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Schlechte Stimmung

Deutsche Wirtschaft rutscht in Rezession: Das sind die Gründe

  • Veröffentlicht: 25.05.2023
  • 10:07 Uhr
  • Stefan Kendzia
Ein Grund für die Rezession ist die mangelnde Kauflaune der Verbraucher aufgrund der hohen Inflation.
Ein Grund für die Rezession ist die mangelnde Kauflaune der Verbraucher aufgrund der hohen Inflation.© Sven Hoppe/dpa

Bereits zwei Quartale in Folge schrumpfte die deutsche Wirtschaft: Die hohe Inflation und die sehr zurückhaltende Kauflaune der Bürger:innen wirkt sich spürbar auf die Konjunktur aus - die Wirtschaft ist in eine Rezession gerutscht. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die deutsche Wirtschaft schrumpfte zwei Quartale in Folge – das bedeutet Rezession.

  • Ein Grund dafür soll die mangelnde Kauflaune der Verbraucher und die hohe Inflation sein.

  • Ein kräftiger Aufschwung ist vorerst nicht in Sicht. Die Bundesbank rechnet im Frühjahr zumindest mit einem leichten Wachstum.

Das Wort, vor dem jeder eine diffuse Angst hat, ist nun Realität geworden: Die deutsche Wirtschaft befindet sich aktuell in einer Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte laut Statistischem Bundesamt im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent. Zu Beginn des Jahres war die Behörde noch optimistischer und sprach lediglich von einer Stagnation der Wirtschaftsleistung.

Im Video: Umfrage - Gehalt reicht oft nicht mehr für Lebenshaltungskosten

Wir befinden uns in einer Rezession

"Nachdem das BIP bereits zum Jahresende 2022 ins Minus gerutscht war, verzeichnete die deutsche Wirtschaft damit zwei negative Quartale in Folge", wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) Behördenpräsidentin Ruth Brand zitiert. Genau hier liegt die unerbittliche Wahrheit: Denn schrumpft die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge - wie gerade geschehen - diagnostizieren Ökonomen das als "Rezession". Grundsätzlich muss es aber nicht für das gesamte Jahr gelten, dass es negativ ist.

Die Inflation ist eine echte Herausforderung für alle Bürger:innen. Ob Nahrungsmittel, Getränke, Bekleidung, Schuhe oder Einrichtungsgegenstände: Der Privatkonsum ist deutlich zurückgegangen - es wird gespart. "Hohe Preise für die Lebenshaltung verunsichern die deutschen Verbraucher", wie der "Spiegel" GfK-Experten zitiert. "Somit bleiben sie weiter überaus zurückhaltend bei ihren Anschaffungen." Hinzu komme, dass die Diskussionen um ein neues Heizungsgesetz der Regierung vor allem den Immobilienbesitzern Sorgen bereite. Stehe eine neue Heizung an, dann "dürfte das die Konsumneigung zusätzlich belasten«, hieß es. Generell schwächte sich der Preisauftrieb zuletzt zwar etwas ab - ist mit 7,2 Prozent aber immer noch recht hoch.

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Aussichten für das Jahr sind eher gedämpft

Immerhin kamen positive Impulse nach Angaben der Statistiker: Zu Jahresbeginn stiegen Exporte und Investitionen beim Bau und in Ausrüstungen wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge. Leider bleiben die Aussichten für Europas größte Volkswirtschaft für das Gesamtjahr eher gedämpft. Die Bundesregierung ist mit einer BIP-Prognose von 0,4 Prozent deutlich optimistischer als der IWF, der den BIP um die Nulllinie herum prognostiziert. Die EU-Kommission sieht das deutsche Wirtschaftswachstum genau in der Mitte mit einem BIP-Plus von 0,2 Prozent.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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