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Mysteriöser Kriminalfall

Der Vermisstenfall Rebecca Reusch: Noch immer ungelöst

  • Aktualisiert: 20.03.2024
  • 10:42 Uhr
  • Olivia Kowalak
Seit Februar 2019 verschwunden: Rebecca aus Berlin. 
Seit Februar 2019 verschwunden: Rebecca aus Berlin. © Polizei Berlin/dpa

Am 18. Februar 2019 verschwand Rebecca Reusch spurlos. Dieses Jahr wird sie das fünfte Jahr in Folge vermisst. Die Akte ist der Staatsanwaltschaft zufolge nicht geschlossen. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das damals 15-jährige Mädchen Rebecca ist im Februar 2019 aus dem Haus ihrer Schwester und des Schwagers verschwunden.

  • Als Hauptverdächtiger der Ermittlungen galt bisher der Ehemann der Schwester Florian R.

  • Nachdem Tausende Hinweise bei der Polizei eingegangen waren, fehlt noch immer jede Spur nach Rebecca Reusch.

Am 18. Februar 2019 verschwand die damals 15-jährige Rebecca Rausch in Berlin. Sie gilt nun seit fünf Jahren als vermisst. Obwohl Rebeccas Familie weiterhin die Hoffnung auf ein Wiedersehen nicht aufgeben will, konzentrieren sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in diesem Fall nicht mehr auf die Suche nach einer lebendigen Person - sie geht davon aus, dass das junge Mädchen tot ist.

"Die Akte ist nicht geschlossen, neuen Hinweisen wird nachgegangen", kommentierte Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, Sebastian Büchner, gegenüber "Ippen Media". "Aber aktuell gibt es keine neuen Ermittlungsspuren.“

Rebecca verschwand damals, nachdem sie die Nacht zuvor bei der Schwester und deren Ehemann übernachtet hatte. Sie wollte von dem Haus in Berlin-Britz zur Schule gehen, kam dort allerdings nie an. Rebeccas Eltern verständigten die Polizei, als sie am Abend des 18. Februar 2019 vergeblich auf die Rückkehr ihrer Tochter warteten. Die Berliner Polizei nahm umgehend die Ermittlungen auf.  

Chronologie des mysteriösen Verschwindens: Was bisher geschah

Am 17. Februar 2019 übernachtet die damals 15-jährige Rebecca im Haus der Schwester und des Schwagers Florian R. Beide waren zum damaligen Zeitpunkt 27 Jahre alt. Nach Aussagen des Schwagers soll dieser am 18. Februar 2019 um 5:45 Uhr von einer Firmenfeier zurückgekommen sein. Rebeccas Schwester Jessica verlässt um 7:00 Uhr das Haus, um die Kinder in die Kita zu bringen. Nach Aussagen ihres Mannes soll sich dieser zu diesem Zeitpunkt zum Schlafen ins Bett gelegt haben. Um 7:15 Uhr bittet Rebeccas Schwester ihren Mann, die im Wohnzimmer schlafende Rebecca für die Schule zu wecken. Als der Schwager das Wohnzimmer betritt, sei diese nicht da gewesen, so seine Aussage.

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Das Telefon der verschwundenen Rebecca soll einer Analyse zufolge noch um 7:46 Uhr zum letzten Mal eingeloggt gewesen sein. Um 8:40 Uhr schickte die Mutter Brigitte Reusch ihrer Tochter Rebecca eine WhatsApp-Nachricht. Diese sei von Rebecca auch empfangen, aber nicht gelesen worden, so die Aussage der Mutter. "Sie muss irgendwo nochmal an einem Router vorbeigekommen sein, der ihr diese Nachricht übermittelt hat. Das kann an der Schule gewesen sein, an den Gropius-Passagen oder auch bei ihr an der Gemeinde Dreieinigkeitskirche. Oder wo sie noch eingeloggt war."

Rebecca erschien daraufhin um 9:50 Uhr nicht zum Unterricht in der Schule. Um 10:47 Uhr ist der pinkfarbene Renault Twingo der Schwester und ihres Mannes vom Brandenburger Kennzeichenerfassungssystem KESY auf der A12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) in Fahrtrichtung Polen registriert worden. Am Nachmittag des 18. Februars 2019 melden die Eltern Rebecca bei der Polizei als vermisst.

Hauptverdächtiger: Schwager Florian R. unter Verdacht

Am 19. Februar 2019 veröffentlicht die Polizei Berlin eine Vermisstenanzeige. Um 22:39 Uhr wird das Familienauto der Schwester und des Schwagers wiederholt von einer Kamera auf der A12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) erfasst. Laut Bericht dürfte an diesem Tag nur der Schwager Florian R. im Auto unterwegs gewesen sein. Die Aussagen des Schwagers und der Bewegungsdaten decken sich der Polizei zufolge nicht. Am 21. Februar 2019 wird von der Polizei eine offizielle Vermisstenanzeige nach Rebecca Reusch veröffentlicht. Ab dem 23. Februar 2019 ermittelt dann die 3. Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin. Es wurde in den darauffolgenden Tagen eine Suchaktion mit Hubschraubern, Familie und Freund:innen gestartet.

Am 28. Februar 2019 nimmt die Polizei den damals 27-jährigen Schwager von Rebecca vorläufig fest. Auf Anordnung eines Ermittlungsrichters wird dieser jedoch am 1. März 2019 wieder entlassen. Am 3. März 2019 wird der Schwager erneut festgenommen, da die Staatsanwaltschaft Beschwerde gegen die Freilassung eingelegt hatte. Mittelwelle gehen die Behörden von einem Tötungsdelikt aus. Am 22. März 2019 wird Florian R. wieder aus der U-Haft entlassen. Im April 2019 ist die Suche nach Rebecca eingestellt worden.

Am Tag von Rebeccas Verschwinden hatte ein Zeuge "einen auffälligen Mann mit Baseballkappe" in einem Waldgebiet bei Kummersdorf gesehen. In der Nähe, so Zeugenaussagen, soll der pinkfarbene Wagen gesichtet worden sein. Dies ging aus einem Podcast der Journalistinnen Miriam Arndts und Lena Niethammer im Dezember 2020 hervor.

Im Video: "Durchbruch nach vier Jahren im Vermisstenfall Rebecca?"

Plötzliche Wende nach Jahren der Stille: Am 13. April 2023 wird das Haus des Hauptverdächtigen Florian R. wegen möglicher Beweismittel von der Polizei durchsucht. Wie aus Medienberichten hervorging, zeigten die Daten des Google-Suchverlaufs des Schwagers, dass dieser kurz vor dem Verschwinden des Mädchens im Internet nach Strangulierungspraktiken beim Geschlechtsverkehr gesucht haben soll. Zudem habe bei einem Bademantel ein Gürtel gefehlt, so die Ermittler. Auch wurden Akustikmessungen von der Polizei durchgeführt. Es wird vermutet, dass damit festgestellt werden soll, wo und wie laut man mögliche Schreie hätte hören können. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

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Theorien über Rebeccas Verschwinden

Das mysteriöse Verschwinden von Rebecca wirft weiterhin Fragen auf. Es haben sich seither mehrere Theorien über den Fall entwickelt. 

  1. Nach Meinung der Ermittler hat Rebecca das Haus der Schwester und des Schwagers in Berlin Britz nie lebend verlassen. Als Hauptverdächtiger gilt für die Behörden der Schwager. "Im Haus selbst scheint es keine Hinweise auf ein blutiges Tatgeschehen zu geben. Das muss aber auch nicht sein, denn es gibt immer wieder Tatabläufe, die mit den Händen erfolgen und unblutig verlaufen", so Axel Petermann, zertifizierter Fallanalytiker und Kriminalist, gegenüber "Ippen Media". 
  2. Rebecca könnte von einem heimlichen Freund entführt worden sein. Berichten zufolge hatte sie einen Chat-Freund namens "Max". Recherchen haben ergeben, dass dieser sogar für ein Treffen mit der Vermissten nach Berlin gekommen war. Rebecca soll dieses allerdings kurzfristig abgesagt haben. Die Spuren zur besagten Person führten jedoch in Leere.
  3. Mehreren Zeugenaussagen zufolge wurde Rebecca am Tag ihres Verschwindens in der Straße des Hauses der Schwester gesichtet. Die Ermittlungen der Polizei ergaben jedoch etwas ganz anderes. "Das wurde weitreichend und mehrfach überprüft, aber auf den Videokameras in den Bussen war sie nicht zu sehen", hieß es 2021 seitens Staatsanwalt Martin Knispel gegenüber der "Bild". "Auch anderen Hinweisen, die Rebecca angeblich an anderen Stellen in der Stadt gesehen haben wollen, sind wir nachgegangen. Auch das können wir bis heute ausschließen“.
  4. Eine Zeugin will einen seltsamen Mann mit Baseballcape im Waldgebiet in Kummersdorf in Brandenburg am 18. Februar 2019, dem Tag des Verschwindens, gesehen haben. Ein Freund des Schwagers hat den Ermittlern zufolge in dieser Siedlung auch einen Bungalow. Rebecca könnte der Theorie nach im Wald verscharrt worden sein. Es ist laut aktuellem Kenntnisstand allerdings nicht bekannt, ob die Sichtung mit dem Fall zusammenhängt.
  5. Eine weitere Theorie geht davon aus, dass die Vermisste auch freiwillig das Land verlassen haben könnte. Es soll mehrfache Sichtungen im Ausland gegeben haben. Ein Augenzeuge berichtete, er habe Rebecca in einem Kaufhaus in Polen in Begleitung eines Mannes gesehen. So will Rebecca auch von einer Zeugin auf Teneriffa erkannt worden sein. "Ich weiß nicht, ob es Rebecca war, doch wir hoffen. Die Hoffnung stirbt zuletzt", erklärte die Mutter Brigitte Reusch in einer TV-Doku. Es fehlt weiterhin jede Spur von der jungen Frau.
  • Verwendete Quellen:
  • Merkur.de: "Seit 5 Jahren verschwunden: Chronik, Ermittlungsstand und Schlüsselmomente im Fall Rebecca Reusch"
  • Merkur.de: "5 Theorien um Rebeccas Verschwinden: Zahlreiche "Sichtungen" und ein mysteriöser Mann im Wald"
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