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Das sagt der Ex-Nationalspieler

Exklusivinterview mit Philipp Lahm: "Ich hätte gepfiffen, wenn ich ehrlich bin"

  • Veröffentlicht: 10.07.2024
  • 17:13 Uhr
  • Lara Teichmanis

Außenverteidiger, Kapitän, Weltmeister und jetzt Turnierdirektor bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Philipp Lahm verrät im Interview mit :newstime, wie er das Turnier im Heimatland wahrgenommen hat.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Philipp Lahm im exklusiven Interview mit :newstime über die Erfolge der aktuellen EM im eigenen Land.

  • Die Diskussion über Handspielregeln im Fußball wird weiterhin kontrovers geführt - Lahm zeigt Verständnis für die Schiedsrichterentscheidung.

  • Trotz des vorzeitigen Ausscheidens können Fans stolz auf die Leistung der Mannschaft sein. Der Ex-Nationalspieler über die Bedeutung von Gemeinschaft.

Ein internationales Fußballevent im eigenen Land, ein absolutes Highlight für viele Fußballfans. Aber auch für die Nationalspieler ist das Turnier auf heimischen Rasen ein ganz besonderes Erlebnis. :newstime hat mit jemandem gesprochen, der es genau wissen muss: bei der Heim-Weltmeisterschaft 2006 selbst im Trikot, bei der EM 2024 in Deutschland im Turnierdirektor-Sakko - Philipp Lahm.

Wie bewertet der Rekordnationalspieler die aktuelle EM vor heimischer Kulisse? War sie das erhoffte Sommermärchen 2.0? 

Handspiel ja oder nein?

Sommermärchen 2.0 ja oder nein - das kann abschließend wohl erst nach dem Finale am 14. Juli in Berlin geklärt werden. Eine weitere Frage, die seit Freitag (5. Juli) von vielen Fans diskutiert wird: das vermeintliche Handspiel im Spiel gegen Spanien. Gegenüber :newstime verrät der ehemalige Nationalspieler, wie er die Situation im Viertelfinale wahrgenommen hat.

Im Video: Pfiffe gegen Spaniens Cucurella bei EM-Halbfinale

"Ich hätte gepfiffen, wenn ich ehrlich bin", antwortete Lahm. Der 40-Jährige räumte allerdings ein, dass er auch Verständnis für die Entscheidung des Schiedsrichters habe. "Es wurde schon immer übers Handspiel diskutiert [...], weil es eben nicht ganz klar und nicht ganz einfach ist", sagte er im :newstime-Interview.

Handspiel ja oder nein? Auf diese hitzigen Debatten müssten sich Fans, Spieler und Schiedsrichter wohl auch in Zukunft einlassen.

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Mit erhobenem Haupt

Doch nicht nur die Handspielsituation im Spiel Deutschland gegen Spanien sorgte für Furore. Nach dem Ausscheiden der Nationalelf im Viertelfinale traten Zweifler und Kritiker auf den Platz. Ganz vorne mit dabei: Ex-Profispieler Lothar Matthäus.

In seiner Kolumne auf "sport.de" schrieb er: "Deutschland hat eine starke Heim-EM gespielt, heißt es vielerorts. Ich tue mich schwer, das so zu sehen". Die Mannschaft könnte nicht zufrieden sein, bei einer Europameisterschaft im eigenen Land schon im Viertelfinale auszuscheiden, so Matthäus weiter. Auch wenn der Gegner der Favorit aus Spanien sei.

Im Video: Nagelsmann kämpft mit Tränen

"Natürlich hätten wir uns alle gewünscht, dass sie bis zum Ende beim Turnier dabei sind", kommentierte Lahm das Ausscheiden der Nationalmannschaft gegenüber :newstime. Und ergänzte, wichtig sei aber auch das "Wie".

Die Nationalmannschaft rund um Thomas Müller hätte einen sehr, sehr guten Eindruck auf dem Rasen gemacht, so könne man "erhobenen Hauptes [...] ausscheiden", so Lahm. Besonders das Gemeinschaftsgefühl zwischen Mannschaft und Fans sei endlich wieder spürbar gewesen, erklärte der ehemalige Nationalspieler. Trotz Viertelfinalaus "hat die Mannschaft es einfach geschafft, dass man wieder eine Einheit ist, also Fans und Mannschaft und umgekehrt", sagte Lahm gegenüber der :newstime-Redaktion. 

Zusammenhalt für Europa

Nicht nur die Einheit zwischen Fans und Mannschaft war während dieser EM zu spüren. Auch die gemeinsame Leidenschaft für Fußball brachte die Fanzones zum Brodeln. Jubelnde Schotten auf dem Marienplatz, tanzende Niederländer in Hamburg und Saxophonklänge beim Public Viewing. Die Fußball-EM 2024 hatte einige begeisternde Fan-Momente.

Auch Philipp Lahm zeigte sich im Exklusivinterview mit :newstime berührt von der gemeinschaftlichen Stimmung im Land. "United bei Football. Das war unser Slogan. Und ich glaube, das habe ich überall gesehen." Und weiter: "Wie viele Menschen hier waren und das miterleben wollten, teilhaben wollten an diesem Turnier, teilhaben wollten an Europa - war einfach schön", sagte der Turnierdirektor im Gespräch.

United bei Football. Das war unser Slogan. Und ich glaube, das habe ich überall gesehen.

Philipp Lahm

Events wie die Europameisterschaft in Deutschland könnten den europäischen Zusammenhalt und die Gemeinschaft wieder stärken, so Lahm. Ähnliche Worte fand auch Bundestrainer Julian Nagelsmann bei der DFB-Pressekonferenz nach dem Ausscheiden gegen Spanien: "Wir müssen zurück zu Gemeinsamkeit, weg von dieser unfassbaren Individualität. Das Turnier kann ein Vorbild sein."

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:newstime

Ein Turnier, das Lahm als Direktor mitorganisiert und gestaltet hat. Der Weltmeister von 2014 erklärte, das Turnier hätte in vielen Bereichen neue Standards gesetzt und er freue ich sich auf weitere Sportevents in der Zukunft. Denn für Philipp Lahm zählt die Gemeinschaft und die Leidenschaft für Fußball: "Das ist für mich die größte Auszeichnung sozusagen, dass die Menschen wieder Spaß haben, miteinander etwas zu erleben."

  • Verwendete Quellen:
  • Interview :newstime
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Sport.de: "Matthäus: DFB-Elf hat keine starke EM gespielt"
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