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Vorwürfe gegen Rammstein-Frontmann

"Extremst vorverurteilt": Thomas Stein nimmt Till Lindemann in Schutz

  • Veröffentlicht: 20.06.2023
  • 14:55 Uhr
  • Anne Funk
Musikmanager Thomas M. Stein verteidigt bei "Hart aber fair" Till Lindemann.
Musikmanager Thomas M. Stein verteidigt bei "Hart aber fair" Till Lindemann.© WDR/Dirk Borm

Row Zero - "das gab's bei Gotthilf Fischer, das gab's bei Heino", weiß Musikmanager Thomas M. Stein und verteidigte Rammstein-Sänger Till Lindemann bei "Hart aber fair" gegen die aktuellen Vorwürfe.

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Seit Wochen stehen die Vorwürfe gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann im Raum, nun hat sich auch der ARD-Talk "Hart aber fair" dem Thema gewidmet und nannte die Sendung vom Montagabend (19. Juni): "Der Fall Rammstein und die Frage: Männer, seid Ihr wirklich noch nicht weiter?". Zu Gast bei Moderator Louis Klamroth waren CDU-Kommunalpolitikerin Lisa Schäfer, Stefanie Lohaus, Journalistin und Projektleiterin "Gemeinsam gegen Sexismus", Autor Tobias Haberl, die ehemalige Bundesfamilienministerin und Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) und Thomas M. Stein, Unternehmer und ehemaliger Musikproduzent.

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Letzterer sorgte dabei mit seinen Aussagen für Aufsehen. Gleich zu Beginn der Sendung erklärte Stein, der Lindemann auch persönlich kennt, die Vorwürfe hätten ihn überrascht. Eigentlich seien die Mitglieder der Band "ganz angenehme, gesprächsbereite, nette Zeitgenossen". Deswegen sei er verwundert. Doch er wisse nicht, was passiert ist. "Denn alles, was wir hier hören, ist ja Mutmaßung."

Stein: Row Zero habe es schon immer gegeben

Dann ordnete er ein: Die sogenannte Row Zero, also die Reihe zwischen Publikum und Bühne, "gab's immer schon". "Das gab's bei Gotthilf Fischer, das gab's bei Heino, die gibt's bei Roberto Blanco und das gibt's bei Rammstein." Man dürfe jetzt nicht so tun, als wenn Rammstein die einzige Band wäre, bei der das passiert. "Es ist überall ganz üblich, dass Row Zero da ist, weil da die Hardcore-Fans vor allen Dingen dabei sind". Moderator Klamroth weist darauf hin, dass es im aktuellen Fall ja nicht nur um die Nähe zur Bühne ginge, sondern um mehr.

Doch Stein verteidigte weiter. Wenn er höre, dass jemand wie Lindemann, der 60 Jahre alt ist und sich auf der Bühne "ausarbeitet", "plötzlich da runter" gehe und noch "jemanden beglücken" würde, dann müsse er "ins Museum". "Weil das ist eine Kraft, die kannste eigentlich gar nicht aufbringen." Damit nimmt Stein Bezug auf Gerüchte, dass der Rammstein-Sänger während der Konzerte die Bühne verlasse, um sich von weiblichen Fans sexuell befriedigen zu lassen.

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"Row-Zero-System" soll abgeschafft werden

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Die aktuelle Berichterstattung über Rammstein kritisierte Stein scharf - und nahm den Sänger weiter in Schutz. Lindemann werde "extremst vorverurteilt". Der Musikmanager zweifelte aber immerhin nicht die Schilderungen junger Frauen an, die berichteten, von Lindemann sexuell bedrängt worden zu sein. Doch als Journalistin Lohaus sich angesichts seiner zuvor gemachten Äußerungen irritiert zeigte, versuchte er ihr das Recht abzusprechen, die Lage beurteilen zu können - da sie noch nie auf einem Rammstein-Konzert gewesen sei.

"Das sind zwölf Leute, lass es hundert sein", tut er die betroffenen Frauen ab. Insgesamt seien 300.000 Konzertbesucher da. "Man muss das in Relation setzen!" Stein sei zwar nicht dafür, einen "Peiniger zu beschönigen". "Ich finde es furchtbar und das gehört auch rigoros bestraft". Doch es einfach so in den Raum zu stellen sei eine Riesengefahr, dass die Band auseinanderfalle.

  • Verwendete Quellen:
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urn:newsml:dpa.com:20090101:240724-911-002087
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