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Gewerkschaft Verdi

Droht nächster Post-Streik? Urabstimmung hat bereits begonnen

  • Aktualisiert: 21.02.2023
  • 16:35 Uhr
  • Tanja Hofmann

Die Gewerkschaft Verdi hat sich zum Ziel gesetzt, für die Beschäftigten der Deutschen Post saftige Lohnzuwächse auszuhandeln. Doch um dieses Ziel zu erreichen, muss sie hart kämpfen - und zwar mit einem möglichen unbefristeten Streik, über den nun abgestimmt wird.

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Ab diesem Montag (20. Februar) wird die Gewerkschaft Verdi im Tarifkonflikt der Deutschen Post eine Urabstimmung über flächendeckende und unbefristete Streiks starten. Die Verdi-Mitglieder, die bei der Post beschäftigt sind, haben bis zum 8. März Zeit, um darüber zu entscheiden. Sollten mehr als 75 Prozent der Befragten das Tarifangebot des Unternehmens ablehnen, werden "unbefristete Arbeitskampfmaßnahmen" ergriffen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mitteilt. In diesem Fall könnte es zu erheblichen Verzögerungen bei der Zustellung von Briefen und Paketen kommen.

Warnstreiks in den vergangenen Wochen

Nach drei ergebnislosen Gesprächsrunden hatte Verdi am 10. Februar die Tarifverhandlungen für rund 160.000 Post-Beschäftigte wie Paketboten oder Briefträger für gescheitert erklärt. Über 100.000 von ihnen sind laut Verdi Gewerkschaftsmitglieder. Es hatte bereits zeitlich befristete Warnstreiks gegeben, die dazu geführt hatten, dass sich der Versand von Millionen Briefen und Paketen verzögert hatte.

Verdi fordert eine Lohnerhöhung von 15 Prozent für einen einjährigen Tarifvertrag. Der Konzern ist der Ansicht, dass dies wirtschaftlich nicht leistbar ist und bietet stattdessen einen Tarifvertrag über zwei Jahre mit verschiedenen finanziellen Komponenten an. Zusätzlich soll eine steuerfreie Prämie in Höhe von insgesamt 3.000 Euro als Ausgleich für die Inflation gezahlt werden. Verdi hält dieses Angebot für unzureichend. Fast 90 Prozent der Tarifbeschäftigten gehörten den Entgeltgruppen eins bis drei an und seien somit besonders stark von der hohen Inflation betroffen, da sie einen großen Teil ihres Einkommens für Nahrungsmittel und Energie ausgeben müssten.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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