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Bodycam-Videos veröffentlicht

Bei Verkehrskontrolle: US-Polizisten feuern in Chicago knapp 100 Mal auf Schwarzen

  • Aktualisiert: 11.04.2024
  • 17:55 Uhr
  • Kira Born

Es sind schockierende Bilder, die Bodycams von US-Polizist:innen zeigen. Ein 26-jähriger Schwarzer wird mit über 90 Schüssen getötet. Angehalten wurde er, weil er nicht angeschnallt war.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Am 21. März kam ein 26-jähriger Mann bei einer Polizeikontrolle ums Leben.

  • Erst am Dienstag (9. April) veröffentlichte die Behörde für polizeiliche Rechenschaftspflicht in Chicago die Bodycam-Aufnahmen der beteiligten Polizist:innen.

  • Die Beamt:innen feuerten über 41 Sekunden hinweg ungefähr 96 Mal auf den Mann - auch dann noch, als er die Autotür geöffnet hatte und zu Boden fiel.

Es sind Aufnahmen, die die Debatte um Polizeigewalt in den USA wieder aufflammen lassen. Bei einer Verkehrskontrolle wurde der Schwarze Dexter Reed angehalten und nach dem Eskalieren der Situation durch die Beamt:innen erschossen. Aufnahmen der Polizei-Bodycams zeigen, dass der 26-Jährige zuerst einen Schuss absetzte. Danach eröffneten die fünf Beamt:innen das Feuer. Dabei wurde auch eine:r der Beamt:innen in Zivil am Unterarm getroffen.

Wie die Behörde für polizeiliche Rechenschaftspflicht in Chicago (COPA) mitteilte, feuerten die Polizist:innen 41 Sekunden lang ungefähr 96 Mal auf den Mann. Auch schossen sie noch, als Reed die Autotür geöffnet hatte und zu Boden fiel. Der junge Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht und dort für tot erklärt. Auf seinem Beifahrersitz wurde eine Waffe entdeckt. Angehalten wurde der junge Mann, da er keinen Sicherheitsgurt angelegt hatte, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Die COPA gab an, dass die Ermittlungen noch andauern. Das FBI und das US-Justizministerium seien über den Verlauf informiert. Die Behörde beurlaubte die vier involvierten Beamt:innen für 30 Tagen von ihren polizeilichen Befugnissen.

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Die Polizisten gaben 96 Schüsse in unter einer Minute ab

Auf den Aufnahmen der COPA ist zu sehen, wie Polizeibeamt:innen mit gezückter Waffe Reed anweisen, die Fahrertür seines Wagens zu öffnen. Zunächst fordern sie ihn auf, sein Fenster herunterzukurbeln, und dann, die Tür zu öffnen. Der 26-Jährige folgt den Anweisungen nicht sofort und versucht die Scheibe seines Wagens hochzukurbeln. Danach eskaliert die Situation binnen Sekunden. 

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Der Bürgermeister von Chicago, Brandon Johnson, versprach eine transparente Untersuchung der Geschehnisse. "Versuche, Informationen zurückzuhalten oder zu verzögern, sind Fehler der Vergangenheit", gab Johnson auf einer Pressekonferenz an. Auch sei er "persönlich erschüttert, dass wieder ein junger Schwarzer Mann sein Leben bei einem Zusammenstoß mit der Polizei verloren hat." 

Die COPA hatte die Bodycam-Videos der beteiligten Beamt:innen erst drei Wochen nach der Tötung von Reed veröffentlicht.

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Die Familie des getöteten Mannes zweifelt die Umstände der Kontrolle an

Die Familie des Getöteten stellte die Umstände der Verkehrskontrolle infrage. Die Beamt:innen hätten sich nie zu erkennen gegeben, sagte der Anwalt der Familie, Andrew M. Stroth, am Dienstag (9. April) bei einer Pressekonferenz. Es habe sich um Polizist:innen in Kapuzenpullis und Baseballkappen gehandelt. Ebenso sei der Polizeiwagen nicht gekennzeichnet gewesen. "Wir haben ein Problem mit der Polizeiarbeit in dieser Stadt", sagte ein weiterer Anwalt laut US-Medien. Fünf Beamte seien "bewaffnet aus einem Auto gesprungen, wegen eines jungen Mannes, der nicht angeschnallt war".

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Nachrichtenagentur Reuters
  • CNN: "Video of fatal shooting involving 5 Chicago police officers expected to be released"
  • "Washington Post": "Police fire 96 shots in 41 seconds, killing Black man during traffic stop"
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