eine weitere Person verletzt. Er berief sich im Prozess gegen ihn auf sein Recht zur Selbstverteidigung und wurde freigesprochen. Mittlerweile wird Rittenhouse in der rechten Szene als eine Art Held gefeiert und setzt sich selbst regelmäßig öffentlichkeitswirksam in Szene.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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